Süddeutsche Zeitung

Interview mit Ralf Rangnick:"Habe gelesen, dass Rummenigge sich mehr Spannung wünscht"

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Ralf Rangnick macht in Leipzig den Interimstrainer, bevor Nagelsmann übernimmt. Der SZ erzählt er, wie dem FC Bayern beizukommen ist - und was junge Fußballer brauchen.

Von Moritz Kielbassa und Sebastian Fischer

Ralf Rangnick, Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig, sieht kurzfristig kein Ende der Langeweile an der Spitze der Bundesliga. "Geld ist zwar nicht alles, aber es spielt eine große Rolle. Der finanzielle Unterschied zwischen den Bayern und dem Rest der Liga ist genauso groß wie der zwischen den zehn Topklubs Europas und dem Rest von Europa", sagt er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Wohlwollenden Aussagen aus München schenkt er dabei offenbar wenig Glauben. "Ich habe ja auch gelesen, dass Karl-Heinz Rummenigge sich mehr Spannung in der Liga wünscht und um jeden Verein froh wäre, der es den Bayern schwer macht", findet der 60-Jährige.

Sollte Leipzig einen Spieler aus München verpflichten wollen, "dann können Sie ja Uli Hoeneß gerne daran erinnern, was er uns empfohlen hat und dass er uns den Spieler gerne geben darf." In den vergangenen Tagen war vom Interesse Rangnicks an einer Verpflichtung von Münchens Nationalspieler Sebastian Rudy berichtet worden.

In Zukunft will RB, im vergangenen Jahr nur Bundesliga-Sechster, auch dank einer viel beachteten Trainer-Verpflichtung wieder oben mitspielen. Rangnick ist in diesem Jahr nur Interimstrainer, 2019 übernimmt Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim. "Er ist einer der spannendsten Trainer Europas", sagt Rangnick, "er passt optimal zu uns und zu der Art, wie wir Fußball spielen wollen." Und Nagelsmann soll bei Spielerverpflichtungen helfen. "Bei uns können sich Spieler entwickeln, und wenn dann noch Julian Trainer ist, der nachweislich Spieler besser macht, so kann das manches erleichtern", sagt Rangnick.

So will Rangnick spielen lassen

Nach der eher enttäuschenden vergangenen Saison will Rangnick wieder zum von ihm bevorzugten Spielstil zurückkehren. "Die WM hat gezeigt: Ballbesitz als Selbstzweck kannst du vergessen! Das ist mein altes Thema: Du brauchst Tempo, Tiefgang und Spielwitz. Und du musst in den sechsten, siebten Gang hochschalten, sonst schießt du keine Tore." Und er will in seiner Mannschaft mit konsequenter Führung den Teamgeist stärken: "Auch das hat die WM gezeigt, die Franzosen sind ein super Beispiel: Die waren vor acht Jahren ein Haufen von Egos - jetzt sind sie Weltmeister, mit einem Sammelsurium von weißen und dunkelhäutigen Spielern mit verschiedensten Backgrounds. Diese junge Generation von Spielern braucht manchmal Fürsorge und, kitschig gesagt, Liebe - aber sie braucht vor allem klare Ansagen und Konsequenz."

Lesen Sie im Interview, warum Rangnick die 50+1-Regel abschaffen würde, wieso er für die Zusage als Leipzigs Trainer Zeit brauchte - und ob er eines Tages gerne Bundestrainer wäre.

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