Eine Ermittlung unter deutschen Fußballfans, ob Benjamin Sesko oder Benjamin Blümchen den höheren Bekanntheitsgrad genießen, können sich die Meinungsforscher sparen. Selbstredend hätte der seit zwei Jahren bei RB Leipzig tätige Sesko keine Chance gegen den sprechenden Elefanten, der schon seit 1977 kleine und große Kinder mit seinem Gebrüll („Törööö“) traktiert. Insofern erleidet die Bundesliga einen allenfalls relativen Verlust, nachdem sich der slowenische Angreifer nun Manchester United angeschlossen hat. Zumal, da es beim überregionalen Publikum hierzulande nach wie vor geringere Erregung weckt, wenn ein Profi von RB Leipzig aus der Liga verschwindet, als wenn ein halbwegs namhafter Spieler aus Dortmund oder München, Bremen oder Hamburg fortgeht. Leroy Sané (jetzt Galatasaray), Marvin Ducksch (neuerdings Birmingham City), sogar Davie Selke (Basaksehir) hatten hierzulande ihren Rang als besonders beliebte oder auch unbeliebte Personen – Sesko wird weniger vermisst werden.
MeinungSesko-Wechsel zu Man UnitedAuf diesem Transfermarkt schrumpft die Bundesliga zum Erdnussland
Kommentar von Philipp Selldorf
Lesezeit: 2 Min.

85-Millionen-Lächeln: Benjamin Sesko stellt sich im Old Trafford den Fans von Manchester United vor.
Nick Potts/AP85 Millionen für einen Leipziger Stürmer mit mäßiger Torquote? Die Preisentwicklung auf dem englischen Transfermarkt macht’s möglich – aber mit all den Bewegungen geht auch eine leise Demütigung für den deutschen Fußball einher.
