Was macht eine Tennisspielerin, wenn der letzte Ball nach epischen drei Stunden und vier Minuten gespielt ist und ihre Karriere gerade ein Ende gefunden hat, weil der Vorhandschlag ins Netz fliegt? Angelique Kerber, 36, hat am Mittwoch bei den Olympischen Spielen nach ihrem 7:6 (4), 4:6 und 6:7 (6) in einem mitreißenden Viertelfinale gegen die Weltranglistensiebte Zheng Qinwen, 21, auf eine große Geste verzichtet. Sie wählte sofort den Weg ans Netz, schubste mit ihrem Schläger noch den verschlagenen Ball zur Seite und wartete auf die Chinesin, um ihr zu gratulieren. Danach schnappte sich Kerber ihre Tasche und winkte dem Publikum beim Gang in die Kabine ein letztes Mal zu. Dann war sie auch schon weg – und ihre Karriere nach ihrem persönlichen Finale furioso unprätentiös zu Ende gegangen.
Karriereende von Angelique KerberDie letzte Vorhand fällt
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Angelique Kerber gelingt gegen die Chinesin Zheng Qinwen ein dramatisches Abschiedsspiel, reich an spannenden Wendungen, aber ohne Happy End. Ihre Tenniskarriere beendet sie mit Stolz – und versöhnt mit Paris.
Von Maik Rosner, Paris
