Podolski-Abschied beim DFB "Lukas fliegen überall die Herzen zu"

  • Podolski sitzt gut gelaunt wie immer bei seiner Abschieds-vor-dem-Länderspiel-Pressekonferenz auf dem Podium.
  • "Er hat sich wahnsinnig eingebracht", lobt Bundestrainer Joachim Löw: "Lukas fliegen überall die Herzen zu, und das zu Recht."
  • Der Bundestrainer macht auch eine Anspielung auf die EM 2016, als Löw einige Tage mit der "Hosen-Affäre" in den Medien stand, Podolski die Situation aber befriedete.
Von Carsten Scheele

Tritt ein Nationalspieler zurück, verschicken die Nachrichtenagenturen gerne eine Liste der besten Sprüche des Fußballers. Im Fall von Lukas Podolski liest sich die Sammlung tatsächlich kurzweilig. "So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere", sagte der Stürmer etwa nach dem verlorenen WM-Halbfinale 2006 gegen Italien. Seinen Wechsel zum FC Arsenal erklärte er: "Das Gute an England ist: Wir haben viele englische Wochen." Und sein allererstes Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln kommentierte er: "Der Sieg hat gefehlt, nä. Man will ja auch gewinnen, nä. Scheiße so, nä."

Das war ganz am Anfang seiner Karriere, 2003 in Rostock, nun geht sie 2017 auf ihr Ende zu. In der Nationalmannschaft steht das persönliche Finale bevor, am Mittwochabend absolviert Deutschland in Dortmund zwar nebensächlich einen Freundschaftskick gegen England (Anpfiff 20.45 Uhr, Liveticker auf SZ.de), vor allem wird es aber das Abschiedsspiel des bestgelaunten und beliebtesten deutschen Nationalstürmers.

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Deutsche Nationalmannschaft

Lukas Podolski, der ewige Jeck

Weltmeister, gute-Laune-Garant, für immer Kölner: Kaum ein Nationalspieler war so beliebt wie Lukas Podolski - gegen England feiert er seinen DFB-Abschied. Seine Karriere in Bildern.

Schluss im 130. Länderspiel

Nach 13 Jahren beim DFB sagt Podolski "Tschö", im 130. Länderspiel wird für ihn Schluss sein, mit nicht mal 32 Jahren. "Schöne und geile Jahre" gingen zu Ende, so der Stürmer, "ein komisches Gefühl." Für einen Moment wirkte er ergriffen.

Ansonsten erledigte Podolski seinen Job auf der Abschieds-vor-dem-Länderspiel-Pressekonferenz gewohnt locker und flapsig. Er bedankte sich bei allen, die ihm in den Sinn schossen: bei Bundestrainer Joachim Löw, bei Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff, bei seinen Mitspielern, bei den Journalisten - sogar beim Dolmetscher, der Podolskis Antworten ins Englische zu übersetzen gedachte. "Kannst auch auf Japanisch übersetzen", prustete er dem Mann zu. In Japan wird Podolski bekanntlich ab Sommer seine Vereinskarriere fortsetzen. Es wirkte, als finde der Fußball-Weltmeister diesen Umstand selbst ein bisschen ulkig.

Auch für den Bundestrainer wird das Länderspiel gegen England ein besonderes. "Das wird ein schöner, für mich aber auch ein trauriger Moment", sagte Löw am Dienstagmittag. Er skizzierte den langen Weg, den Trainer und Stürmer bei der Nationalelf miteinander gegangen sind: von der Heim-WM 2006 bis zum Weltmeistertitel 2014. "Er hat sich wahnsinnig eingebracht", lobte Löw: "Lukas fliegen überall die Herzen zu, und das zu Recht." Er weiß, dass er einen Spieler wie Podolski kein zweites Mal in seinem Kader vorfindet.