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Internationaler Fußball:Rangnick geht nicht zum AC Mailand

SV Werder Bremen v RB Leipzig - Bundesliga

Ralf Rangnick trainierte zuletzt RB Leipzig.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Nach monatelangen Verhandlungen wird nichts aus dem Engagement von Ex-RB-Trainer Ralf Rangnick beim AC Mailand. Trainer Stefano Pioli soll einen neuen Vertrag erhalten.

Monatelang wurde gesprochen und verhandelt, aber seit Dienstagabend steht fest: Ralf Rangnick wird nicht der neue starke Mann beim 18-maligen italienischen Meister AC Mailand. Der langjährige Bundesligatrainer, der bei Milan als Chefcoach und Sportchef einsteigen sollte, erklärte in einem offiziellen Statement: "Der AC Milan und ich sind übereingekommen, dass es aktuell weder der richtige Zeitpunkt ist, noch das Momentum für eine Zusammenarbeit spricht. Deswegen und unter Berücksichtigung der guten Entwicklung und der Ergebnisse unter Trainer Stefano Pioli hat man gemeinsam entschieden, dass ich keine Funktion beim AC Mailand übernehme."

Bereits seit Herbst gab es intensiven Kontakt zwischen Rangnick, AC-Geschäftsführer Ivan Gazidis und den Eigentümern des Klubs vom US-Hedgefonds Elliott. Damals lagen die Rossoneri nach verkorkstem Saisonstart noch im tief zweistelligen Tabellenbereich. Doch nach der Corona-Pause hat Milan, angeführt vom zurückgekehrten Sturmroutinier Zlatan Ibrahimovic, eine starke Serie hingelegt. Vor dem Sieg am späten Dienstagabend bei Sassuolo waren es bereits sechs Siege und zwei Unentschieden seit dem Re-Start. Zumindest die Qualifikation für die Europa League ist nun sehr wahrscheinlich.

Deshalb soll Trainer Pioli, 54, der im Oktober den glücklosen Marco Giampaolo abgelöst hatte und anfangs ebenfalls Probleme hatte, einen neuen Vertrag erhalten. Sportdirektor Paolo Maldini, der sich öffentlich gegen ein Engagement von Rangnick positioniert hatte, kann wohl ebenfalls auf einen Verbleib hoffen. Eine große sportstrategische Revolution, wie sie Gazidis und die Klubbesitzer nach mehreren sportlich und wirtschaftlich schlechten Milan-Jahren mit Rangnick geplant hatten, mit weniger Glamour und Starkultur, dafür mit mehr jungen, hungrigen, rentablen Talenten - diese Revolution fällt wegen des aktuellen Aufschwungs nun aus.

Was das Ganze für Rangnick bedeutet, ist offen. Dass der frühere Leipzig- und Hoffenheim-Trainer bereit wäre für eine neue Herausforderung, gerne auch im Ausland, hat der intensive Flirt mit Milan gezeigt. Im vergangenen Herbst hatte Rangnick auch Kontakt zu Erstligisten aus England. Zu Saisonbeginn hatte er sich aus dem Tagesgeschäft in Leipzig verabschiedet und den Posten eines Fußball-Globaldirektors von Red Bull übernommen. Dass er mit RB bereits über eine Vertragsauflösung verhandle, wie zu lesen war, ist zwar falsch. Perspektivisch aber dürfte sich Rangnick einer neuen Aufgabe zuwenden.

© SZ.de/schm
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