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Raheem Sterling:Klarer Fall

Manchester City v Shakhtar Donetsk UEFA Champions League Group F Etihad Stadium Manchester Ci

Flieg, Raheem, flieg - Manchester Citys Sterling hob gegen Donezk spektakulär ab.

(Foto: Nick Potts/imago/PA Images)

Manchester Citys Raheem Sterling stolpert im Champions-League-Spiel gegen Donezk und löst damit eine Fairness-Debatte aus.

Befürworter des Videobeweises hätten sich kein besseres Beispiel ausdenken können als das Champions-League-Spiel Manchester City gegen Schachtjor Donezk am Mittwochabend. Denn so leicht haben es die Schiedsrichter an den Bildschirmen selten: In der 24. Minute trat der englische Nationalstürmer Raheem Sterling mit solcher Verve in den Rasen, dass es ihn regelrecht von den Beinen holte. Im Grunde hatte sich Sterling also nur die große Zehe angestoßen, doch Viktor Kassai, der Welt-Schiedsrichter des Jahres 2011, entschied zur Überraschung aller auf Elfmeter. Und da weder Linien- noch Torrichter den Irrtum erkannten, nutzte Gabriel Jesus die Möglichkeit, um das 2:0 zu erzielen. Am Ende stand es 6:0 für Manchester City. Raheem Sterling konnte man zwar keine Schwalbe, aber durchaus Unaufrichtigkeit vorwerfen. Denn auch er hatte sehr wohl gemerkt, dass ihn die Grasnarbe zu Fall gebracht hatte und nicht etwa ein gegnerisches Bein. "Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe keinen Kontakt gespürt und möchte mich beim Schiedsrichter entschuldigen", sagte er nach dem Spiel im Sender BT Sport reumütig. Sein Trainer sah das weniger kritisch. Natürlich hätte Sterling etwas sagen können, fand Pep Guardiola: "Aber letzte Saison hat James Millner auch nichts gesagt". Guardiola spielte damit auf ein damals zu Unrecht nicht gegebenes Tor für Manchester City im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Liverpool an. Vielleicht haben solch leidige Debatten bald ein Ende: Laut BBC könnte die für die Saison 2019/20 geplante Einführung des Videobeweises bereits in dieser Spielzeit erfolgen.

© SZ vom 09.11.2018 / SZ
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