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Racing Club in Argentinien:Mourinho schwärmt von Marcelo Díaz

Díaz war in Mexiko tätig, als sich bei Racing der Mittelfeldlenker Mauricio Martínez verletzte. Den Argentiniern war Díaz zwar wegen der Copa-América-Siege mit der chilenischen Nationalelf geläufig, einen richtigen Begriff hatte er aber nicht. Er debütierte und spielte gut, dann beging Trainer Eduardo Coudet den Fehler, den Chilenen im Copa-Libertadores-Duell gegen River Plate auf der Bank zu lassen. Die Folge: Racing ging unter. Danach war Díaz gesetzt, wurde zum "fundamentalen Spieler", wie es Startrainer José Mourinho aus der Ferne diagnostizierte: "Er spielt in Pantoffeln", lobte der Portugiese. Mit dem Pantoffelhelden wurde Racing Tabellenführer und gab die Spitze 200 Tage lang nicht mehr ab.

Am Sonntag reichte ein 1:1-Remis bei Tigres, zu dem Augusto Solari den Racing-Treffer beisteuerte, um vor dem abschließendem Saisonspiel gegen CSD Defensa y Justicia schon den Titel zu feiern. Sie müssen also nicht mehr bis zuletzt zittern, was eigentlich nicht zu Racings Geschichte passt. Der Klub hat mehr Leid als Schalke 04 oder Atlético Madrid erlebt. In Argentinien wird er auch La Academia genannt, aus der Zeit, als man als vermeintlich erster Klub der Welt sieben Meistertitel aneinanderreihen konnte (1913 bis 1919), bis 1966 folgten acht weitere Titel, dann bis 2001 kein einziger mehr.

Lange wurde das darauf zurückgeführt, dass Fans des Nachbarn und Erzrivalen Independiente de Avellaneda sieben Katzen im Rasen verbuddelt haben sollen; gegen diese vermeintliche Verwünschung wurden zwar sieben Frösche als Gegengift vergraben, was aber zunächst nichts half. Die Tradition der Skurrilitäten wird übrigens beibehalten: Ein Reporter des TV-Senders Sports machte bei den Siegesfeiern am Obelisken in Buenos Aires einen Fan namens Gabriel Aranda aus, der einen Totenschädel in der Hand hielt.

"Das ist mein Opa Valentín", erklärte Aranda dem verblüfften Fernsehmann, er habe ihn aus der Nische geholt und immer ins Stadion mitgenommen, auf dass der Großvater nichts verpasse. "Das war unser Glücksbringer", sagte Aranda, und gab sich gewiss, dass ihm sein Opa das nicht nachtragen würde: "Er wäre stolz auf mich" - und wohl auch auf seine Mannschaft. Wie Gardel.

© SZ vom 03.04.2019/tbr
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