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Radsport:Zabel verliert den nächsten Job

Erik Zabel

Erik Zabel: Von Katusha suspendiert

(Foto: dpa)

Erik Zabel wird nach seinem Dopinggeständnis vom russischen Team Katjuscha suspendiert. Luca di Montezemolo macht Fernando Alonso nach dessen Kritik am Rennstall klar, dass Ferrari größer ist als jeder Fahrer. Sportschütze Christian Reitz stellt einen neuen Weltrekord auf.

Radsport, Dopinggeständnis: Für Erik Zabel hat das Doping-Geständnis im Interview mit der SZ weitreichende Folgen. Der russische Radrennstall Katjuscha hat den früheren Top-Sprinter als Sportlichen Leiter suspendiert. "Die Enthüllungen beziehen sich auf Zabels Karriere als aktiver Rennfahrer von 1996 bis 2003 und stehen in keinem Zusammenhang mit dem Team Katjuscha. Trotzdem hat das Team-Management entschieden, Erik Zabel zu suspendieren. Als Mitglied der Bewegung für einen glaubwürdigen Sport (MPCC) verfolgt Katjuscha eine strikte Anti-Doping-Politik", teilte der Rennstall am Dienstag mit. Zabel war bei den Russen insbesondere für die Sprinter zuständig. Sein Vertrag wäre Ende des Jahres ausgelaufen. Erst am Montag hatte sich Zabel mit den Veranstaltern des Hamburger WorldTour-Rennen Cyclassics auf ein Ende seiner Tätigkeit als Sportdirektor geeinigt. Der frühere Telekom-Star trat auch aus dem Beirat des Weltverbandes UCI aus. Zudem prüft der TV-Sender ARD, der eine Vereinbarung mit Zabel während dessen Zeit bei Telekom hatte, rechtliche Schritte. Zabel hatte im SZ-Interview jahrelanges Doping eingestanden, nachdem er bei seinem ersten Geständnis 2007 noch ausgesagt hatte, nur 1996 für eine Woche EPO genommen zu haben.

Tennis, ATP-Tour: Daniel Brands hat beim Turnier im österreichischen Kitzbühel den Sprung in die zweite Runde geschafft. Im Auftaktmatch am Dienstag besiegte der Deggendorfer Carlos Berlocq aus Argentinien 7:6, 2:6 und 6:2. Eine Runde weiter sind auch Robin Haase (Niederlande), Victor Hanescu (Rumänien) und Jan Hajek (Tschechien). Das Sandplatzturnier ist mit 467.800 Euro Preisgeld dotiert.

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Formel 1, Ferrari: Ferrari hat seinen Formel-1-Piloten Fernando Alonso in bislang ungekannter Manier öffentlich gemaßregelt. Die jüngsten Kommentare des Spaniers seien weder bei Präsident Luca di Montezemolo noch irgendeinem anderen im Team gut angekommen, schrieb die Scuderia auf ihrer Homepage. Di Montezemolo erinnerte Alonso bei seinem Glückwunsch-Anruf zu dessen 32. Geburtstag dann auch unmissverständlich daran, dass "alle großen Champions, die für Ferrari gefahren sind, immer darum gebeten wurden, die Interessen des Teams über die eigenen zu stellen", schrieb Ferrari. Di Montezomolo machte zudem klar: "Dies ist der Moment ruhig zu bleiben, Polemik zu vermeiden und Demut sowie Entschlossenheit zu zeigen, den eigenen Beitrag zu leisten, dem Team und den Leuten an und außerhalb der Strecke beizustehen." Alonso hatte nach seinem fünften Platz beim Großen Preis von Ungarn geklagt, dass sich Ferrari nicht wirklich verbessert habe und das Team nicht konkurrenzfähig sei. In der WM-Wertung vergrößerte sich der Rückstand des Spaniers auf den Budapest-Dritten Sebastian Vettel auf mittlerweile 39 Punkte. Zudem musste Alonso seinen zweiten WM-Rang an Kimi Räikkönen im Lotus abgeben. Hinzu kamen wüste Spekulationen, nachdem auch noch der Manager des Iberers im Red-Bull-Motorhome gesichtet worden war. Allerdings soll es bei den Gesprächen nicht um Alonso gegangen sein.

Beachvolleyball, EM: Zwei Siege, eine Niederlage: Die deutschen Beachvolleyball-Frauen haben einen erfolgreichen EM-Start hingelegt. Bei den Titelkämpfen im österreichischen Klagenfurt gewann das an Nummer vier gesetzte Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst das deutsche Duell mit Karla Borger/Elena Kiesling mit 2:0 (21:11, 21:15). Weltmeisterin Borger muss die EM ohne ihre verletzte Partnerin Britta Büthe bestreiten, die 25-Jährige sagte wegen muskulärer Probleme ab. Victoria Bieneck und Julia Grossner behielten beim 2:0 (21:16, 21:17) gegen Greta Cicolari und Silvia Costantini aus Italien die Oberhand. Das topgesetzte Essener Duo Katrin Holtwick/Ilka Semmler traf am späten Nachmittag in einem weiteren deutschen Duell auf Jana Köhler/Anni Schumacher. Insgesamt sind je 32 Teams am Start, gespielt wird zunächst in acht Vierer-Pools, danach geht es mit 24 Teams im K.o.-System weiter. Die Männer um die WM-Dritten Jonathan Erdmann/Kay Matysik starten am Mittwoch in die EM.

