Olympische Spiele:Menschenrechtler fordern Ausschluss Afghanistans

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat das IOC aufgefordert, das von den Taliban geführte Afghanistan auszuschließen. Dass Frauen und Mädchen im Land seit der Machtübernahme durch die Miliz keinen Sport mehr ausüben dürfen, verstoße gegen internationale Menschenrechte und die Charta des Internationalen Olympischen Komitees, teilte HRW mit. Dieses solle die Taliban sofort "aus der olympischen Bewegung entfernen", sagte HRW-Direktorin Minky Worden. Friba Rezayee, erste weibliche afghanische Olympiateilnehmerin, unterstützt den Vorstoß. "Das IOC gibt als Ziel ein Geschlechterverhältnis von 50:50 und eine gleichberechtigte Beteiligung von Männern und Frauen an allen Sportarten aus", sagte Judoka Rezayee, das afghanische NOK werde jedoch von der Taliban-Regierung in Kabul kontrolliert. Deshalb solle das IOC Taliban, Sportverbände und Männer suspendieren, bis Frauen und Mädchen an Wettkämpfen teilnehmen können. Schon 1999 hatte das IOC das Komitee Afghanistans bis 2003 wegen Nichtberücksichtigung von Frauen an Sportwettbewerben suspendiert.

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