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Radsport:Armstrong verteidigt Jan Ullrich

Tour de France Armstrong und Ullrich

2005 noch Rivalen: Lance Armstrong (links) neben Jan Ullrich.

(Foto: dpa/dpaweb)

Der US-Amerikaner kritisiert die Entscheidung, Ullrich nicht zum Tour-Start einzuladen. Den deutschen Tennisprofis drohen schwere Auftaktlose in Wimbledon.

Radsport, Doping: Auf dem Rad Rivalen, in der Opferrolle nun Verbündete?Deutschlands einziger Tour-Sieger Jan Ullrich hat sich öffentlich über den Liebesentzug in seiner Heimat beklagt, Lance Armstrong sprang seinem einstigen Rivalen prompt bei. Mit derben Worten kritisierte der wohl größte Betrüger der Sportgeschichte vor allem den Tour-Veranstalter ASO, Ullrich angesichts der Starts der Frankreich-Rundfahrt in Düsseldorf links liegen zu lassen."Für Jalabert, Virenque, Hinault und viele andere wird der rote Teppich ausgerollt und Jan nicht einladen? Pfft!", polterte der siebenmalige "Nichtmehr-Toursieger" via Twitter und schloss texanisch-derb: "Fuck ASO!"

Jahrhundert-Doper Armstrong selbst ist im Radsport eine Persona non grata. Als er 2015 im Dunstkreis der Tour de France im Rahmen einer Charity-Aktion einige Bergpässe abfuhr, war die Empörung riesig - das Medieninteresse allerdings ebenso. In Sachen Außenwirkung ist Armstrong noch ein ganz anderes Kaliber als Ullrich. Dennoch fühlt sich der einstige deutsche Tour-Held zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Die Deutschen schauen am liebsten zurück. Ich bin seit mehr als zehn Jahren raus, und immer noch wird bei mir über Doping geredet", sagte Ullrich in einem Bild-Interview, in dem er auch Verbandspräsident Rudolf Scharping attackierte.Er habe Fehler gemacht, er habe seine Strafe bekommen, dafür gebüßt, sagte Ullrich: "Jeder hat doch auch eine zweite Chance verdient."

Radsport Armstrongs gedopte Rivalen Bilder
Betrug bei der Tour de France 1999 bis 2005

Armstrongs gedopte Rivalen

Der Betrüger ist überführt: Lance Armstrong muss auf seine sieben Titel bei der Tour de France von 1999 bis 2005 verzichten. Zu einer Neuverteilung der Erfolge kommt es nicht - wohl aus gutem Grund: Schließlich ist keiner der einstigen Armstrong-Rivalen sauber geblieben. Ein Überblick über die Radprofis auf dem Tour-Podium an der Seite des Amerikaners - und deren Doping-Vergangenheit.

Der 43-Jährige war 2006 kurz vor dem Start der Tour de France wegen seiner Verwicklung in die weitreichende Fuentes-Affäre suspendiert worden, im Februar 2007 beendete er dann seine Karriere. Zum Start der 104. Tour de France in Düsseldorf am Samstag wird Ullrich, der inzwischen auf Mallorca lebt, nicht erscheinen. Stattdessen tritt er am Rande der zweiten Etappe in Korschenbroich auf. Der Veranstalter ASO hatte Ullrich nicht zum Grand Départ eingeladen, auch die Stadt Düsseldorf verzichtete. Kritisiert wird an Ullrich vor allem die von ihm selbst bis heute nur unzureichend aufgearbeitete Vergangenheit. An dieser Einstellung wird sich offenbar auch nichts ändern: "Ich rede nicht mehr über Doping. Ich schaue nach vorne."

Radsport, Doping: Der US-Radrennstall Trek-Segafredo um den deutschen Klassiker-Spezialisten John Degenkolb (Gera) wird kurz vor dem Start der 104. Tour de France am Samstag in Düsseldorf von einem positiven Dopingtest erschüttert. Beim portugiesischen Radprofi André Cardoso (32) wurde am 18. Juni das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen. Er wurde umgehend suspendiert, wie der Rennstall am Dienstag vermeldete. Cardoso gehörte ursprünglich zum neunköpfigen Tour-Aufgebot des Teams um den zweimaligen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador (Spanien) und Degenkolb. Für ihn wird nun der 40 Jahre alte Baske Haimar Zubeldia seine 16. Tour bestreiten. "Wir haben für unsere Fahrer und Begleiter die höchsten ethischen Standards und werden nach Erhalt weiterer Details handeln", heißt es in der Mitteilung des Teams.

Tennis, Wimbledon: Den deutschen Tennisprofis drohen in Wimbledon schwere Auftaktlose. Nur die Weltranglisten-Erste Angelique Kerber und die Zverev-Brüder Alexander und Mischa sind beim dritten Grand-Slam-Turnier der Saison gesetzt. Die 28 Jahre alte Vorjahresfinalistin aus Kiel führt entsprechend des WTA-Rankings die am Mittwoch veröffentlichte Setzliste vor der Rumänin Simona Halep und der Tschechin Karolina Pliskova an. Die schwangere Titelverteidigerin Serena Williams aus den USA ist in diesem Jahr bei dem Rasen-Klassiker in London nicht am Start. Das Turnier in Wimbledon beginnt am kommenden Montag. Der Hamburger Alexander Zverev wurde an Rang zehn eingestuft, zwei Plätze besser als seine Weltranglistenposition. Mischa Zverev wird an Platz 28 geführt. Top-gesetzt ist Vorjahressieger Andy Murray, gefolgt von Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal.Bei den Herren werden in Wimbledon - abgesehen vom ATP-Ranking - auch Ergebnisse bei Rasenturnieren der jüngeren Vergangenheit in die Einstufung einbezogen. Daher rückte Alexander Zverev als Ranglisten-Zwölfter an Position zehn vor. Der siebenmalige Wimbledon-Champion Federer ist Fünfter und an drei gesetzt.

Basketball, NBA: Russell Westbrook von den Oklahoma City Thunder ist zum wertvollsten Spieler (MVP) der vergangenen Saison gewählt worden. Der 28-Jährige setzte sich in der Wahl gegen James Harden (Houston Rockets) und Kawhi Leonard (San Antonio Spurs) durch. "Jeder in Oklahoma City hat mir geholfen, um jeden Abend mein Bestes zu geben", sagte Westbrook: "Ich kann nicht jeden erwähnen, aber ich bedanke mich bei jedem, der mir geholfen hat, dies möglich zu machen." Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dirk Nowitzki, der deutsche Rekordmann erhielt die Trophäe des besten Mitspielers. Die individuellen Auszeichnungen wurden erstmals im Rahmen der NBA-Awards in New York vergeben. Nowitzki war dabei nicht nur Preisträger, sondern auch als Laudator im Einsatz. Er überreichte dem Griechen Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks) die Trophäe für den Spieler mit der größten Leistungssteigerung (MIP).Westbrook hatte in der vergangenen Saison den 55 Jahre alten Triple-Double-Rekord von Basketball-Legende Oscar Robertson geknackt. Das frühe Aus in der ersten Play-off-Runde konnte aber auch er nicht verhindern.

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