Präsidentenwahl bei 1860 München:Präsident soll kein Übervater mehr sein

Gerne hätte man Mayrhofer selbst gleich zu diesem und anderen Themen gehört, er war allerdings nicht anwesend - er soll sich an diesem Dienstag vorstellen. Bereits am Sonntagabend hatte sich der Kandidat allerdings Vertretern der Fan-Organisationen, Arge und Pro1860, präsentiert. Beide Gruppen erhielten übrigens je einen Vizepräsidenten im vorgeschlagenen Präsidium: Pro1860 den Versicherungsmakler Erik Altmann, 42, den stellvertretenden Leiter der Fußball-Abteilung, der die Vereinsstrukturen modernisieren soll. Und der Bauunternehmer Peter Helfer, 45, ist Vorsitzender eines Arge-Fanklubs in Dachau und soll sich um Mitglieder- und Fanbetreuung kümmern.

Der Verwaltungsrat machte von der Möglichkeit der neuen Satzung Gebrauch, die Zahl der Vizepräsidenten auf drei zu erhöhen; so kann auch der Steuerberater Heinz Schmidt, 52, der zuletzt mit Monatzeder durchgefallen war, erneut kandidieren. "Er hat seine sehr guten Kompetenzen als Schatzmeister in der kurzen Zeit schon gezeigt", sagte Steiner.

"Wir wollten ein Signal setzen, dass wir das Präsidentenamt nicht mehr als Übervater sehen, der alles regiert", sagte Steiner. Das war ein Gruß an Dieter Schneider, den bei vielen Anhängern beliebten früheren Präsidenten, dessen Rückkehr aufs Parkett Steiner tunlichst unterbinden will - weil Schneider als Bedingung für eine neue Kandidatur den Rücktritt von Steiner und seinen Gremiumskollegen nannte, die ihn aus dem Amt gedrängt hatten. So durfte man dann auch viel hineindeuten, wenn Steiner erzählte von Mayrhofers "Botschaft an die Arge, dass sich die Qualität der Arbeit eines Präsidenten nicht daran bemisst, wie viele Fanklubs man besucht".

Weil sich die Qualität der Arbeit eines Gremiums daran bemisst, ob von ihm vorgeschlagene Kandidaten gewählt werden, wartet Steiner nach dem Scheitern Monatzeders gespannt auf den 14. Juli. Die Zenith-Halle ist angemietet, bis zu 2000 Mitglieder werden zu der Versammlung erwartet. Bis dahin stehen noch mindestens zwei öffentliche Vorstellungstermine Mayrhofers aus. Dann darf er auch mal selber reden - bevor er die Marke 1860 poliert, muss er sich erst einmal selbst ins Licht rücken.

© SZ vom 25.06.2013/jbe
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB