Eishockey-PlayoffsEin finanzstarkes Quartett jagt den Titel

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Vorletzte Runde: Die Adler Mannheim fordern in der Halbfinbale den EHC München heraus.
Vorletzte Runde: Die Adler Mannheim fordern in der Halbfinbale den EHC München heraus. Uwe Anspach/dpa

Die vier größten Eishockeyklubs der DEL spielen um die Meisterschaft: Berlin, Köln, Mannheim und München. Das schwere Foul des EHC-Spielers Wagner in der Viertelfinalserie dominiert weiter die Debatten.

Die vier größten Klubs der Deutschen Eishockey Liga sind in den am Mittwoch beginnenden Playoff-Halbfinals unter sich. Nach der einseitigen Finalserie des Vorjahres, als die Eisbären Berlin die Kölner Haie mit 4:1-Siegen und 27:3 Toren demontierten, ist die Konstellation für die Liga eine Art Glücksfall. Meister Berlin, Köln sowie die finanzstärksten Teams Adler Mannheim und EHC Red Bull München treten an. Die Meisterfrage ist damit so offen wie lange nicht – allerdings halten die Debatten über übertriebene Härte auf dem Eis nach den Vorfällen der vergangenen Woche weiter an.

Mannheims Trainer Dallas Eakins hat sein Team vor dem Beginn der Halbfinalserie am Mittwoch mit den Münchnern verglichen. „Ausgeglichener könnten beide Mannschaften kaum aufgestellt sein“, sagte er. Auch bei der Neuauflage des Vorjahresfinals zwischen Berlin und Köln gibt es diesmal keinen klaren Favoriten. „Die Lektion, die wir da gelernt haben, hilft uns dieses Jahr sehr“, glaubt Kölns Trainer Kari Jalonen.

DEL-Playoffs
:Eine Härte, die niemand sehen will

155 Strafminuten: Das hitzige DEL-Viertelfinale zwischen Ingolstadt und München läuft völlig aus dem Ruder. Ingolstadts Edwin Tropmann wird nach einem Check bewusstlos abtransportiert – die Spieler sind „geschockt“.

Von Christian Bernhard

Jalonen hat sein in dieser Saison erheblich besser besetztes Team durch die Nachverpflichtung des finnischen Torhüters Janne Juvonen noch verstärkt. Juvonen wurde jüngst nicht nur zum besten Keeper, sondern auch zum besten Spieler der gesamten Liga gekürt. In den Playoffs führt Juvonen momentan die Torhüterstatistik wieder an. „Sie haben eine andere Mannschaft“, hat auch Eisbären-Coach Serge Aubin erkannt.

Edwin Tropmann erlitt bei einem üblen Foul ein Schädel-Hirntrauma

Brisanz verspricht auch das Prestigeduell Mannheim gegen München. Denn die harte Viertelfinalserie des EHC München gegen Ingolstadt mit dem üblen Foul von Nationalverteidiger Fabio Wagner an Ingolstadts Edwin Tropmann wirkt noch nach. Die vierte Partie war eskaliert, als die Münchner beim 2:7 in Ingolstadt mit insgesamt 125 Strafminuten deutlich über die Stränge schlugen. Gleich drei Spieler wurden vom Schiedsrichtergespann vorzeitig in die Kabine geschickt. Immerhin konnte der Ingolstädter Profi Tropmann nach dem brutalen Foul am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen. Mit einem Schädel-Hirntrauma, wie Ingolstadts Manager Tim Regan nach der 3:7-Niederlage im fünften Spiel berichtete: „Es steht immer noch infrage, wie sich seine Gesundheit entwickelt.“

Wagner war wegen des Fouls von der DEL für 14 Spiele gesperrt worden; in den Playoffs darf er nicht mehr antreten. Das Thema beschäftigte die Profis auch am Samstag noch: „Jeder will Meister werden, jeder will Spiele gewinnen, klar“, sagte Ingolstadts Routinier Daniel Pietta am Samstag dem Sender Magentasport: „Aber wenn das der Preis sein muss, um sowas zu erreichen, kann ich auch gerne drauf verzichten.“  Vor allem den Münchner Trainer Oliver David kritisierte der Ingolstädter Stürmer: „Da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel.“

Einer möglichen überharten Spielweise dürfte auch Mannheim etwas entgegenzusetzen haben. Die Adler sind das Team mit den bislang drittmeisten Strafzeiten in der Liga, der EHC das mit den meisten. Die Trainer Eakins und David wurden im Viertelfinale mit Geldstrafen belegt, weil sie nach Ansicht der Liga keinen Einfluss mehr auf die Disziplin bei ihren Spielern nahmen.

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