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Poker um BVB-Stürmer Lewandowski:Ablöse: 25 Millionen Euro

Dortmund gehört deshalb aber nicht zu den Klubs, die astronomische Gehälter zahlen. Und darum, da ist man in Dortmund sicher, geht es sowohl Lewandowski als auch seinen Beratern. "Es sind mehrere inoffizielle Angebote von Topklubs bei uns eingegangen", hatte Barthel gegenüber englischen Medien geraunt. Auch im Frühjahr hatte Barthel betont, er wolle "nicht die heile BVB-Welt zerstören", aber es gebe Angebote für Lewandowski. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte darauf geantwortet: "Typen wie der hätten in meinem Kader sicher keinen Platz."

Barthel und Kucharski betreiben gemeinsam die Firma "Eurosportmanagement GmbH" mit Firmensitz im landschaftlich schönen Liechtenstein. Kucharski ist dabei die ungleich schillerndere Figur. Er war selbst Berufsfußballer, ohne allerdings über Adressen wie Legia Warschau und FC Aarau hinauszukommen, er nahm für Polen an der WM 2002 teil und wechselte in 17 Profi-Jahren zehn Mal den Verein. Der Fußball-Wandervogel ist zudem seit letztem Jahr Mitglied des Sejm, des polnischen Parlaments. Im Portfolio der beiden Berater findet sich, nach Lewandowski, als bekanntester Name Dimitar Rangelow, sonst aber ein paar Viert- und Fünftligaspieler von Klubs wie dem SV Meppen.

Weder in Deutschland noch in Polen gelten beide bei Spielern offenbar als sonderlich vielversprechend bei der Karriereplanung. Lewandowski, den Kucharski in der zweiten Mannschaft von Legia Warschau kennenlernte, ist der einzige Joker der Firma. Wenn Lewandowski wechselt, verdienen seine Berater am schnellsten. Bisher wurde er dreimal erfolgreich transferiert, zuletzt im Sommer 2010 für 4,75 Millionen Euro von Lech Posen zum BVB.

In Dortmund geht allerdings niemand davon aus, dass Kucharski und Barthel ihren Klienten fremdsteuern oder manipulieren, sondern dass weitgehend Einigkeit unter den Dreien herrscht, wobei der Spieler, mit Rücksicht auf die Fans, stets den Part des Guten einnimmt und seine Berater den der Bad Guys übernehmen. In Dortmund könnte sich der polnische Nationalspieler wohl in die Gehaltskategorie von Schlüsselfiguren wie Götze, Reus und Hummels verbessern. Die Ausgangslage ist deshalb klar: Wenn Lewandowski mehr verdienen kann als bei Borussia Dortmund machbar, wird er gehen. Nur scheint noch kein zahlungskräftiger Kunde an der Angel zu sein, seit die ManU-Chance verstrichen ist.

Die Ablöse für Lewandowski, der in Dortmund Lucas Barrios erst im vergangenen Jahr verdrängte, als der Argentinier lange verletzt war, wird auf rund 25 Millionen Euro taxiert, würde er im Sommer 2013 wechseln wollen. Ohne Scheichs oder Oligarchen im Rücken wäre dies eine sehr hohe Hürde für interessierte Käufer. Verlieren kann Lewandowski bei der Öffentlichkeitsarbeit seiner Berater jedoch wenig: Im schlimmsten Fall bliebe ihm noch das Angebot Dortmunds, das bei geschätzten vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr liegen dürfte.

Es sei denn, Dortmund würde bei seiner Suche nach einem Nachfolger schneller fündig als gedacht. Dann könnte Lewandowski gar als Verlierer dastehen, wenn Dortmund sein Vertragsangebot zurückzöge. Lucas Barrios, vor vier Monaten nach China gewechselt und dort schwer gefrustet, hat sich schon selbst angeboten: Er würde gerne der Nachfolger seines Nachfolgers werden.