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Platz zwei im Mountainbike:Sabine Spitz stürzt zu Silber

Riesenerfolg mit fast 41 Jahren: Zwar stürzt Sabine Spitz auf dem steinigen Mountainbike-Parcours in London, dann rappelt sie sich jedoch auf und gewinnt nach starker Leistung Silber. Gold geht an eine junge Französin - ob Spitz ihre Karriere nun fortsetzt, bleibt offen.

Ein schmerzhafter Sturz hat Sabine Spitz womöglich um ihre zweite Goldfahrt gebracht - aber auch mit Silber hat sich die Mountainbikerin erfolgreich von der Olympia-Bühne verabschiedet. Im hohen Sportler-Alter von fast 41 Jahren fuhr Spitz noch einmal aufs Podium.

Mountainbikerin Sabine Spitz gewinnt Silbermedaille bei Olympia

Mit 40 Jahren hat Sabine Spitz ihre Medaillensammlung komplettiert: In London gewann sie Silber.

(Foto: dpa)

Nach Gold in Peking 2008 und Bronze in Athen 2004 machte sie ihren Medaillensatz komplett. "Ich musste hier unbedingt den zweiten Platz halten, damit ich meine Kollektion zusammen habe", sagte Spitz nach dem Rennen. Den Sieg holte sich nach sechs Runden und 29,26 Kilometern auf der Hadleigh Farm in der Grafschaft Essex die Französin Julie Bresset mit einem Vorsprung von 1:02 Minuten. Bronze ging an die Amerikanerin Georgia Gould.

Gold schien auch für Spitz lange Zeit im Bereich des Möglichen zu sein, ehe ihr das Malheur auf der vierten Runde unterlief. Als sie auf dem zweiten Platz dicht hinter Bresset liegend den Felshang hinunterfuhr, stürzte sie. Spitz rappelte sich schnell wieder auf, doch die Französin holte sie nicht mehr ein. So stieg Spitz zur ältesten Medaillengewinnerin im Radsport seit Jeannie Longo vor acht Jahren auf.

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) war das die sechste Medaille bei den olympischen Wettbewerben. Schon jetzt haben die deutschen Radsportler mit je einmal Gold und Bronze sowie viermal Silber die Bilanz von Peking (je einmal Gold, Silber und Bronze) quasi verdoppelt.

Höchstform zum perfekten Zeitpunkt

Eine Medaille von Spitz hatten nur die wenigsten Experten erwartet. Als bestes Saisonergebnis hatte sie einen sechsten Platz beim Weltcup Ende Juli in Val d'Isere vorzuweisen. Doch Spitz war wieder auf den Punkt topfit. Von Beginn an hatte sie gut ins Rennen gefunden und mit der Spitzengruppe den Vorsprung stets ausgebaut. Die Bedingungen spielten ihr dabei in die Karten. Auf dem 50 Kilometer nordöstlich von London gelegenem Areal waren die 30 Fahrerinnen bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen auf die Strecke gegangen. Bei diesen Bedingungen läuft Spitz besonders gern zur Höchstform auf.

Vor vier Jahren in Peking fuhr sie die Konkurrenz in Grund und Boden und hatte sogar Zeit, ihr Mountainbike über die Ziellinie zu tragen. Das hatte sie diesmal nicht. Dafür musste sie zu sehr kämpfen. Gut möglich, dass nach der Saison Schluss ist. Ende des Jahres will sie sich mit Ralf Schäuble, ihrem Ehemann, Trainer und Manager zusammensetzen und die Zukunft planen.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/infu/ebc

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