Pierre-Emile Hojbjerg:In Southampton profitiert er von Ralph Hasenhüttl

Zum Spielführer wurde er, als sich Amtsvorgänger Ryan Bertrand im November 2018 verletzte. Später wechselte Trainer Hasenhüttl nicht mehr. Stolz erklärt Hojbjerg: "Es ist die größte Anerkennung in meiner Karriere, Kapitän zu sein. Die Verantwortung lässt mich als Mensch und Spieler wachsen." Es gehe um Charakter und Persönlichkeit, "darum, das Herz auf den Platz zu bringen". Dabei klingt er authentisch, selbstbewusst - ein typischer Däne wohl. Und Hasenhüttl ist jetzt der erste Österreicher, der eine Elf in der Premier League zum Klassenverbleib coachte - kein Wunder: Er ist der erste österreichische Trainer überhaupt in dieser Liga.

Der 51 Jahre alte Hasenhüttl, einst Trainer bei RB Leipzig (2016 bis 2018) und seit Dezember in Southampton auf der Bank, schwärmte im Interview mit dem Southern Daily Echo: "Pierre ist einer der Typen, um die du ein Team aufbauen kannst. Er ist professionell, arbeitet hart und ist einer unserer Schlüsselspieler." Am Tag nach seiner Ankunft in der Hafenstadt, aus der einst die Titanic zur letzten Reise aufbrach, führte Hasenhüttl einen Tag lang Einzelgespräche mit den Spielern. Seitdem ist Hojbjerg begeistert: "Ich sagte zu meiner Freundin: Das ist ein Trainer, der so denkt wie ich. Er ist ambitioniert, motiviert und legt viel Wert auf tägliche Arbeit. Es war eine große Befreiung für mich."

Noch einmal die Champions League erleben

Nachdem Hasenhüttl die Saints von Mark Hughes übernahm, holten sie 25 Punkte aus 20 Spielen (zuvor acht aus 15), sind vom Abstiegsrang 18 zwei Plätze nach oben geklettert und spielen attraktiveren Fußball. "Unser Coach hat die Dynamik im Team geändert, das war natürlich ein riesiger Boost." Die Schubkraft half, am drittletzten Spieltag wurde der Klassenverbleib besiegelt - ein 3:3 im Südküstenderby gegen den FC Bournemouth genügte.

Hojbjerg kam in 29 der bislang 36 Saisonspiele zum Einsatz, erzielte vier Tore, gab vier Torvorlagen. Ob er seinen Dienst in Southampton fortsetzt, lässt er offen. So wohl er sich bei den Saints fühlt, so vielversprechend die Zukunft mit Hasenhüttl als Trainer erscheint - den Gewinn von Titeln wird er dort kaum realisieren können. Der Klub gehört nur noch zu zwanzig Prozent den Erben aus der Schweizer Liebherr-Dynastie, 80 Prozent wurden 2017 an die chinesische Geschäftsfamilie Gao verkauft.

Doch vor allem nährt sich der Klub von lukrativen Transfers. Hojbjerg könnte das nächste Beispiel dieser Hauspolitik sein, auch wegen seines eigenen Anspruchs: "Egal wo ich bin, ob in Southampton oder anderswo, ich muss jeden Tag spüren: Hier wird was getan, um Nummer Eins zu werden, um das Bestmögliche zu erreichen." Sein Ziel ist definiert: Er will noch einmal die Champions League erleben. 2013, als der FC Bayern im Finale gegen Dortmund siegte, war er, damals 17, ja nicht direkt dabei, nur in der Nähe.

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