Wenn man bedenkt, durch welch sportpolitische Gewitter Wladyslaw Heraskewytsch in den vergangenen Tagen gezogen ist, war es umso beachtlicher, wie der Ukrainer am Donnerstagabend auftrat, als sich der erste Sturm gelegt hatte. Gerade hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) dem Athleten untersagt, im olympischen Skeletonrennen mit einem Helm anzutreten, auf dem die Gesichter von 22 Athleten prangen, die Russland in der Ukraine getötet hat. Nun saß Heraskewytsch mit müden Augen im ukrainischen Konsulat, an den Wänden hingen Bilder jenes Krieges, an dessen Folgen er auf seinem Helm erinnert. Und doch fand er Kraft für einen Scherz, den er zuvor der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erzählt hatte: Wenn das IOC seinen Helm für so problematisch hält, könne er doch so schnell durch die Eisrinne rauschen, dass man die Motive auf dem Helm nicht erkennt?
MeinungDer Fall HeraskewytschDer Helm-Eklat legt offen, wie uneindeutig die Regeln des IOC sind

Kommentar von Johannes Knuth, Mailand
Lesezeit: 2 Min.

Nach der Niederlage vor dem Sportgerichtshof Cas ist Wladyslaw Heraskewytsch bereit, auch vor staatliche Gerichte zu ziehen. Das könnte für den Sport ein großes Problem werden.

Disqualifikation des Ukrainers Heraskewytsch:Die bislang größte Affäre dieser Olympischen Winterspiele
Weil er auf seinem Helm an im Krieg getötete ukrainische Athleten erinnert, wird Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch disqualifiziert – und ein Rechtfertigungsmarathon des IOC beginnt. Die Geschichte einer Eskalation.
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