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Radsport:Die Tour als Trost

Nach seinem Sturz beim Giro d'Italia startet der deutsche Profi Emanuel Buchmann nun doch bei der Frankreich-Rundfahrt. Der 28-Jährige soll beim Rennstall Bora-Hansgrohe als Helfer für Kapitän Wilco Kelderman fungieren.

Deutschlands Radsport-Hoffnung Emanuel Buchmann nimmt nach seinem Sturz beim Giro d'Italia nun doch an der kommenden Tour de France teil. Das gab sein Rennstall Bora-Hansgrohe am Donnerstag bekannt. Dabei soll der 28-Jährige, der 2019 auf Gesamtrang vier des wichtigsten Radrennens der Welt landete, nicht als Kapitän, sondern als Helfer für Kapitän Wilco Kelderman fungieren. "Ich möchte die Tour ohne Druck von Tag zu Tag nehmen, meine Chancen nutzen und offensiv fahren, wenn es möglich ist", sagte Buchmann. "Das heißt nicht, dass ich die Gesamtwertung von vornherein abschreibe, aber wir haben mit Wilco einen Leader, der sich optimal vorbereiten konnte." Die Tour beginnt am 26. Juni in Brest und endet am 18. Juli in Paris.

Beim Giro befand sich Buchmann bis zu seinem Sturz und dem folgenden Ausstieg auf Rang sechs im Klassement, in den Bergen hatte er sich angriffslustig gezeigt. "Ich war wirklich in guter Form und bin überzeugt, dass ich dort hätte ganz vorne mitfahren können", sagte Buchmann. Bei den Bergprüfungen der kommenden Tour könnte Buchmann nun nicht nur seinem niederländischen Kollegen Kelderman zur Seite stehen, sondern auch Jagd auf Tagessiege bei den anspruchsvollen Etappen machen. "Emu wird seine Freiheiten bekommen, aber man muss auch realistisch sein: Die Strecke der Tour ist nicht ideal für ihn", sagte Teammanager Ralph Denk. Wegen der vielen Zeitfahrkilometer in Frankreich hatte das Team Buchmann deshalb überhaupt erst den Giro fahren lassen.

Schon 2020 war der beste deutsche Rundfahrer von einem Sturz gestoppt worden, damals unmittelbar vor der Tour, die er dann nicht im Vollbesitz seiner Kräfte bestreiten konnte. "Emu hat zum zweiten Mal in Folge einen Höhepunkt, auf den er monatelang hingearbeitet hat, in den Wind schreiben müssen. Das ist extrem hart und ich habe wirklich Respekt davor, wie Emu mit der Situation umgegangen ist und dass er nun versucht, bei der Tour wieder anzugreifen", sagte Denk.

© SZ vom 11.06.2021 / dpa
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