Süddeutsche Zeitung

Leipzig-Aus im Pokal:Es war nicht nur die schlechte Chancenverwertung

  • RB Leipzig verliert in Frankfurt 1:3 und scheidet aus dem DFB-Pokal aus.
  • Für Nagelsmann lag die Niederlage in Frankfurt vor allem an der schlechten Chancenverwertung seiner Spieler. Aber das alleine war es nicht.
  • Zu den Ergebnissen aus dem DFB-Pokal geht es hier.

In der Nachspielzeit kam noch einmal der große Moment des Filip Kostic. Angreifer Goncalo Paciencia verlängerte den Ball mit dem Kopf genau in den Lauf des Serben, der zog mit seinem starken linken Fuß ab - und damit war der überraschende 3:1 (1:0)-Erfolg von Eintracht Frankfurt über RB Leipzig im Achtelfinale des DFB-Pokals perfekt. Die Frankfurter erlebten mal wieder einen dieser emotionalen Pokal-Abende, die sie aus dem Vorjahr so gut kennen, als sie in der Europa League weit kamen. Und die Leipziger? Die gehen nun schwer angeknockt ins Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern am Sonntag. Zwei der drei letzten Partien haben sie verloren, dazwischen gab es lediglich ein glückliches Remis gegen Mönchengladbach.

"Das muss bei den Jungs erst einmal sacken", sagte Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann nach der Partie: "Das bleibt im Kopf, aber München wird etwas anderes, weil die Bayern nicht so tief wie Frankfurt stehen werden." Für Nagelsmann lag die Niederlage in Frankfurt vor allem an der schlechten Chancenverwertung seiner Spieler. Aber das alleine war es nicht.

Dabei hatten die Leipziger die Partie gut begonnen, und in der ersten Viertelstunde erarbeiteten sie sich in der Tat drei Chancen. Doch dann ergab sich eine Frankfurter Flanke, und im Strafraum sprang dem RB-Verteidiger Marcel Halstenberg der Ball an die Hand. Den Elfmeter gab es zwar erst nach einer längeren Sichtung des Video-Materials, aber in jedem Fall war der Pfiff berechtigt - André Silva verwandelte zum 1:0 für die Frankfurter (16.).

Danach waren die Leipziger zwar immer noch die bessere Mannschaft. Aber so ähnlich wie schon beim 0:2 im Bundesliga-Spiel vor zehn Tagen fiel es ihnen schwer, gegen die defensiv ausgerichteten Frankfurter wirklich gefährliche Momente zu entwickeln. Stattdessen schloss Kostic kurz nach der Halbzeitpause einen sehenswerten Konter ab, der aus einem groben Aufbaufehler von Dayot Upamecano resultierte: 2:0 für Frankfurt (51.). Erst durch die eingewechselten Offensivspieler Dani Olmo und Timo Werner wurde das Leipziger Spiel noch einmal etwas gefährlicher - und prompt fiel auch der Anschlusstreffer. Werner ließ eine Hereingabe von der linken Seite durch, und dort vollendete der 20 Millionen Euro teure Olmo mit seinem ersten Treffer für RB.

In der Schlussphase wiederum hatte Leipzig noch mehrere gute Chancen zum Ausgleich. Doch Christopher Nkunkus Schuss wehrte SGE-Verteidiger Martin Hinteregger kurz vor der Linie ab. Und Werner versuchte es bei einer Flanke etwas zu optimistisch mit einem Volleyschuss und traf den Ball nicht richtig. Dafür war dann in der Nachspielzeit Filip Kostic mit seinem zweiten Treffer zur Stelle.

Die Frankfurter schafften damit im vierten Pflichtspiel nach der Winterpause den dritten Sieg. "Unser Plan war, dass wir defensiv sehr gut stehen und schnell umschalten", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter: "Ich bin stolz, dass wir unter den letzten Acht stehen und den Vorjahresfinalisten eliminiert haben."

Sein Mann des Abends wiederum schwärmte zwar ob des Sieges und der beiden Tore, aber ein Geheimnis wollte Kostic doch für sich behalten. Nach seinem Tor hatte er nämlich eine Geste gezeigt, die als "Fernglas-Jubel" die Runde machte. Doch warum er seine Hände so vors Gesicht formte, wollte der Serbe lieber nicht erklären. Das sei ein Insider, sagte er nur, die Aufklärung gebe es vielleicht am Wochenende.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4785261
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 05.02.2020/sonn
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.