Sportschießen, Weltrekord: Sportschütze Christian Reitz hat am Dienstag bei den Europameisterschaften im kroatischen Osijek Bronze mit der Olympischen Schnellfeuerpistole gewonnen. Zuvor hatte er als Vorkampf-Bester den ein Jahr alten Weltrekord des Russen Alexei Klimow um einen Zähler auf 593 Ringe verbessert. Im Endkampf fiel der Hesse mit 27 Treffern auf Rang drei hinter dem Ukrainer Roman Bondaruk (32 Treffer) und Klimow (31) zurück. Es war zum Abschluss der olympischen Disziplinen das fünfte EM-Edelmetall für die Starter des Deutschen Schützenbundes (DSB). Zuvor hatte Gewehrschützin Amelie Kleinmanns (Kempen) den Titel im KK-Dreistellungskampf gewonnen. Dazu kommen zweite Plätze durch Henri Junghänel (Breuberg) im KK-Liegendmatch und Munkhbayar Dorjsuren sowie Bronze für Monika Karsch (Regensburg/beide Sportpistole). Der 26 Jahre alte Polizeikommissar Reitz aus dem hessischen Raunheim gewann zudem gemeinsam mit Aaron Sauter (Beerfelden) und Oliver Geis (Mengerskirchen) den Mannschafts-Titel. Mit 1742 Ringen gelang dem Trio ein Europarekord und ein Abschiedsgeschenk für Bundestrainer Peter Kraneis, der Ende September in Rente geht. Europameisterinnen wurden auch die deutschen Gewehr-Schützinnen Gudrun Wittmann (Fischbachau), Sandra Georg (Ruhpolding) und Eva Friedel (Münstertal) in der nichtolympischen 300-Meter-Distanz.

Tennis, Andrea Petkovic: Andrea Petkovic hat beim WTA-Turnier in Washington D.C. problemlos die zweite Runde erreicht. In ihrem Auftaktmatch der mit 235.000 Dollar (ca. 177.000 Euro) dotierten Hartplatz-Veranstaltung besiegte die 25 Jahre alte Darmstädterin Lokalmatadorin Jessica Pegula (USA) 6:2, 7:5. Im Achtelfinale trifft Petkovic, die das Duell nach 1:27 Stunden beendete, entweder auf Mona Barthel (Bad Segeberg/Nr. 6) oder Stefanie Voegele aus der Schweiz. In Washington schlägt neben Petkovic und Barthel auch Deutschlands Top-Spielerin Angelique Kerber (Kiel) auf. Die 25 Jahre alte Linkshänderin ist an Position eins gesetzt und bekommt es zum Auftakt mit der Qualifikantin Irina Falconi (USA) zu tun.

Tennis, Tobias Kamke: Tobias Kamke hat beim ATP-Turnier in Washington D.C. nach einem Kraftakt die zweite Runde erreicht. Zum Auftakt der mit 1,295 Millionen Dollar (ca. 975.000 Euro) dotierten Hartplatz-Veranstaltung besiegte der 27-jährige Lübecker den Litauer Ricardas Berankis nach anfänglichen Problemen 3:6, 6:3, 6:2. Kamke bekommt es in der nächsten Runde mit Ivan Dodig (Kroatien/Nr. 13) zu tun, der in der ersten Runde ein Freilos hatte. Durch ein Freilos steht auch Deutschlands Top-Spieler Tommy Haas (Los Angeles) bereits kampflos in der zweiten Runde. Der 35 Jahre alte Routinier ist in Washington an Position drei gesetzt und trifft in seinem ersten Match entweder auf Grega Zemlja (Slowenien) oder den Qualifikanten Tim Smyczek (USA).

Bundesliga, TSG Hoffenheim: Der schwer verunglückte Hoffenheimer Bundesliga-Spieler Boris Vukcevic befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung. "Ich möchte mich am liebsten bei jedem einzeln bedanken", sagte der 23-Jährige im neuen Saisonheft der Kraichgauer, es müsse sich "niemand Sorgen um ihn machen". Der U21-Nationalspieler, ein Diabetiker, hatte in Folge einer Unterzuckerung am 28. September 2012 auf der B 45 bei Bammental einen Autounfall verursacht und schwere Kopfverletzungen erlitten. Vukcevic kämpfte zeitweise um sein Leben und lag insgesamt sieben Wochen im Koma. An ein baldiges Comeback des Angreifers, der mittlerweile wieder alleine spazieren gehen kann, ist derzeit noch nicht zu denken: "Mir geht es gut, aber die Zeit ist noch nicht reif. Ich muss immer noch vieles verarbeiten", sagte Vukcevic: "Ich möchte gerne diesen Weg der kleinen Schritte weitergehen und kann nur alle bitten, das zu respektieren." Der Bundesligist hat dem 78-maligen Erstligaprofi einen Platz in seinem Kader für die kommende Saison freigehalten.

