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Pokal-Erfolg des BVB:Immobile erstickt Dresdner Hoffnungen

Umarmung für den Mann des Abends: Ciro Immobile traf in Dresden doppelt.

(Foto: AP)
  • Der BVB muss beim 2:0-Pokalerfolg in Dresden kämpfen, um die nächste Runde zu erreichen.
  • Ciro Immobile trifft zwei Mal, Dynamo müht sich ohne Erfolg.
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Ciro Immobile drückte den Ball über die Linie. Er bog nach rechts ab, trottete an der Torauslinie entlang. Er würde doch nicht. . .? Nein, Immobile hatte keine Choreografie für seinen ersten Treffer am Dienstagabend vorbereitet, dem er später einen zweiten folgen ließ - anders als sein Kollege Pierre-Emerick Aubameyang, der für seinen Torjubel im Revierderby am Samstag ein halbes Faschingskostüm hinter dem gegnerischen Tor deponiert hatte.

Immobile ließ sich ganz schlicht von ein paar Dortmunder Anhängern am Zaun hochleben. Er wirkte schon jetzt, nach 50 Minuten, erleichtert, geschlaucht von diesem 2:0 (0:0), mit dem sich Borussia Dortmund bei Drittligist Dynamo Dresden ins Viertelfinale des DFB-Pokals arbeitete. Es hatte nämlich lange danach ausgesehen, als würde es ein ungemütlicher Pokalabend werden für den Bundesligisten.

Die Partie war im Vorfeld von der üblichen Folklore begleitet worden, die aufkommt, wenn ein Bundesligist im Pokal beim Drittligisten vorstellig wird. Dresdens Sportdirektor Ralf Minge hatte berichtet, er hätte die 30 000 verfügbaren Billetts in seinem Bekanntenkreis absetzen können. Fortan konzentrierte sich die Vorberichterstattung vor allem auf Minges außergewöhnliches soziales Umfeld, wobei fast in Vergessenheit geriet, dass der Drittligist im Pokal immerhin die Revierklubs Schalke 04 und VfL Bochum aus dem Wettbewerb verabschiedet hatte.

Die Dortmunder mussten derweil vor allem ein Probleme lösen: Welcher Superheld springt für Aubameyang ein, der sich mit Rückenleiden abgemeldet hatten? Trainer Jürgen Klopp beorderte neben Mitch Langerak, Jakub Blaszczykowski, Sebastian Kehl (für den verletzten Nuri Sahin) auch Ciro Immobile in die Startformation, letzteren als Vertreter für Aubameyang. Immobile hegt unbestätigten Gerüchten zufolge keine Affinitäten für Hollywood-Helden, Klopp war allerdings eher an einem konzentrierten Vortrag seiner Mannschaft interessiert: "Über eine Pokal-Sensation", sagte der Trainer, "entscheidet der Favorit."

Der Favorit kreiselte dann erst einmal 20 Minuten lang durch die Dresdener Hälfte. Zunächst ohne Wirkung. Dynamo würgte die Dortmunder Vorstöße ab, was vor allem der Tatsache geschuldet war, dass der BVB sich auf dem holprigen Dresdener Rasen meist selbst abwürgte, per Fehlpass. "Ich finde, das geht nicht", echauffierte sich Klopp nach dem Spiel, "das ist wirklich ein Hammer. Das tut mir auch leid für Dresden, die sollen auf dem Rasen ja aufsteigen."

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