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Olympia:Sorge um die Spiele in Tokio

Olympia - Tokio-Macher legen Rettungsplan vor

Logo der Spiele auf einem Plakat in Tokio.

(Foto: Eugene Hoshiko/dpa)

Das IOC treibt die Olympiaplanung voran - doch die Zweifel wachsen.

Für die Rettung der Sommerspiele in Tokio setzt Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), alle Hoffnungen in die Improvisationskünste der Organisatoren. Von einer Vielzahl an Notfall-Szenarien sprach Bach, bevor am Freitag die japanischen Gastgeber bei der ersten Online-Session in der Geschichte des IOC ihr Maßnahmenpaket für die ins nächste Jahr verschobenen Spiele vorstellen wollen.

Olympiasportler in Quarantäne, extra gelockerte Einreisebestimmungen für Athleten und Funktionäre, ein umfassendes Hygienekonzept und ein aufs Minimum reduziertes Sportfest - so könnte der Plan aussehen. Geisterspiele in leeren Arenen aber will das IOC vermeiden. "Olympische Spiele hinter verschlossenen Türen ist etwas, das wir nicht wollen", sagte Bach.

Doch auch nach der Verschiebung bleiben Zweifel an der Austragung. Einer jüngsten Umfrage zufolge glauben 77 Prozent der Japaner nicht, dass die Sommerspiele im kommenden Jahr wirklich in Tokio stattfinden können. Selbst wenn noch vor der nun für 23. Juli 2021 geplanten Eröffnung ein Impfstoff gegen das Virus gefunden ist, bezweifeln Experten, dass die Folgen der Pandemie rechtzeitig bewältigt sind. "Wir haben viele Sorgen darüber gehört, ob Olympia und die Paralympics tatsächlich ausgetragen werden können, und auch Vorschläge, die Spiele abzusagen", räumte der Präsident von Japans Olympischem Komitee, Yasuhiro Yamashita, ein. Ein Anstieg der täglichen Neuinfektionen vor allem in Tokio hatte zuletzt in Japan die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle geschürt.

Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann verdeutlichte kürzlich seine Skepsis. Er spüre "Steine im Magen, ob es klappen wird", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einem ARD-Podcast. Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbands ITTF, kann das gut nachempfinden, er "weiß um die schwierige Situation, wenn jeden Tag eine neue Botschaft kommt - und ab und an ist auch eine Hiobsbotschaft dabei".

In langen Verhandlungen haben die Gastgeber inzwischen wohl fast alle Wettkampfstätten für das kommende Jahr sichern können. Klar ist aber, dass die Verlegung die Japaner und auch das IOC Hunderte Millionen Euro zusätzlich kosten wird. Deshalb drängen die Planer in Tokio auf massive Einsparungen bei Pomp und Programm. Auch Bach plädiert für "genügsame Spiele, die sich auf das Wesentliche, den Geist und die Botschaft dieser Olympischen Spiele konzentrieren".

Wie das genau aussehen soll, daran arbeitet seit der Olympia-Verlegung Ende März eine Taskforce. Dass die für 2022 in Senegals Hauptstadt Dakar geplanten Olympischen Jugendspiele um vier Jahre auf 2026 verlegt wurden, sei kein Signal für ähnliche Überlegungen in Richtung Tokio, beteuerte der IOC-Chef. Die Situation sei nicht vergleichbar. Immer wieder haben das IOC und die Gastgeber bekräftigt, dass eine weitere Verschiebung der Sommerspiele ausgeschlossen ist. Wenn auch 2021 wegen der Corona-Pandemie kein Olympia in Tokio möglich ist, sollen die Spiele abgesagt werden.

© SZ vom 17.07.2020 / dpa, sid

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