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Rassistische Anfeindungen gegen Yaya Touré:"Wir müssen dem jetzt ein Ende setzen"

Manchester City press conference

"Ich bin wütend": Manchester City's Yaya Touré auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel in Moskau.

(Foto: dpa)

Affenlaute aus der Moskauer Fankurve: Beim Champions-League-Spiel zwischen ZSKA Moskau und Manchester City ist der Ivorer Yaya Touré von Fans der Heimmannschaft rassistisch angefeindet worden. Die Uefa reagiert mit einem Verfahren.

Der ivorische Fußball-Nationalspieler Yaya Touré von Manchester City ist am Mittwochabend während des Champions-League-Spiels bei ZSKA Moskau zum Opfer rassistischer Anfeindungen geworden. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler musste sich beim 2:1 (2:1)-Auswärtssieg seiner Mannschaft in Bayern Münchens Gruppe D wiederholt Affenlaute von Seiten der Moskauer Fans anhören.

"Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern wütend", sagte Touré, der in Abwesenheit von Vincent Kompany die Kapitänsbinde trug. Nach dem Spiel setzte er sich unter anderem via Twitter zur Wehr und forderte die Europäische Fußball-Union (Uefa) auf, den russischen Double-Gewinner hart zu bestrafen. "Ich bin schwer enttäuscht darüber, was diese Fans getan haben. Ich denke, die Uefa muss handeln, weil Spieler mit meiner Hautfarbe sonst immer in der gleichen Position sein werden", sagte er.

"Vielleicht können sie das Stadion für ein paar Spiele schließen." Er habe auch den rumänischen Schiedsrichter Ovidiu Hategan über die Schmähungen informiert: "Als Spielführer habe ich eine Binde mit der Aufschrift 'Nein zu Rassismus' getragen. Ich war total enttäuscht, habe es dem Schiedsrichter gesagt. Es war unglaublich und sehr traurig."

Großer Zuspruch seiner Fans

Bei Twitter fügte er hinzu: "Ich glaube an die Fußball-Institutionen. Ich weiß, dass die Entscheider ihrer Verantwortung jetzt gerecht werden und dem Rassismus die Rote Karte zeigen. Fußball hat nichts mit Hautfarbe, Religionen oder Staatsgrenzen zu tun." Zudem bedankte sich Touré für den großen Zuspruch seiner Fans. "Hass oder Rassismus kann mich nicht beeindrucken, wenn mir so viele Menschen ihre Liebe und Unterstützung ausdrücken", schrieb er seinen gut 100.000 Twitter-Followern.

Touré bekam Zuspruch von seinem Trainer Manuel Pellegrini, der ebenfalls Konsequenzen forderte: "Es ist eine Schande, dass jemand solche dummen Dinge tut. Ich hoffe, jetzt werden die richtigen Maßnahmen ergriffen, um diese Dinge zu beenden. Es ist schade für Yaya, und es ist schade für die Stadt."

Jim Boyce, Vizepräsident des Weltfußballverbands Fifa, sagte gegenüber BBC Radio 5 live: "Ich bin absolut entsetzt. Ich war immer sehr entschieden gegen jede Form von Rassismus im Sport. Fifa und Uefa sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass diese Geschehnisse überwunden werden. Ich habe immer gesagt, dass es keine Lösung ist, die Vereine zu bestrafen, weil sie einige dieser Idioten nicht aufhalten können." Rassismus im Sport müsse "ausgelöscht" werden, sagte Boyce: "Der einzige Weg ist, hart gegen diese Leute vorzugehen. Verbietet ihnen, Fußballspiele zu besuchen. Vielleicht hören sie auf, wenn sie nicht mehr ins Stadion kommen."

Yaya Touré forderte ein geschlossenes Auftreten aller Akteure: "Wir müssen so stark wie möglich sein, sonst werden sie so weitermachen. Zu viel ist zu viel. Wir müssen dem jetzt ein Ende setzen."

Manchester City wollte sich noch am Donnerstag offiziell bei der Uefa beschweren. Der Dachverband reagierte bereits und gab die Eröffnung von Ermittlungen gegen ZSKA Moskau bekannt. Die Disziplinarkommission verhandelt den Fall, bei dem auch die Zündung von Feuerwerkskörpern von ZSKA-Anhängern Gegenstand ist, am Mittwoch, den 30. Oktober. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen die Schmährufe gegen Touré.

© SZ.de/sid/fued

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