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Opta-Statistiken zur Bundesliga:Gomez feuert am effizientesten

Lesezeit: 10 min

Stefan Kießling hat die Torjägerkanone gewonnen - aber ist er wirklich Deutschlands bester Stürmer? War der FC Bayern tatsächlich in allen Bereichen übermächtig? Und warum führt Heiko Westermann vom HSV so viele Ranglisten an? Eine Statistik-Analyse mit vielen überraschenden Fakten zur abgelaufenen Saison.

Von Jonas Beckenkamp und Lisa Sonnabend

Das Schöne am Fußball ist mitunter, dass es immer weiter geht. Selbst das Ende einer Spielzeit lässt genügend Raum für Interpretationen, Spekulationen und Analysen. Jetzt wo fast alle Entscheidungen (es fehlt noch die Relegation) gefallen sind, ist endlich Zeit, zurückzublicken: Was war das für eine 50. Bundesligasaison! Am 28. Spieltag, als die Temperaturen noch frostig waren, entschied der FC Bayern bereits die Meisterschaft - so früh wie keine andere Mannschaft zuvor. Doch langweilig war die Saison auch in diesem Jahr nicht.

Bis zuletzt herrschte Spannung: Wer sichert sich die Torjägerkanone? Wer muss in die zweite Liga? Wer darf in die Champions-League-Qualifikation? Und: Wer ist eigentlich der beste Passgeber der Liga? Wer ist Deutschlands bester Stürmer? Welcher Verein konnte seine Chancen am besten verwerten? Der Fußball ist heutzutage bis ins letzte Detail durchorganisiert, das gilt auch für die Aufarbeitung. Und weil sich in den Zahlen zur Bundesliga erstaunliche Erkenntnisse verstecken, lohnt sich eine Tiefenstudie im Statistik-Wald.

Die Daten von Opta, einem Partner von SZ.de, geben Aufschluss über relevante Erhebungen zur Bundesligasaison 2012/2013 - und sie zeigen: Nicht alle Bereiche beherrschen die Bayern so klar wie die Abschlusstabelle. Manchmal ging es in dieser Spielzeit auch richtig ausgeglichen zu, in anderen Kategorien liegen Spieler vorne, die sonst kaum in Erscheinung treten. Wir haben uns durch die Statistik gewühlt und eine Auswahl an Auffälligkeiten zusammengestellt.

  • Deutschlands bester Torjäger

Wie lange wird Bundestrainer Löw Stefan Kießling noch ignorieren? Vermutlich bis zu dessen Karriereende. In dieser Bundesligasaison hat der Leverkusener Stürmer wieder einmal zahlreiche Belege zusammengetragen, dass er eigentlich in der DFB-Elf gesetzt sein müsste. Nicht zuletzt gewann Kießling dank eines Treffers am 34. Spieltags in Hamburg die Torjägerkanone. Der 29-Jährige traf in der Saison 25 Mal - und damit einmal öfter als Robert Lewandowski. Alexander Meier von Eintracht Frankfurt traf 16 Mal, Mario Mandzukic von Bayern München und Verdad Ibisevic vom VfB Stuttgart konnten je 15 Mal einen eigenen Treffer bejubeln.

Doch ist Kießling wirklich Deutschlands bester Stürmer? Irrt Löw, wenn er lieber Mario Gomez spielen lässt und dafür Kießling nicht berücksichtigt? Beim FC Bayern musste Gomez zu Saisonbeginn wegen einer Verletzung pausieren. Doch auch nachdem der 27-Jährige wieder gesund war, ließ Jupp Heynckes fortan meist Mandzukic spielen. Die Folge: Gomez kam in dieser Saison nur auf 21 Einsätze, er erzielte elf Tore. Nicht einmal halb so viele wie Kießling.

Ein klarer Vorteil für Kießling also. Doch ein genauerer Blick auf die Statistik zeigt, dass der Bundestrainer womöglich tatsächlich gut daran tut, weiter auf Gomez zu setzen - und Jupp Heynckes vielleicht noch ein paar mehr Rekorde gebrochen hätte, wenn Gomez öfter zum Einsatz gekommen wäre. Denn - Überraschung - der Bayern-Angreifer ist Deutschlands effizientester Stürmer.

