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Bahrain:Experten warnen vor einer fragwürdigen Strategie

Experten wie Andreas Schüller vom Europäischen Zentrum für Menschenrechte in Berlin (ECCHR) sehen darin vor allem den Versuch, ein schwer besudeltes Image reinzuwaschen. Bahrain wolle "international glänzen", sich als künftiger Handelsplatz positionieren für eine Zeit, wenn die Ölreserven ausgehen. Dazu habe das Land seit 2013 auch britische PR-Firmen angeheuert. "Wir sehen in vielen Bereichen, dass der Sport vermehrt genutzt wird, um Staaten gut aussehen zu lassen", sagt Schüller. Länder wie Katar oder den Autokratien in Eurasien also, die ebenfalls ein karges Image mit großem Reichtum verbinden.

Nach den Unruhen vor sechs Jahren sicherte das ECCHR schriftliche Aussagen von zwei Verhafteten; sie behaupten, Nasser habe sie geschlagen. Das ECCHR leitete das Dossier nach England weiter, wo Nasser gerne Geschäfte schmiedet. Die britische Staatsanwaltschaft sagte, sie ermittele nur, wenn sie die Zeugen persönlich vernehmen kann. Konnte sie aber nicht, die Verhafteten sitzen bis heute ja im Gefängnis, verurteilt unter dem "Terrorismusstrafgesetz", sagt Schüller. Ein politisch motiviertes Manöver, vermutet er. Ein Gericht habe immerhin Nassers Immunität aufgehoben; gegen ihn kann nun in vielen Ländern ermittelt werden. Theoretisch zumindest.

Und der Sport? Menschenrechtsexperten wiesen den Radsport-Weltverband UCI wiederholt auf Bahrains Vergehen hin; das verletzte den Ethikcode der UCI, der jede Form von Diskriminierung verbietet. Aber wenn ein finanzstarkes Team in den Markt drängt, scheint der Weltverband da nicht ganz so kleinlich zu sein. Auf Nachfrage wollte sich die UCI nicht äußern. Bahrain-Merida reagierte auf Anfrage zunächst gar nicht. Die Triathleten sind schon offener, der Deutsche Sebastian Kienle zog sich vor einem Jahr aus Nassers Team zurück. "Ich möchte wegen des Geldes kein schlechtes Gewissen haben", sagte er. Jan Frodeno, Kienles Landsmann und Langdistanz-Weltmeister 2015 und '16, blieb an Bord. Er teile die Vision des Prinzen, wohlhabende Landsleute, auch Frauen und Kinder, durch den Sport zu einem aktiveren Lebensstil zu animieren, richtet Frodeno aus. Er glaube auch, dass sich die Dinge zum Besseren änderten, wenn man nicht wegschaue.

Das ist nachvollziehbar, aber jüngste Berichte zeichnen noch ein anderes Bild. "Die Menschenrechtslage in dem Land hat sich seit einem Jahr massiv verschlechtert", schrieben die Vereinten Nationen zuletzt, mit Blick auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Ach ja, Prinz Nasser? Der will im Oktober bei der Langstrecken-WM auf Hawaii starten.

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