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Kevin Volland hat seinen Vertrag in Hoffenheim vorzeitig bis 2017 verlängert. Der 20 Jahre alte Offensivspieler hatte in der abgelaufenen Saison sechs Treffer erzielt und zwölf weitere Tore vorbereitet. Volland steht bei den Hoffenheimern seit 2011 unter Vertrag, wechselte aber nach einer zwischenzeitlichen Ausleihe an den Zweitligist 1860 München erst im Sommer 2012 in den Kraichgau.

Formel 1, Ferrari: Das Formel-1-Team Ferrari verstärkt seine Führungscrew. Der frühere Technikchef von Lotus, James Allison, tritt zum 1. September seine neue Stelle bei der Scuderia an. Dies teilte der italienische Traditionsrennstall am Montag mit. Allison soll bei Ferrari künftig als Technikdirektor die Entwicklung des Chassis vorantreiben. Bislang war Pat Fry alleiniger Technikdirektor. Dieser übernimmt nun den neu geschaffenen Posten des Chefingenieurs. Allison hatte Anfang Mai seinen Abschied vom Formel-1-Team Lotus um den WM-Zweiten Kimi Räikkönen verkündet. Der Brite soll bei mehreren Rivalen auf der Wunschliste gestanden haben. Allisons Nachfolger bei Lotus wurde Nick Chester.

Boxen: Der russische Schwergewichts-Profi Denis Boizow boxt künftig für den Berliner Sauerland-Stall. Der 27-jährige Russe hat einen Vertrag bis Ende 2015 unterschrieben, teilte das größte deutsche Box-Unternehmen am Montag mit. Boizow stand zuletzt bei der insolventen Hamburger Universum-Promotion unter Vertrag. Der frühere Interkontinentalmeister hat jeden seiner 33 Profikämpfe gewonnen, davon 26 durch K.o. Die WBO führt Boizow in ihrer Rangliste an Nummer eins hinter Weltmeister Wladimir Klitschko. "Veranstalter auf der ganzen Welt hatten Interesse, ihn zu verpflichten", sagte Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer. Trainiert wird Boizow von Karsten Röwer, der auch den Schweriner Halbschwergewichts-Europameister Jürgen Brähmer betreut. "Damit die Wege zum Training nicht so weit sind, ziehe ich von Hamburg nach Berlin um", sagte Boizow, der "so schnell wie möglich Weltmeister im Schwergewicht werden" will. Seinen ersten Kampf für Sauerland wird er im Herbst bestreiten.

Schwimm-WM, Wasserball: Die deutschen Wasserballer haben beim WM-Debüt des neuen Bundestrainers Nebojsa Novoselac das Viertelfinale verpasst. Die stark verjüngte Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) unterlag im Achtelfinale in Barcelona gegen Australien mit 4:8 (0:2, 2:2, 0:1, 2:3). Der Nachfolger des langjährigen Chefcoaches Hagen Stamm verfehlte damit bei seinem ersten großen Turnier das vorgegebene Ziel. Zuletzt hatte das DSV-Team 2005 bei einer WM die Runde der letzten Acht nicht erreicht. "Wir haben unsere Chance nicht genutzt", sagte Novoselac und analysierte: "Australien hat mehr Spieler auf dem gleichen Niveau. Bei uns sind die Leistungsunterschiede zu groß." Im 1992er Olympiabecken Bernat Picornell erzielten Heiko Nossek (2), Maurice Jüngling (1) und Julian Real (1) vor den Augen von Ex-Bundestrainer Stamm die Tore für den EM-Fünften, der die Vorrundengruppe D als Zweiter abgeschlossen hatte. Während das Novoselac-Team bereits nach vier WM-Spielen abreisen muss, trifft Australien am Dienstag im Viertelfinale auf Olympiasieger Kroatien. Novoselac gab im Tor dem erfahreneren Roger Kong (Hannover) den Vorzug vor dem Duisburger Moritz Schenkel. Der 28-Jährige ließ gleich die ersten beiden Bälle aufs Tor passieren, schnell lag die DSV-Sieben mit 0:2 zurück. Im Angriff gelang zunächst gar nichts, erst nach neun Minuten erzielte Nossek den ersten Treffer. Zur zweiten Halbzeit wechselte Novoselac Schenkel ein. Das Problem war jedoch weiter die Offensive. Auch ihre Überzahlsituationen nutzten die deutsche Mannschaft nicht konsequent.