Lediglich 79,7 Minuten benötigte Gomez durchschnittlich für ein Tor - mit Abstand der beste Wert aller Bundesligatorjäger. Kießling traf alle 120,7 Minuten und ist damit deutlich uneffizienter. Ebenso wie Lewandowski, der zwar nur 108,1 Minuten für einen Treffer brauchte, aber immer noch im Schnitt fast 30 Minuten mehr als Gomez.

Nicht berücksichtigt sind in der Statistik die DFB-Pokal-Spiele - und damit Gomez' Blitz-Hattrick im Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg. Lediglich sechs Minuten benötigte der in der 77. Minute eingewechselte Nationalspieler für seine Treffer in der 80., 83. und 86. Minute. Sonst würde seine Quote nun noch eindrucksvoller erscheinen.

In einer anderen Kategorie schneidet Gomez allerdings deutlich schlechter ab als beispielsweise Kießling: Der Münchner schaffte nur einen Assist und bringt es lediglich auf sechs Torschussvorlagen - ein echter Vorbereiter ist Gomez also kaum. Da sind die Werte von Kießling (sieben Assists, 67 Torschussvorlagen) um einiges eindrucksvoller. Der Leverkusener ist also zwar der weniger effiziente, aber immerhin der deutlich hilfsbereitere Stürmer.

  • Deutschlands bester Keeper

Auch um die Besetzung der Nummer eins im DFB-Tor hat es ja schon Diskussionen gegeben, die vor allem aus Dortmund immer wieder befeuert wurden. Dort hütet bekanntlich Roman Weidenfeller das Gehäuse - und der erhielt von BVB-Trainer Jürgen Klopp kürzlich das besondere Lob, er sei der beste Torwart, der nie Nationalspieler war. Tatsächlich absolvierte der Borussia-Keeper eine sehr starke Saison, seine besten Leistungen brachte der 32-Jährige aber vor allem in der Champions League.

In der Top-10-Liste der Bundesliga-Schlussmänner mit den meisten abgewehrten Bällen taucht er überraschenderweise nicht auf. Dort führt mit großem Vorsprung Hannovers Ron-Robert Zieler mit insgesamt 146 Paraden, gefolgt von Düsseldorfs Fabian Giefer (128) und Hamburgs Rene Adler (122). Neben Weidenfeller fehlt an der Spitze des Rankings auch Manuel Neuer (beide liegen nur auf Platz 14 und 15), der gerade einmal 64 Schüsse parieren musste - damit liegt der Bayern-Keeper im Ligavergleich sogar weit hinten. Ist Neuer also statistisch ein schwächerer Torhüter? Wohl kaum.

Entscheidend bei der Bewertung ist vielmehr die Prozentzahl bei den Torschussparaden - also beim Quotienten aus gehaltenen Bällen und Gegentoren. Dort ergibt sich ein ganz anderes Bild: Spitzenreiter Neuer wehrte ganze 78,6 Prozent aller Schüsse ab, die auf sein Tor gelangten, während Zieler mit 70,2 Prozent eher im Mittelfeld landet. Für die bemerkenswerten Zahlen des Bayern-Keepers gibt es eine Erklärung: Keiner hielt seinen Kasten so oft sauber wie Neuer (18 Mal), hinzu kommt, dass der Nationaltorwart wegen der starken Bayern-Abwehr (nur 18 Gegentore) schlicht viel weniger zu tun bekam.

Zieler hingegen kann sich über mangelnde Herausforderungen kaum beklagen. Seine hohe Anzahl an abgewehrten Schüssen hängt auch damit zusammen, dass er am Ende der drittschlechtesten Verteidigung der Liga steht (62 Gegentore). Er spielte nur acht Mal zu null und musste deutlich öfter eingreifen als Neuer (67 zu 47 gefangene Bälle). Auch die Spielweise der Niedersachsen unterstützt die hohen Effizienzwerte der Nummer drei des DFB - Hannover agiert unter Trainer Mirko Slomka zumeist mit Kontern und zieht sich ansonsten weit zurück. Somit ist die Hintermannschaft der 96er viel mehr Angriffen ausgesetzt als beispielsweise jene der Bayern. Die Münchner zelebrieren den eigenen Ballbesitz und dominieren ihre Gegner, weshalb der Torhüter zwangsläufig weniger zu tun bekommt.

