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Radsport:Mit missionarischem Eifer

Lance Armstrong ist auf die Radsport-Bühne zurückgekehrt. In Australien warb er für sich und seine Stiftung - und stichelte gegen deutsche Medien.

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Der Herr vorne im Bild hat den Krebs besiegt und sieben Mal den wichtigsten Wettbewerb seiner Sportart gewonnen. Das wäre aller Ehren wert, doch bei dem Sport handelt es sich um den dopingverseuchten Radsport. Und bei dem Wettbewerb um die Tour de France, von der Kritiker behaupten, sie sei über Jahre eher eine Leistungsschau der Pharmaindustrie denn ein Radrennen gewesen.

Der Herr vorne im Bild heißt Lance Armstrong, er ist 2005 als einer der erfolgreichsten Radrennfahrer aller Zeiten zurückgetreten. In dieser Szene aus dem Jahr 2004 blickt er auf Jan Ullrich zurück, von dem ein deutscher Staatsanwalt gesagt hat, er habe zweifelsfrei gedopt. Auch bei Armstrong gibt es starke Verdachtsmomente. 2009 wird der Amerikaner wieder bei der Tour de France antreten. In Australien gab es am Wochenende einen ersten Eindruck davon, was seine Rückkehr für den Radsport bedeutet.

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Nach seinem Karriereende hat Armstrong das gelbe Trikot gegen einen Anzug getauscht. Er sieht jetzt aus wie ein Politiker, und in Amerika traut man ihm zu, tatsächlich einmal in die Politik zu gehen, denn Armstrong ist ein Mann mit missionarischem Eifer. Er kämpft immer noch gegen den Krebs, nicht mehr gegen den eigenen, sondern gegen die Krankheit an sich. "Livestrong" heißt seine Stiftung, die krebskranke Menschen unterstützen möchte. In Australien besuchte er Patienten im Krankenhaus, um für Livestrong zu werben.

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Armstrong möchte den australischen Krebspatienten ein Vorbild sein, er hat den Hodenkrebs besiegt und wurde ein Sport-Star. "Awe-inspiring" sei das, ehrfurchtgebietend, heißt es auf seiner Homepage. "Verdächtig" ist das Wort, dass Kritikern einfällt, wenn sie an Armstrongs Radsporterfolge denken.

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Aus dem Jahr 1999 sind sechs Urinproben Armstrongs dokumentiert, die Spuren des Dopingmittels Epo enthielten. Diese wurden allerdings erst Jahre später von der französischen Zeitung L'Équipe enthüllt und blieben für Armstrong ohne Folgen. "Ich habe nie leistungssteigernde Mittel genommen", betont der Amerikaner. Der Radsport-Weltverband UCI glaubt ihm.

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Armstrongs erstes Rennen löste im australischen Adelaide einen gehörigen Medienrummel aus. Der Wettbewerb ist eine Art Vorlauf zur Tour Down Under und sportlich kaum ernst zu nehmen, doch die Radsportwelt scheint sich seit Armstrongs Rücktritt nicht geändert zu haben: Wenn der Held ins Licht tritt, sind die Kameras zur Stelle. Da können die Zweifel noch so groß sein.

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Armstrong fährt für das kasachische Team Astana, zu dessen Kader auch der Spanier Alberto Contador gehört, ein aktenkundiger Klient des Blutdoping-Doktors Fuentes. Kritischen Geistern dreht sich bei derartigen Konstellationen der Magen um. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland möchte die Tour de France 2009 nicht übertragen. Armstrongs Meinung dazu: "Ich finde es interessant, dass es einige Länder gibt, die gegen mein Comeback sind." Er sei kein Deutscher und habe auch nicht vor, nach Deutschland zu reisen.

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Mit dem Sieg beim Einstimmungsrennen auf die Tour Down Under hatte der umstrittene Rückkehrer nichts zu tun. Es triumphierte der Sprinter Robbie McEwen, ein Australier. Armstrong fuhr als 64. durchs Ziel. "Es hat Spaß gemacht", sagte er anschließend und entschuldigte sich dafür, dass die Ergebnisse seines privaten Antidopingprogramms noch nicht veröffentlicht werden: Es gebe Probleme bei der Erstellung der Internet-Homepage, hieß es.

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Der Texaner hatte angekündigt, sich von dem Mediziner Don Catlin regelmäßig untersuchen und die Ergebnisse ins Internet stellen zu lassen. Catlins Aufsicht begann allerdings offenbar erst in Australien, was sie im Hinblick auf die Tour Down Under reichlich entwertet. "Wir sind in Vorbereitungen", sagte Armstrong. "Aber es ist alles sehr kompliziert, weil viele Leute involviert sind."

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