bedeckt München 11°
vgwortpixel

Paris St. Germain in der Champions League:Im Schaufenster der Scheichs

Barcelona v Paris St Germain - UEFA Champions League Quarter Final

Verschaffte PSG fast im Alleingang einen Platz auf der Fußball-Weltkarte: Zlatan Ibrahimovic

(Foto: Getty Images)

In rasender Geschwindigkeit ist Paris St. Germain zu einer Größe des europäischen Fußballs geworden. Dank Topspielern wie Zlatan Ibrahimovic gilt die Mannschaft im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Chelsea schon als Favorit. Der Aufstieg zählt zum Masterplan der Geldgeber aus Katar.

Man wird wohl nie erfahren, wie oft am Tag die Verantwortlichen des französischen Fußballmeisters Paris Saint-Germain die Klicks und Likes auf ihrer Seite bei Facebook zählen. Doch wahrscheinlich tun sie das recht oft und studieren die Provenienz der Fans, der Sympathisanten, der "Likers". Neun Millionen sind es schon - vor einem Jahr waren es noch zwei Millionen gewesen.

PSG gehört jetzt also auch in dieser sonderbaren Kategorie zu den Top Ten des europäischen Fußballs. Folgt man den Überlegungen der reichen Klubbesitzer aus Katar, dann ist das aber erst der Anfang, sozusagen das Präludium einer Eroberung. PSG soll eine der größten Marken der Sportwelt (englisch: Brand) werden. Vergleichbar mit Real Madrid, Manchester United, Ferrari, den Los Angeles Lakers, den New York Yankees.

Champions League Abgedriftet in den Schluffimodus Bilder
Bayern-Remis gegen Manchester United

Abgedriftet in den Schluffimodus

Der FC Bayern erlebt beim 1:1 in Manchester einen komischen Fußballabend und freut sich, dass am Ende zumindest das Ergebnis stimmt. Sorgen bereiten die im Rückspiel gesperrten Schweinsteiger und Martínez - und Toni Kroos.   Von Jonas Beckenkamp, Manchester

Natürlich hilft es da, wenn auch die Körperertüchtigungen der Angestellten, dieser rennenden Litfass-Säulen der Marke mit dem Eiffelturm, erfolgreich sind. Und das sind sie. Die Ligue 1, die französische Meisterschaft, überfliegt das Team ungefährdet. Und Paris steht nun auch wieder im Viertelfinale der Champions League, wie schon 2013, als man knapp an Barcelona scheiterte. Diesmal empfängt PSG im Pariser Prinzenpark den FC Chelsea. Dessen Trainer, José Mourinho, ein Meister des psychologischen Vorspiels, schiebt den Parisern sogar die Favoritenrolle zu.

Klar, ganz ernst ist es "Mou" damit wohl nicht. Aber auch nicht ganz unernst. PSG ist in Rekordzeit eine fußballerische Größe geworden. Es ging so schnell, in zweieinhalb Jahren nur, dass der Verein inzwischen auch ein Objekt universitärer Studien ist, vor allem in Marketing.

Früher gehasst, bestenfalls ignoriert

Paris war früher nie eine große Fußballstadt. Museen, Theater, Cabarets, Konzerthallen, gefühlte tausend Kinosäle - das kulturelle Angebot der französischen Hauptstadt ist so groß, dass es der Sport immer schwer hatte. Der Fußball ganz besonders. In den vergangenen Jahrzehnten gab es in Paris nur einen Verein, der national oben mitspielte; manchmal wenigstens, aber selten begeisternd. London zählt sechs starke Vereine, Madrid zwei, Rom auch. Und dieser Klub PSG, gegründet erst 1970, machte auch noch öfter mit seinen unsäglichen Ultras Schlagzeilen als mit den Künsten seiner Spieler. Im übrigen Frankreich wurde PSG stets liebend gerne gehasst, in Paris selber bestenfalls ignoriert.

Dann kam Katar über die Stadt. Wie genau, das weiß man noch immer nicht.