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Olympische Spiele:Olympiasieger darf nicht nach China

Joey Cheek ist Amerikaner, Olympiasieger und Darfur-Aktivist - und bei den Olympischen Spielen nicht vor Ort. Kurz vor dem offiziellen Start der Spiele verweigerte China dem Amerikaner die Einreise.

Die chinesischen Behörden haben einem US-Olympiasieger und Darfur-Aktivisten am Mittwoch kurzfristig die Einreisegenehmigung entzogen. Joey Cheek, der bei den Winterspielen 2006 in Turin eine Goldmedaille im Eisschnellauf gewann, wollte zusammen mit 70 an den Sommerspielen in Peking teilnehmenden Athleten auf die umstrittene Rolle Chinas in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur aufmerksam machen.

China verweigert dem US-Olympiasieger und Darfur-Aktivisten Joey Cheek die Einreise. Das Bild zeigt Cheek neben US-Schauspielerin Mia Farrow während einer Demonstration vor der chinesischen Botschaft in Washington D.C. im Dezember 2007.

(Foto: Foto: AFP)

"Weniger als 24 Stunden vor meiner Abreise haben sie mein Visum widerrufen", bedauerte Cheek, der die Sportlervereinigung Team Darfur mitgegründet hat. Die chinesische Botschaft in Washington erklärte lediglich, sie sei nicht verpflichtet, zu den Gründen des Visum-Entzugs Stellung zu nehmen.

Die USA kündigten an, gegen die Maßnahme formalen Protest einzulegen. "Wir nehmen die Sache sehr ernst", sagte die Sprecherin von US-Präsident George W. Bush, Dana Perino, die Bush auf seiner Asien-Reise begleitete. "Wir hoffen, dass sie [die Chinesen] ihre Meinung ändern."

Das Olympia-Komitee der USA bemühte sich nach eigenen Angaben bei der US-Botschaft in Peking, dass der Widerruf aufgehoben werde. China steht wegen seiner Waffenlieferung an die sudanesische Regierung international in der Kritik. In Darfur im Westsudan kämpfen seit Februar 2003 Rebellenorganisationen gegen regierungstreue Milizen. Nach UN-Schätzungen kamen in dem Konflikt bis zu 300.000 Menschen ums Leben. 2,5 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben.

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