  • Deutschlands schlagkräftigste Teams

Erstaunliches bringt auch ein genauer Blick auf die Tabelle der Chancenverwertung ans Tageslicht. Die Bayern liegen in dieser Kategorie erwartungsgemäß ganz vorne, sie münzten 17 Prozent ihrer Torchancen in Treffer um - ein außerordentlich guter Wert, aus dem sich leicht erschließen lässt, wie die Münchner insgesamt 98 Tore erzielen konnten. Doch schon bei weiterer Betrachtung des Rankings wird es interessant: Hannover 96 kommt auch dieselbe Prozentzahl und beweist damit, wie effizient der Angriffsfußball der Slomka-Elf funktioniert.

Hinten kassiert 96 zwar wie erwähnt viele Tore, doch vorne verfügt die Mannschaft mit den Stürmern Mohammed Abdellaoue (acht Treffer), Mame Diouf (zwölf), Didier Ya Konan (sieben) und Arthur Sobiech (fünf) eben über reichlich Qualität. Im Vergleich zu vielen anderen Offensivsystemen schlägt Hannover aus seinen Möglichkeiten deutlich mehr Kapital. Ebenso überrascht dürfte der vierte Platz von Fortuna Düsseldorf sein. Die Rheinländer schafften zwar nur 39 eigene Tore, doch für diese brauchten sie verhältnismäßig wenig Chancen.

Ganz anders sieht es beim FC Augsburg (sieben Prozent Chancenverwertung), in Fürth (sieben Prozent) oder beim VfB Stuttgart (zehn Prozent) aus. Diese drei Klubs liegen in der Effizienzliste weit hinten - Augsburg erzielte trotz seines hochintensiven, kraftraubenden Fußballs einfach zu wenig Treffer (33), Ähnliches gilt für Stuttgart, wo außer Torjäger Vedad Ibisevic (15 Saisontore) nach vorne wenig ging (insgesamt nur 37 Treffer). Besonders prekär fällt der Zahlenvergleich bei Greuther Fürth aus: Top-Torschütze ist Angreifer Nikola Djurdjic mit mageren fünf Treffern, der Rest des Teams entwickelte im Abschluss nur sehr selten echte Gefahr. Bezeichnend ist die Ausbeute der beiden Stürmer Gerald Asamoah und Christopher Nöthe: In gemeinsam 30 Einsätzen schafften sie genau null Torerfolge.

Wie es trotz mäßiger Effizienz klappen kann, führte in dieser Saison der SC Freiburg vor. Die Breisgauer liegen mit einer Chancencverwertung von zehn Prozent nur im unteren Mittelfeld - und sind trotzdem die Überraschungsmannschaft des Jahres. Der Fußball von Trainer Christian Streich basiert auf einer guten Organisation (nur 40 Gegentreffer) und mutigem Angriffsspiel. Die Freiburger nutzten bei weitem nicht jede ihrer Gelegenheiten, aber sie erspielten sich eben genügend, um doch ihre Tore zu machen (immerhin 45). Auffällig ist, dass die Gefahr des SC vor allem aus dem Mittelfeld kommt: Max Kruse und Jonathan Schmid (beide elf Saisontreffer) sind mit Abstand die Erfolgreichsten bei den Breisgauern.

  • Deutschlands jüngster Kader

Für Werder Bremen lief es gar nicht gut in dieser Bundesligasaison. Erst am vorletzten Spieltag konnte der Klassenerhalt gesichert werden - für einen viermaligen Deutschen Meister ist dies natürlich zu wenig. Die Folge: Trainer Thomas Schaaf musste gehen. Schaaf hatte die Klubverantwortlichen enttäuscht, unter anderem weil er vor Saisonbeginn maßgeblich an der Zusammenstellung des Kaders beteiligt war. Die Mannschaft funktionierte an den 34 Spieltagen oft nur unzureichend. Etwas Herausragendes lässt sich aber dennoch über den Bremer Kader sagen: Er war der jüngste in der Bundesligasaison 2012/13.

