Zweite Liga:HSV gewinnt turbulentes Nordderby

Jubel 0:1, Bakery Jatta ( 18, Hamburger SV), Robert Glatzel ( 9, Hamburger SV), David Kinsombi ( 6, Hamburger SV), Sonn

Beim Hamburger SV ist der Jubel groß - bei Werder Bremen der Ärger.

(Foto: Eibner/imago)

Im Bremer Weserstadion sehen die Zuschauer zwei Platzverweise und zwei Tore. Pelé gibt nach erneutem Aufenthalt auf Intensivstation Entwarnung.

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Fußball, zweite Liga: Mit dem ersten Derby-Sieg seit mehr als fünf Jahren hat sich der Hamburger SV endgültig zurückgemeldet und den Höhenflug des Nord-Rivalen Werder Bremen erst einmal gestoppt. Der HSV gewann am Samstagabend ein turbulentes Duell im Bremer Weserstadion mit 2:0 (2:0) und zog in der Tabelle an Werder vorbei auf Platz vier.

Vor 21 050 Zuschauern im unter Corona-Regeln ausverkauften Stadion erzielten Robert Glatzel (2. Minute) und Moritz Heyer (45.+1) im ersten Zweitliga-Derby beider Klubs die Treffer für die Gäste. Beide Teams beendeten die Partie mit zehn Spielern, weil Bremens Christian Groß (31.) und Hamburgs Sebastian Schonlau (52.) jeweils Gelb-Rot sahen.

Das erste Nordduell seit dreieinhalb Jahren entwickelte sich von Anfang an zu einer turbulenten Partie. Bereits mit der ersten Chance gingen die Gäste in Führung. Nach feinem Zuspiel von Heyer war Glatzel gegen die noch unorganisierten Bremer per Kopf zur Stelle. Werder reagierte danach mit wütenden Angriffen, die Hausherren wurden dabei aber früh zu hektisch und spielten zu unkontrolliert. Der HSV machte insgesamt den reiferen Eindruck und war nach etwas mehr als einer halben Stunde auch noch in Überzahl, weil Groß völlig übermotiviert HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes umgrätschte und dafür zurecht die gelb-rote Karte sah.

Lag Schiedsrichter Sascha Stegemann mit dieser Entscheidung richtig, entschied er wenig später aus Sicht der Bremer falsch. HSV-Abwehrchef Schonlau hatte im Strafraum Werder-Stürmer Marvin Ducksch zu Fall gebracht, doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Das Weserstadion tobte nun endgültig, Werder-Coach Markus Anfang hüpfte an der Seitenlinie völlig außer sich auf und ab.

Als Stegemann dann in der 42. Minute auch noch einen Freistoßtreffer von Ducksch nicht gab, weil Werder-Zugang Mitchell Weiser regelwidrig in der Mauer der Gäste gestanden hatte, verstanden die Grün-Weißen die Welt erst einmal nicht mehr. Doch die Bremer mussten vor der Pause noch einen weiteren Nackenschlag verkraften. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs erhöhte Heyer für den HSV per Kopf auf 2:0.

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich Werder dennoch weiter darum, ins Spiel zurückzufinden. Als HSV-Kapitän Schonlau ebenfalls Gelb-Rot sah, witterten die Bremer noch einmal Morgenluft. Doch bei allem Einsatz fand Werder gegen die stabile HSV-Defensive lange Zeit keine Mittel. Stattdessen versäumte es Bakery Jatta, nach etwas mehr als einer Stunde für die Entscheidung zu sorgen, als er am Bremer Torwart Michael Zetterer scheiterte. Für Werder vergaben zweimal der eingewechselte Niclas Füllkrug (74., 77.) sowie in der Nachspielzeit Milos Veljkovic den Anschlusstreffer.

