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Public Viewing in Nigeria:Leiden in Abuja

Reis mit roter Soße und ein Tor von Simone Laudehr: 60 Prozent der Nigerianer leben ohne Elektrizität, über eine Solaranlage konnten in der Hauptstadt 100 Zuschauer die WM auf Leinwand erleben.

Bilder aus Nigeria

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Frauen WM Public Viewing Nigeria

Quelle: © Nathalie Bertrams / World Future Council

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100 Zuschauer, Reis mit roter Soße und ein Tor von Simone Laudehr: Anders als in anderen Teilnehmerländern ist das Interesse am Frauenfußball in Nigeria sehr groß, es gibt sogar Public Viewing. In Bildern.

Nigeria im Fußballfieber - aber nicht wegen der Super Eagles, der Nationalelf der Männer. Sondern wegen der Super Falcons, der Frauenelf. Rund 100 Zuschauer verfolgten vor der Leinwand in Abuja das Gruppenspiel zwischen der nigerianischen Elf und Deutschland. Die Stiftung World Future Council hatte eine Solaranlage aufgebaut, um das Spiel übertragen zu können. Das sogenannte Solar Public Viewing gab es anlässlich einer Konferenz, die die Hamburger Stiftung mit Vertretern aus 16 afrikanischen Ländern abhielt mit der Kernfrage: "Wie kann den Menschen in Afrika Zugang zu dezentral erzeugter, regenerativer Energie ermöglicht werden?"

Frauen WM Public Viewing Nigeria

Quelle: © Nathalie Bertrams / World Future Council

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Nigeria verlor die Partie zwar knapp, dennoch war die Stimmung in Abuja bestens. Vor dem Spiel gab es für die Zuschauer das Nationalgericht Nigerias: Jollof Rice, Reis mit roter Soße. Dazu alkoholfreie Getränke, denn Alkohol wird im muslimischen Norden Nigerias - die Hauptstadt Abuja liegt fast genau im Zentrum des Landes und grenzt unmittelbar an zwei Bundesstaaten mit islamischem Scharia-Recht - so gut wie gar nicht getrunken. Aber auch viele gläubige Christen in Nigeria trinken keinen Alkohol.

Frauen WM Public Viewing Nigeria

Quelle: © Nathalie Bertrams / World Future Council

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Verzweiflung gab es bei vergebenen Torchancen oder dem Gegentreffer durch Simone Laudehr. "Es war ein gutes Spiel, aber wir hätten unsere Chancen besser nutzen sollen", sagte die 19-jährige Hannah, Stürmerin beim FC Alpha United Abuja. Fußball gilt in Nigeria auch bei Frauen als eine der wenigen Möglichkeiten, der Armut zu entfliehen - alle haben das Ziel, einmal in der Nationalelf zu kicken.

Frauen WM Public Viewing Nigeria

Quelle: © Nathalie Bertrams / World Future Council

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Anders als in anderen Teilnehmerländern ist das Interesse am Frauenfußball in Nigeria sehr groß, die Nationalelf gilt als die stärkste Afrikas. Zum Spiel gegen Deutschland kamen auch die Spielerinnen des FC Alpha United Abuja, die in der Woche zuvor beim Nationalen Sportfest Nigerias ihr erstes Spiel mit 3:0 gewonnen hatten.

Frauen WM Public Viewing Nigeria

Quelle: © Nathalie Bertrams / World Future Council

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Das World Future Council wollte mit dem Bereitstellen der Anlage auf die Konferenz zum Themenbreich "Chancen für Frauen durch Erneuerbare Energien in Afrika" aufmerksam machen. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Nigeria haben keinen Zugang zu Elektrizität. Mit der Konferenz sollte ein Schritt gemacht werden, das künftig zu ändern.

© sueddeutsche.de/jüsc
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