Das Durchschnittsalter der Werder-Profis lag laut Opta bei 23,22 Jahren - so jung war keine andere Mannschaft. Die zweitjüngste Mannschaft bildete die TSG 1899 Hoffenheim mit durchschnittlich 23,58 Jahren - ob das für die Relegation ein Vorteil ist, sei mal dahingestellt. Lässt sich also verallgemeinern: Je jünger ein Team, desto erfolgloser? Nein, im Gegenteil: Die drittjüngste Mannschaft (durchschnittlich 23,58 Jahre) formte Bayer Leverkusen, der Tabellendritte. Der Tabellen-Fünfte aus Freiburg beschäftigte den viertjüngsten Kader (durchschnittlich 23,79 Jahre), der Vizemeister Borussia Dortmund den fünftjüngsten Kader mit einem Durchschnittsalter von 23,9 Jahren.

Eine Schlussfolgerung lässt sich aus dem Durchschnittsalter der Spieler trotzdem ziehen: Je jünger und je erfolgreicher ein Kader, desto größer ist die Gefahr, dass der Verein "ausverkauft" wird. Der SC Freiburg erlebt dies derzeit - ähnlich wie im vergangenen Jahr Borussia Mönchengladbach. Zahlreiche Spieler werden zum Saisonende den Verein verlassen: Max Kruse, 25 Jahre, zieht es zu Borussia Mönchengladbach. Johannes Flum, 25 Jahre, und Jan Rosenthal, immerhin schon 27, wechseln zu Eintracht Frankfurt. Daniel Caligiuri, 25 Jahre, lockt ein um ein Vielfaches höheres Gehalt nach Wolfsburg.

Bei Bayer Leverkusen gibt es Gerüchte, dass der 21-jährige Daniel Carvajal zu Real Madrid zurückkehren könnte und der 22-jährige André Schürrle wird wohl zum FC Chelsea entschwinden. Und der FC Bayern hat sich bekanntlich den erst 20-jährigen Mario Götze vom BVB geschnappt.

Die älteste Mannschaft ist übrigens Mainz 05, die Spieler haben ein Durchschnittsalter von 26,66 Jahren, gefolgt von Augsburg mit 25,74 Lenzen. Die Profis des FC Bayern München sind die drittältesten der Bundesliga: 25,5 Jahre sind sie durchschnittlich alt.

  • Deutschlands bester Zuspieler

Hamburgs Heiko Westermann fällt auf dem Platz oft gar nicht so sehr auf - seine erinnernswerteste Szene der Saison war vielmehr ein Interview, das er nach der 2:9-Schmach des HSV in München gab. "Da gibt es keine Erklärung dafür. Ich schäme mich heute für mich, für die Mannschaft. Was wir heute für ein Spiel abgeliefert haben ... unglaublich. Ich glaube sieben Tore haben wir den Bayern einfach geschenkt", sagte der Defensivspezialist nach der Partie gezeichnet vom Frust der Niederlage. Ob es unbedingt an ihm gelegen hatte, ist aber eine andere Frage. Der frühere Nationalspieler steht nämlich in gleich zwei Statistik-Bereichen der Bundesliga ganz vorne.

Mit einer Gesamtzahl von 2136 erfolgreichen Pässen ist der 29-Jährige eindeutig der fleißigste Zuspieler dieser Spielzeit - außerdem führt er in der Kategorie der "klärenden Aktionen" (mehr dazu siehe eigenes Kapitel). Dass Westermann so häufig zum Mitspieler passt, liegt einerseits an seiner Position: Als Innenverteidiger baut er von hinten das Spiel auf, meist lässt er die Kugel quer oder wenige Meter nach vorne rollen - das Risiko ist seine Sache nicht.

Hinzu kommt, dass der HSV-Kapitän im Vergleich zum Zweitplatzierten Bastian Schweinsteiger noch ein paar Spiele (28, 2072 Pässe) mehr absolvierte und überhaupt nur einmal ausgewechselt wurde: Westermann war fast immer dabei (insgesamt 3034 Minuten) und pflegt gerne das simple Ballverteilen. Wer dem HSV gewogen ist, könnte also argumentieren, dass er der Xavi von der Alster ist. Andere würden Westermann vielleicht einen Querpasskönig nennen.

