Premier League:Einfach nur ein gutes Gefühl

Premier League: Endlich! Timo Werner schreit am Samstag nach seinem Treffer zum 2:1 gegen Southampton seine Erleichterung heraus.

Endlich! Timo Werner schreit am Samstag nach seinem Treffer zum 2:1 gegen Southampton seine Erleichterung heraus.

(Foto: Kirsty Wigglesworth/AP)

Timo Werners erstes Saisontor beruhigt ihn und den FC Chelsea.

Thomas Tuchel wollte der Sache noch nicht recht trauen. Sein Blick ging schon fast gewohnheitsmäßig erst einmal zum Schiedsrichtergespann. "Jedes Mal, wenn er ein Tor schießt, haben wir das Gefühl, dass es eine VAR-Entscheidung gibt, die ihm das Tor wegnimmt", sagte der Trainer des FC Chelsea, nachdem Timo Werner am Samstag in der 84. Minute der Premier-League-Partie gegen den FC Southampton zum 2:1 für die Londoner getroffen hatte. "Es gab eine Menge sehr knapper Entscheidungen", erklärte Tuchel seine Skepsis. In der Tat: Seit der deutsche Nationalspieler im Sommer 2020 von RB Leipzig nach Chelsea gewechselt ist, wurden ihm 16 (!) Treffer nach Videobeweis aberkannt. Auch am Samstag pfiff der Schiedsrichter zwei vermeintliche Chelsea-Tore zurück. Der Treffer von Werner aber zählte - es war somit sein erster offizieller in dieser Saison und gleich der entscheidende beim 3:1 (1:0) gegen das noch sieglose Team von Trainer Ralph Hasenhüttl.

Wie sehr Werner, 25, diesem Treffer entgegen gehungert hatte, zeige sich in seinem Jubel. Mit einem Schrei der Erleichterung baute sich der Stürmer vor den Rängen auf, die ihn mit Sprechchören feierten. "Die letzten Spiele waren nicht so einfach für mich, weil ich nicht regelmäßig von Beginn an gespielt habe", sagte Werner später. "Es war wichtig für alle, mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause zu gehen." Nachdem der Torjäger zuletzt beim 0:1 gegen Juventus Turin in der Champions League nicht einmal eingewechselt worden war, mehrten sich die Spekulationen um einen baldigen Abschied des Stürmers aus London. Seit der Ankunft des belgischen EM-Stars Romelu Lukaku bekommt Werner von Chelsea-Coach Thomas Tuchel deutlich weniger Einsatzzeit. Nach zwei Niederlagen in Serie zeigte er sich nun aber zur Stelle. "Wir haben dieses Spiel mit Druck auf unseren Schultern gewonnen", sagte Werner.

Trevoh Chalobah (9.) brachte die Londoner in Führung. James Ward-Prowse glich in der 61. Minute per Foulelfmeter aus, musste kurz danach aber wegen groben Foulspiels vom Platz (77.). Ben Chilwell (89.) traf nach Werners 2:1 zum Endstand.

"Wir sind froh und erleichtert, dass er getroffen hat, er, ich und der ganze Klub", sagte Thomas Tuchel nach dem Spiel, das Chelsea wegen des 2:2 im Spitzenspiel zwischen dem FC Liverpool und Manchester City am Sonntagabend die Tabellenführung eintrug. "Es war ein wichtiges Tor für uns, um den Sieg zu sichern." Gleichwohl brachte der Coach in seinem Lob für den Angreifer auch eine Botschaft an Werner unter: "Er muss weitermachen und sich in vielen Dingen verbessern." Nicht zum Einsatz kam Nationalspieler Kai Havertz, dem Tuchel ein Formtief und "ein wenig verlorenes Selbstvertrauen" attestierte, was aber kein Anlass "für große Bedenken" sei, wie Tuchel versicherte.

Cristiano Ronaldo und Manchester United versäumten es beim 1:1 (1:0) gegen den FC Everton im Stadion Old Trafford dagegen, im Titelkampf ein Zeichen zu setzen. Der Portugiese, unter der Woche in der 95. Minute Siegtorschütze in der Champions League gegen den FC Villarreal, wurde erst in der 57. Minute für den Uruguayer Edinson Cavani eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt führte United durch ein Tor von Anthony Martial 1:0 (43.), ehe Andros Townsend (65.) der schmeichelhafte Ausgleich gelang - bei seinem Jubel kopierte er frech Ronaldo.

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