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Olympische Spiele:Olympia-Initiative wird trotz IOC-Abfuhr fortgesetzt

Schwer abzuwimmeln: Ministerpräsident Armin Laschet (li.) und Michael Mronz

(Foto: AFP)

Armin Laschet will sich noch nicht von Olympischen Spielen an Rhein und Ruhr verabschieden. Er kritisiert den DOSB mit den Worten: "Das Erstaunliche ist, dass man kein Gespür hat, was sich beim IOC tut."

Die Initiative für eine Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen Spiele 2032 soll fortgesetzt werden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf nach einer Beratung mit den Oberbürgermeistern der betroffenen Kommunen und der Initiative Rhein-Ruhr-City. Auch eine Bewerbung für 2036 kommt laut Laschet in Betracht.

"Wir werden weiter kämpfen. Die Rückendeckung der Städte ist weiter da", sagte Laschet. Zugleich reagierte der Ministerpräsident mit Unverständnis auf die Entscheidung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees, die am Mittwoch das australische Brisbane zum bevorzugten Kandidaten für die Ausrichtung der Sommerspiele in elf Jahren erklärt hatte. Damit hat die deutsche Rhein-Ruhr-Initiative kaum noch Chancen.

"Keine Frage, die Entscheidung des IOC am Mittwoch hat uns überrascht und auch getroffen. Man hat mir erklärt, für das IOC sei Brisbane ein guter Kandidat in unsicheren Zeiten. Ich teile diese Auffassung nicht", sagte Laschet, der auch Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund übte. Der DOSB habe sich nicht in der Lage gesehen, in den Dialog mit dem IOC zu treten. "Das Erstaunliche ist, dass man kein Gespür hat, was sich beim IOC tut."

Sollte die Bewerbung für 2032 erwartungsgemäß scheitern, käme für Rhein-Ruhr auch eine Kandidatur für die Spiele vier Jahre später in Betracht. "Wir würden uns auf Spiele in den 30er Jahren vorbereiten, das kann 32 sein, das kann 2036 auch sein", sagte Laschet.

Eine Austragung 100 Jahre nach denen in Berlin unter dem Nazi-Regime sieht Laschet dabei nicht als Hindernis an: "Die Botschaft, die diese Spiele haben, ist auch eine inhaltliche. Die Welt ist eine andere 100 Jahre später als bei den Spielen 1936. Dies zu zeigen, dies sichtbar zu machen, würde bei jeden Spielen in den 30er Jahren passen."

© SZ.de/dpa/ska
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