Aber ist er deswegen gleich der beste Zuspieler der Liga? Nein, denn erstens finden sich in den Top Ten der aktivsten Passgeber zahlreiche Defensivleute, die wie er wenig in die Spitze agieren (unter anderen Dante, Philipp Lahm oder Sebastian Rode) und zweitens gibt es einen anderen Mann, dessen Abspiele im Verhältnis viel genauer zum Nebenmann gelangen. Sein Name: Holger Badstuber. Bayerns Linksfuß läge vermutlich sogar auch bei den geschlagenen Pässen vor Westermann, wenn er sich nicht nach zwölf Spieltagen (und nun erneut!) schwer verletzt hätte. Beeindruckende 92,9 Prozent seiner Versuche erreichten bis zu seinem Ausfall die Kollegen - so sicher passt ligaweit kein anderer Akteur. Westermann kommt "nur" auf 81,8 Prozent.

Badstubers größte Stärke manifestiert sich erst recht, wenn man bedenkt, was für weite Flankenbälle der Nationalverteidiger oft durch die Luft schlägt. Auffällig ist außerdem, dass sich unter den zehn fleißigsten Passgebern weder Dortmunder noch Leverkusener befinden. Die Teams, die in der Abschlusstabelle die Plätze zwei und drei belegen, neigen dazu, schnell und direkt nach vorne zu spielen. Längere Staffetten in den eigenen Reihen sind eher nicht ihre Sache - so ergibt es sich, dass kein Spieler beider Klubs besonders hohe Effizienzwerte bei den gespielten Pässen aufweist.

  • Deutschlands beste Zweikämpfer

Auch die Rangliste der meisten klärenden Aktionen führt der unauffällige HSV-Verteidiger Heiko Westermann an. 245 Mal in 34 Partien konnte der 29-Jährige dem Gegner eine Chance vereiteln. Auf Platz zwei liegt Philipp Wollscheid von Bayer Leverkusen, der 241 Mal resolut eingriff. Der Mainzer Nikolce Noveski liegt mit 230 klärenden Aktionen auf Platz drei.

Auffällig ist auch hier: Unter den Top Ten findet sich erneut kein einziger Spieler vom FC Bayern oder von Borussia Dortmund. Der Grund auch hier: Die beiden deutschen Spitzenteams agierten in dieser Saison einfach zu beherrschend, sie hatten viel Ballbesitz - weshalb sie weniger oft dazwischengrätschen mussten. Insbesondere das Team von Jupp Heynckes erdrückte zahlreiche Gegner mit seiner Dominanz, so dass nach hinten kaum Gefahr entstand.

Der Münchner Dante zum Beispiel, der zweifelsohne einer der besten Verteidiger der Liga ist, bringt es bei 29 Bundesliga-Einsätzen auf lediglich 80 klärende Aktionen, Jérôme Boateng erreichte in 26 Einsätzen nur 78 gelungene Abwehraktionen. Anhand der Anzahl der Klärungen lässt sich also kaum beantworten, wie gut ein Verteidiger wirklich ist. Es müssen andere Zahlen herangezogen werden.

Die Tackling-Quote zum Beispiel - also der Prozentsatz, der sich aus erfolgreichen und nicht erfolgreichen Zweikämpfen ergibt. Folgerichtig ist die Quote bei Dante oder Hummels höher als bei Westermann. Dante trennte den Gegner 51 Mal fair vom Ball. Seine Quote liegt bei 82,4 Prozent. Hummels kommt auf 78,2 Prozent, Westermann auf lediglich 77,3 Prozent.

Auch die Statistik der gewonnenen Kopfballduelle oder die Zweikampfquote geben Aufschluss über die Qualität eines Verteidigers. Hier fällt auf, dass die Bundesligaprofis alle recht eng beieinanderliegen. Nur selten finden sich Ausreißer nach oben - oder unten. Der 1,97 Meter große Daniel Van Buyten ist für seine Kopfballstärke bekannt. Tatsächlich entscheidet er laut Opta 76,3 Prozent aller Duelle in der Luft für sich. Sein neun Zentimeter kleinerer Teamkollege Dante bringt es dagegen auf nur 71,6 Prozent. Dafür hat der als etwas ungelenk geltende Belgier nur 59,5 Prozent der Zweikämpfe für sich entschieden können - Dante kommt hier auf 65,2 Prozent und der Hamburger Westermann immerhin auf 66,7 Prozent.

Welcher Verein hat die meisten gelben Karten kassiert? Welcher Spieler stand am häufigsten im Abseits? Wer zirkelt die meisten gelungenen Flanken vors Tor? Weitere Statistiken zur Bundesliga 2012/2013 finden Sie in unserem Opta-Datencenter.

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