Süddeutsche Zeitung

Polen-Rundfahrt:Zustand von Radprofi Jakobsen "ernst, aber stabil"

Der Niederländer Fabio Jakobsen war nach einem Gerangel im Zielsprint gegen eine Absperrung gekracht - er befindet sich nach dem Unfall im künstlichen Koma.

Der Zustand des bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzten niederländischen Radprofis Fabio Jakobsen ist "ernst, aber stabil". Das teilten sein Team Deceuninck-Quick Step und die behandelnden Ärzte mit. Untersuchungen hätten keine Verletzungen des Gehirns oder der Wirbelsäule ergeben, aufgrund seiner weiteren schwerwiegenden Verletzungen bleibe er zunächst aber im künstlichen Koma.

Jakobsen wurde über Nacht fünf Stunden lang in einem Krankenhaus in Sosnowiec am Kopf operiert und befindet sich weiterhin auf der Intensivstation. "Ein CT-Scan wurde durchgeführt, das Gehirn scheint nicht beschädigt worden zu sein", teilte Pawel Gruenpeter, stellvertretender Direktor des Krankenhauses, mit.

Weiter hieß es, dass die Hauptverletzungen im Gesicht liegen würden, die Augen seien aber glücklicherweise nicht betroffen. "Heute werden wir versuchen, ihn aus dem Koma zu holen", kündigte Gruenpeter an. Am Donnerstagmorgen erklärte Rennveranstalter Czeslaw Lang, er sei "etwas erleichtert", nachdem er mit den Medizinern gesprochen habe. "Nachdem wir den Unfall gesehen hatten, haben wir zunächst das Schlimmste befürchtet. Aber jetzt wissen wir, dass seine Situation ernst, aber stabil ist", sagte Lang.

Im Sprint um den Sieg hatte der Niederländer Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) seinen Landsmann kurz vor der Ziellinie bei höchstem Tempo abgeräumt. Jakobsen wurde bei 80 km/h in die Absperrgitter gedrückt. "Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen", twitterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere.

Der 23-Jährige wurde ohne Bewusstsein ins Krankenhaus geflogen und dort operiert. Dort stellten die Ärzte Lebensgefahr fest. "Es ist ernst, sein Leben ist direkt bedroht. Er hat eine enorme Menge Blut verloren und erhebliche Verletzungen erlitten", sagte Rennärztin Barbara Jerschina bei Polsat Sport am Mittwochabend.

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