Bundesliga Paderborn-Fans lehnen Kooperation mit RB ab

Fans des SC Paderborn feiern den Aufstieg in die Bundesliga.

(Foto: dpa)
  • Teile der organisierten Fanszene des SC Paderborn haben die Zusammenarbeit mit RB Leipzig scharf kritisiert.
  • In einem Schreiben kündigen die Fans an, den Spielen ihres Vereins fernzubleiben, sollte die Kooperation nicht beendet werden.
  • Am Dienstag verkündete Leipzg im Rahmen des Wechsels von Sportdirektor Krösche von Paderborn nach Sachsen, dass man auch in anderen Bereichen eine "Kooperation" anstrebe.

Teile der Fanszene des Bundesliga-Aufsteigers SC Paderborn drohen wegen der angekündigten Kooperation mit dem neuen Ligakonkurrenten RB Leipzig mit einem Boykott. "Sollte die Zusammenarbeit mit RB Leipzig umgesetzt werden, wird die aktive Fanszene den Spielen des SC Paderborn 07 bis auf Weiteres fernbleiben. Unsere Vereinsliebe und die jahrzehntelange Unterstützung stirbt mit dem Tag einer RB Leipzig Kooperation", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung, die von sechs Organisationen unterstützt wird.

Am Dienstag war der Wechsel von Sport-Geschäftsführers Markus Krösche zu RB Leipzig bekannt geworden. Im Zuge des Transfers war eine Kooperation zwischen beiden Klubs geschlossen worden, mit dem Ziel, "sich zu unterstützen und das jeweils vorhandene sportliche Potenzial bestmöglich auszunutzen". Die Fans forderten die Paderborner Vereinsführung auf, von der Kooperation Abstand zu nehmen.

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"Etwaige sportliche Vorteile werden durch den Verlust der Seele und Identität unseres bodenständigen Fußballvereins teuer erkauft. Wirtschaftliche Vorteile werden aufgrund eines deutschlandweiten Imageverlustes und einer einseitigen Abhängigkeit nicht nachhaltig zu realisieren sein", hieß es in der Erklärung: "Unser SCP stand immer für ein demokratisches und von den Mitgliedern geprägtes Vereinsleben. Mit einem Konstrukt, in dem diese Werte mit Füßen getreten werden, kann keine Partnerschaft eingegangen werden."

Zudem wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bei diesem Thema und die fehlende Einbindung der Fans und Mitglieder bemängelt. Zudem gefährde die Kooperation "aus unserer Sicht den fairen Wettbewerb erheblich".

Leipziges Vorstandschef Oliver Minztlaff erklärte, im Rahmen der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler in Zukunft erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt. Die Zusammenarbeit mache auch deshalb Sinn, weil Krösche den Klub gut kenne, betonte Mintzlaff. Die Kooperation beziehe sich unter anderem auch auf einen Austausch im Scouting-Bereich. Zu konkreten Inhalten der Vereinbarungen wollten sich die Paderborner auf Nachfrage nicht äußern.

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