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Rassismus im Fußball:Balotelli droht mit Konsequenzen

AC Milan's Boateng and Balotelli look on as referee Rocchi suspends the match due to racist chants during their Italian Serie A soccer match against AS Roma in Milan

Kevin-Prince Boateng (li.) und Mario Balotelli beim Spiel gegen den AS Rom.

(Foto: REUTERS)

Mario Balotelli kündigt an, bei rassistischen Vorfällen künftig das Spielfeld zu verlassen. Der FC Chelsea hat den Vertrag mit Frank Lampard um ein weiteres Jahr verlängert. Gerald Asamoah erhebt schwere Vorwürfe gegen Greuther Fürth.

Sportnachrichten in Kürze

Fußball in Italien: Mario Balotelli vom italienischen Fußball-Erstligisten AC Mailand hat offen damit gedroht, bei weiteren Vorfällen einen Spielabbruch herbeizuführen. "Sollten wieder rassistische Chöre gegen mich ertönen, werde ich das nächste Mal das Spielfeld verlassen, weil so etwas dumm ist", sagte Balotelli dem TV-Sender CNN. Der 22-Jährige war am vergangenen Sonntag beim 0:0 gegen den AS Rom von Gäste-Tifosi beleidigt worden. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde die Partie zu Ende gespielt. Am Montag belegte der italienische Verband den Hauptstadtklub mit 50.000 Euro Strafe.

"Ich wollte am Sonntag das Spielfeld verlassen", sagte Balotelli: "Ich habe mit Kevin Prince Boateng gesprochen. Doch dann hätte man gedacht, ich mache das, weil wir Schwierigkeiten im Spiel hatten. Ich dachte: Es ist besser, wenn wir weiterspielen. Wenn es nicht diesen Grund gegeben hätte, hätte ich das Spielfeld verlassen." Boateng reagierte empört auf den neuerlichen Eklat und die milde Strafe: "Seit Monaten sprechen wir über Rassismus, und es gibt weitere Vorfälle. Eine Geldstrafe ist zu wenig. Man müsste alle rassistischen Fans abführen", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi, der im Januar wegen Beleidigungen in einem Freundschaftsspiel gegen den Viertligisten Pro Patria den Platz verlassen hatte.

Fußball, FC Chelsea: Nach dem historischen Triumph in der Europa League hat Kapitän Frank Lampard einen neuen Einjahresvertrag beim FC Chelsea unterschrieben. "Frank ist bereits jetzt ein bedeutender Spieler in der Geschichte des Klubs", sagte Vorstandschef Ron Gourlay. Auch der Spieler selbst zeigte sich zufrieden: "Jeder weiß, dass ich immer hier bleiben wollte. Obwohl die Verhandlungen so lange gedauert haben, war es immer eine freundschaftliche Athmosphäre." Lampard spielt bereits seit zwölf Jahren bei den Blues, während der Spielzeit hatte der 34 Jahre alte englische Fußball-Nationalspieler mehrfach mit seinem Abschied aus London kokettiert.

Fußball, SpVgg Greuther Fürth: Der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah hat vor seinem Abschied vom Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth zum Teil schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen erhoben. Es sei versucht worden, ihn zu einem Sündenbock zu machen, der Verein habe mit ihm ein falsches Spiel gespielt, beklagte er in einem Interview mit dem Kicker unter anderem. Er habe erwartet, dass man ihm "wenigstens etwas Respekt entgegenbringt", sagte der 34-Jährige, nun nehme "es für alle ein unwürdiges Ende". Nach der Trennung von Trainer Mike Büskens, der am 20. Februar nur wenige Tage nach dem 22. Spieltag gehen musste, war Asamoah kaum noch im Kader aufgetaucht.

Nur einmal kam er danach in der Rückrunde noch zum Einsatz, am 24. Spieltag - für zwölf Minuten. Asamoah vermutet ein "abgekartetes Spiel", weil eine angebliche Klausel vorsah, dass sich sein Vertrag bei weiteren 45 Einsatzminuten um ein Jahr verlängert hätte: "Für mich steht fest, dass diese Klausel der Grund war, warum ich nicht mehr berücksichtigt wurde. Aus meiner Sicht gab es keinen Grund, mich in den letzten Monaten in Fürth so zu behandeln", sagte Asamoah weiter. Vielmehr sei versucht worden, beklagt Asamoah, "aus mir einen Sündenbock zu machen oder krampfhaft ein Exempel zu statuieren". Tatsächlich sei er auch nicht verletzt gewesen, wie viele Fans glauben würden, "ich bin topfit". Das Angebot, im letzten Heimspiel vergangenen Samstag gegen den SC Freiburg (1:2) eingesetzt zu werden, habe er abgelehnt: Dies wäre eine "Alibi-Aktion" gewesen: "Ich mag keine Heuchelei."

