Abschlussfeier der ParalympicsDer Dancefloor bleibt leer

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Der italienische Tänzer Dergin Tokmak tritt bei der paralympischen Abschlussfeier auf.
Der italienische Tänzer Dergin Tokmak tritt bei der paralympischen Abschlussfeier auf. Mattia Ozbot/Getty Images
  • Bei der paralympischen Abschlussfeier in Cortina wurden die Sportler erneut an den Rand gedrängt, statt sie zu feiern.
  • Als deutsche Fahnenträger fungierten Andrea Rothfuss und Christian Schmiedt, die keine Medaillen gewonnen, aber besondere Verdienste erworben hatten.
  • Die nächsten Paralympics finden 2028 in Los Angeles und 2030 in Nizza und den französischen Alpen statt.
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Auch bei der paralympischen Schlussfeier drängen die Veranstalter die Sportler an den Rand, anstatt sie zu feiern. Den Erfolg der Spiele schmälert das nicht.

Von Claudio Catuogno, Cortina d’Ampezzo

„Italien Souvenirs“ lautete der Titel der paralympischen Schlussfeier in Cortina. Es sollte um die Erinnerungen gehen, die nun alle mit nach Hause nehmen. Die Zeremonie am Sonntagabend begann mit einer Schneeflocke, unvollkommen aus einer Wolke gepurzelt, die diverse Herausforderungen meistert, ehe sie … nein, nicht auf einer aufgeweichten Langlaufloipe in einem Rinnsal aufgeht. Das wäre zu realistisch gewesen. „Sie verwandelt sich! Weil der Sport der Ort ist, an dem Verletzlichkeit zu Stärke wird“, wie es die Veranstalter ins Programmheft dichteten.

Anders als bei der Eröffnungsfeier in Verona, als pro Nation nur zwei Aktive dabei sein durften, waren Sportlerinnen und Sportler diesmal eingeladen. Auf den Tribünen vibrierte es anfangs. Aber in den Innenraum, ins Herz der Veranstaltung, durften auch im Curlingstadion  von Cortina wieder nur wenige. Stimmungsvoll wurde es erst, als in all ihrer Verschiedenheit die Fahnenträger einliefen, einhumpelten, einrollten.

Die Deutschen hatten hier zwei Athleten nominiert, die keine Medaillen gewonnen, sich aber Verdienste erworben hatten: Andrea Rothfuss, 36, die nach langer Wettkampfpause ihr Comeback auf der Skipiste gegeben und offen über ihre Depressionen gesprochen hatte. Und den einzigen Para-Snowboarder Christian Schmiedt, 37, der noch mal angetreten war, um seine Disziplin am Leben zu erhalten. Nun hofft er, dass ein paar junge Menschen Lust auf Snowboarden bekommen haben, mit oder ohne Behinderung.

Christian Schmiedt und Andrea Rothfuss mit der deutschen Fahne bei der Abschlussfeier in Cortina.
Christian Schmiedt und Andrea Rothfuss mit der deutschen Fahne bei der Abschlussfeier in Cortina. Philipp von Ditfurth/dpa

Der Rest des Programms: Tänzer in weißen Plastikoveralls. Vielleicht ja ein Blick in eine Zukunft, in der auch der Untergrund für den Wintersport aus Kunstfasern bestehen muss. Dazu viel kühler Club-Sound sowie Krücken, die zu Leuchtschwertern werden. Ehe dann, eine hübsche Idee, alles in einer riesigen gläsernen Schneekugel komprimiert wurde, in einem italienischen Souvenir.

Zum Schluss legten dann DJs auf. Und zwar, kein Witz, mit dem Rücken zur Athletentribüne. Der Dancefloor blieb leer, ehe wenigstens die Volunteers zu tanzen begannen. Leer war dann auch bald die Halle.

Kleiner, oder nein, großer Trost: Ihre Kraft ziehen die Paralympics nicht aus der Show. Sondern aus den Wettkämpfen, den Begegnungen, den Geschichten und Emotionen der Menschen. Nach einem Ausflug nach Los Angeles, Sommer 2028, werden sie nach Europa zurückkehren. 2030 finden sie in Nizza und den französischen Alpen statt.

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Andrea Rothfuss bei den Paralympics
:Der weite Weg aus den Depressionen

Lange sah es nicht danach aus, als würde Andrea Rothfuss ihrem Körper noch ein Skirennen abringen können. Doch sie suchte sich Hilfe, als nichts mehr ging – und beweist, dass sich Geduld im Leistungssport auszahlen kann.

SZ PlusVon Claudio Catuogno

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