Fußball, Pelé: Brasiliens Idol Pele hat nach einem kurzzeitigen erneuten Aufenthalt auf der Intensivstation die Fußballgemeinde beruhigt. "Meine Freunde, ich erhole mich immer noch sehr gut. Heute bekam ich Besuch von Familienmitgliedern und ich lächle weiterhin jeden Tag", schrieb der 80-Jährige in der Nacht zu Samstag auf Instagram: "Danke für all die Liebe, die ich von euch bekomme." Pele war aufgrund von Atemproblemen kurzzeitig wieder auf die Intensivstation verlegt worden. Dies hatte das Albert Einstein Hospital in Sao Paulo am Freitagabend mitgeteilt, von einer "präventiven Maßnahme" war die Rede. Nach der Stabilisierung befinde sich der Patient wieder auf der Halbintensivstation, hieß es weiter: "Er ist derzeit aus kardiovaskulärer und respiratorischer Sicht stabil."

Vor Pele hatte bereits seine Tochter Kely Nascimento vorsichtig Entwarnung gegeben. "Dies ist das normale Genesungsszenario für einen Mann in seinem Alter", hatte sie auf Instagram zu einem Foto geschrieben, das sie und ihren lächelnden Vater im Krankenhaus zeigt: "Nach einer Operation wie dieser geht man manchmal zwei Schritte vor und einen zurück. Gestern war er müde und machte einen Schritt rückwärts. Heute hat er zwei Schritte nach vorn gemacht." Pele war erst am Dienstag von der Intensivstation entlassen worden, nachdem ihm Anfang September ein Tumor im Dickdarm entfernt worden war.

Serie A, Lazio Rom: Nach den Rassismus-Vorwürfen von AC-Mailand-Profi Tiemoue Bakayoko hat der italienische Fußballverband Ermittlungen gegen Lazio Rom eingeleitet. Die Anhänger des Hauptstadtklubs sollen am vergangenen Sonntag bei der 0:2-Niederlage in Mailand den eingewechselten Bakayoko mit rassistischen Sprechchören beleidigt haben. Milan hatte daraufhin Klage beim Verband eingereicht. Die Ermittler werden den Vorfall mithilfe von Videoaufnahmen prüfen. Der Franzose Bakayoko hatte sich nach dem Spiel auf Instagram an "einige Lazio-Fans und deren rassistische Sprüche gegen mich und meinen Bruder Franck Kessie" gewandt: "Wir sind stark und stolz auf unsere Hautfarbe", schrieb der 27-Jährige. Er vertraue, dass der Klub die entsprechenden Personen identifizieren werde.

Leichtathletik, Trier: Konstanze Klosterhalfen hat zum Abschluss der Leichtathletik-Saison die deutsche Bestleistung über 2000 Meter auf 5:34,64 Minuten verbessert. Beim Meeting in Trier löschte die 24-Jährige damit am Freitag die alte Marke der Potsdamerin Ulrike Bruns, die vor fast 36 Jahren 5:37,62 Minuten gelaufen war. Einen offiziellen Rekord führt der Deutsche Leichtathletik-Verband nach eigenen Angaben für diese nicht häufig gelaufene Strecke nicht. Klosterhalfen blieb mit der Zeit über der europäischen Bestleistung ihrer Trainerin Sonia O'Sullivan, mit der sie inzwischen zusammenarbeitet. Die Irin war 1994 nach 5:25,36 Minuten ins Ziel gekommen. Erst am Dienstagabend hatte Francine Niyonsaba aus Burundi den Weltrekord über die 2000 Meter auf 5:21,56 Minuten verbessert.

Marathon, Tokio: Der für den 17. Oktober geplante Tokio-Marathon ist wegen den Corona-Pandemie auf den 6. März 2022 verschoben worden. Noch immer befindet sich die Olympiastadt wegen der hohen Infektionszahlen im Ausnahmezustand. Aufgrund der schwierigen Prognose des Covid-19-Trends und den damit verbundenen Mobilitätseinschränkungen habe man sich für die Verschiebung entschieden, hieß es am Samstag vom Veranstalter. Mit der Verschiebung des diesjährigen Marathons ist auch klar, dass der am 6. März 2022 eigentlich geplante Tokio Marathon 2022 nicht stattfindet. Alle Läufer, die eine Teilnahme am Tokio Marathon 2022 gebucht haben, werden in Kürze mit Details und Optionen informiert.

© SZ.de/sid/dpa/ska
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