Trainer Frank Kramer betonte nach einem "sehr persönlichen" Gespräch mit Asamoah am Donnerstag, "dass ausschließlich sportliche Gründe ausschlaggebend waren". Kramer sagte, er habe den Ex-Schalker in den Kader für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 13. April nehmen wollen (1:6), dieser habe jedoch wegen möglicher aggressiver Stimmung gegen ihn abgelehnt. Im Anschluss daran habe er nicht mehr die Notwendigkeit gesehen, Asamoah zu nominieren, ergänzte Kramer. Seine Karriere will Asamoah nach dem Abschied aus Fürth noch nicht beenden. "Ein oder zwei Jahre" wolle er noch spielen, "gerne wieder im Ruhrgebiet", gerne bei einem Zweitligisten. "Ich bin fit, habe die letzten Monate ja gut trainiert. Daran kann es also nicht gelegen haben."

Fußball, FC Barcelona: Weltfußballer Lionel Messi hat von den Verantwortlichen des FC Barcelona gefordert, den Spielstil der Mannschaft nicht zu ändern. "Wir dürfen das vergangene Jahr nicht überbewerten, sondern müssen ruhig bleiben und uns auf die nächste Saison vorbereiten", sagte der Argentinier dem mexikanischen Fernsehsender Azteca. Die Katalanen waren im Halbfinale der Champions League deutlich am deutschen Rekordmeister FC Bayern München gescheitert und in der Folge stark kritisiert worden. "Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, wir können nicht immer alles gewinnen", sagte Messi. In dieser Spielzeit habe vor allem das lange Fehlen des krebskranken Trainers Tito Vilanova viel ausgemacht: "Wir haben den Unterschied gemerkt, es war ohne ihn nicht dasselbe."

NBA: Meister Miami Heat und die Memphis Grizzlies haben in den Playoffs der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA das Halbfinale erreicht. Der Champion des Vorjahres kämpfte am Mittwochabend (Ortszeit) die Chiacgo Bulls mit 94:91 nieder und gewann damit die "Best-of-Seven"-Serie mit 4:1-Siegen. Die Grizzlies stehen dagegen zum ersten Mal in der Vorschlussrunde. Das Team aus Memphis setzte sich in der Western Conference mit 88:84 bei den favorisierten Oklahoma City Thunder durch und entschied die Serie ebenfalls mit 4:1-Siegen für sich. Miamis LeBron James, in dieser Saison bereits zum vierten Mal zum besten Spieler der Liga gewählt, war mit 23 Punkten bester Werfer seines Teams. Dwyane Wade steuerte 18 Punkte zum Sieg bei, den sich die Heat erst dank einer Schlussoffensive mit 25:14 Punkten im letzten Viertel verdienten.

Im Endspiel der Eastern Conference trifft Miami auf die New York Knicks oder Indiana Pacers. Die Pacers führen in der Serie mit 3:1-Siegen. In Oklahoma City war Grizzlies-Profi Zach Randolph mit 28 Punkten und 14 Rebounds Mann des Abends. In der Finale der Western Conference müssen sich die Grizzlies mit dem Sieger des Duells zwischen den San Antonio Spurs und den Golden State Warriors auseinandersetzen. Die Spurs liegen derzeit mit 3:2-Siegen vorn.

NHL, Chicago Blackhawks: Die Chicago Blackhawks sind zum Auftakt der zweiten Play-off-Runde der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Das beste Team der Vorrunde schlug im Halbfinale der Western Conference die Detroit Red Wings mit 4:1 und ging in der best-of-seven-Serie mit 1:0 in Führung. Das zweite Spiel findet am Samstag ebenfalls in Chicago statt. Im United Center sorgten Johnny Oduya, Marcus Kruger und Patrick Sharp mit ihren Toren im letzten Drittel für den Sieg der Blackhawks, die im ersten Abschnitt durch einen Power-Play-Treffer von Marian Hossa in Führung gegangen waren. Für den elfmaligen Stanley-Cup-Sieger Detroit, dem auch 38 Paraden von Torhüter Jimmy Howard nichts nutzten, hatte Damien Brunner zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.

Tennis, Rom: Tennisprofi Philipp Kohlschreiber steht im Achtelfinale des ATP-Masters in Rom. Der Weltranglisten-22. aus Augsburg setzte sich in der zweiten Runde gegen den Spanier Albert Ramos problemlos 6:4, 6:1 durch und trifft nun auf an Position vier gesetzten David Ferrer (Spanien). Nach dem Erstrunden-Aus von Tommy Haas (Los Angeles/USA) ist Kohlschreiber der einzige deutsche Profi im Turnier. Bei den Damen ist in Julia Görges (Bad Oldesloe) die letzte Deutsche in Runde zwei ausgeschieden, die Weltranglisten-25. unterlag der Australian-Open-Siegerin Wiktoria Asarenka (Weißrussland) erwartungsgemäß deutlich nach 61 Minuten 2:6, 0:6. Während der 29-jährige Kohlschreiber elf Tage vor Beginn der French Open (26. Mai bis 9. Juni) seine gute Form auf Sand unterstrich, bangt ein Mitfavorit um seinen Start beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Olympiasieger Andy Murray gab an seinem 26. Geburtstag das Match gegen den Spanier Marcel Granollers beim Stand von 3:6, 7:6 (7:5) wegen einer Rückenverletzung auf.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc/sonn/ska

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