Olympia:"Ziemlich enttäuscht": Nationaltorhüterin Schult kritisiert Bundesliga

Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult hat das aus ihrer Sicht mangelnde Olympia-Interesse in der Bundesliga bemängelt. Die Saisonvorbereitung habe bei vielen Klubs einen höheren Stellenwert gehabt als das Turnier in Tokio. "Für fast alle Sportler ist eine Olympia-Teilnahme das Größte, was es überhaupt gibt - dagegen stand für viele Vereine der Männer-Bundesliga außer Frage, die Vorbereitung auf die neue Saison höher einzuordnen", kritisierte die 30-Jährige am Dienstag in ihrer Sportbuzzer-Kolumne. Die deutsche Olympia-Mannschaft war in Tokio nach nur einem Sieg in der Vorrunde ausgeschieden. Trainer Stefan Kuntz hatte nicht einmal einen kompletten Kader zur Verfügung. Statt der erlaubten 22 Akteure waren nur 18 DFB-Spieler nach Japan gereist.

"Ob es Spieler gab, die tatsächlich freiwillig verzichteten, kann ich mir nur schwer vorstellen. Vielmehr war wohl der Druck der Berater, der Trainer und der Klubs zu groß", sagte die Olympiasiegerin von 2016, die wegen einer Wadenverletzung mehrere Wochen ausfällt und auch das erste Spiel in der Frauen-Bundesliga am 28. August gegen Potsdam verpassen wird, wie ihr Klub VfL Wolfsburg am Dienstag mitteilte. Sie sei "ziemlich enttäuscht vom deutschen Fußball" und "wie weit hinten die Olympischen Spiele in der Wichtigkeit kategorisiert wurden". Unter diesen Umständen müsse man "vielleicht darüber nachdenken, ob der Männerfußball weiter an Olympia teilnehmen möchte und diesem historischen Kräftemessen der Besten der Welt wirklich gerecht wird."

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