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Olympia:Ovtcharov im Viertelfinale, Boll scheitert überraschend

2016 Rio Olympics - Table Tennis - Men's Singles

Dimitrij Ovtcharov steht im Viertelfinale.

(Foto: REUTERS)

Deutschlands Olympia-Fahnenträger erlebt einen schweren Moment. Besser ergeht es den Hockeymännern und Angelique Kerber. Für Novak Djokovic ist Olympia beendet.

Tischtennis: Nach dem unerwartet frühen Aus für Deutschlands Fahnenträger Timo Boll hat Dimitrij Ovtcharov das Viertelfinale erreicht. Der Tischtennis-Europameister verlor gegen den Slowenen Bojan Tokic zwar zunächst einen rekordverdächtigen Satz mit 31:33, gewann anschließend aber auch sein zweites Spiel des Tages mit 4:1 (31:33, 12:10, 11:5, 11:4, 11:7). In der Runde der letzten Acht trifft der Olympia-Dritte von London 2012 nun am Dienstag auf den weißrussischen Altmeister Wladimir Samsonow (Nr. 7) oder Paul Drinkhall (Großbritannien). Am Morgen hatte Ovtcharov in einem engen Match gegen Li Ping (Katar/Nr. 21) mit 4:3 die Oberhand behalten.

Das Wichtigste zu Olympia 2016 in Rio

Der 35-jährige Boll hatte zuvor in seinem Achtelfinal-Duell überraschend gegen den nigerianischen Weltranglisten-40. Aruna Quadri mit 2:4 (10:12, 10:12, 5:11, 11:3, 11:5, 9:11) verloren. Damit muss Rekordeuropameister Boll seinen Traum von einer olympischen Einzel-Medaille wohl endgültig begraben. "Ich habe einfach zu lange gebraucht, um mich auf seine unorthodoxe Spielweise einzustellen", sagte Boll: "Ich bin aber mit mir im Reinen, habe mir nicht viel vorzuwerfen."

Deutschlands Spitzenspielerin Han Ying (Tarnobrzeg/Nr. 5) zog derweil nach einer weiteren starken Leistung ins Viertelfinale ein. Die gebürtige Chinesin gewann nach dem mühelosen 4:0 im Auftaktspiel gegen Nanthana Komwong (Thailand) am Montag auch gegen Li Xue (Frankreich) mit 4:1 (11:4, 11:4, 8:11, 11:3, 13:11). In der Runde der letzten Acht wartet auf Han nun jedoch eine ungleich schwerere Aufgabe. Gegen die Weltmeisterin und Topfavoritin Ding Ning (Nr. 1) ist die Abwehrspielerin am Dienstag krasse Außenseiterin.

Tennis: Für den Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic sind die Olympischen Spiele vorbei. Nach seinem Aus im Einzel verlor der Schützling von Boris Becker auch das Zweitrunden-Doppel an der Seite seines serbischen Teamkollegen Nenad Zimonjic mit 4:6, 4:6 gegen die an Nummer drei gesetzten Brasilianer Marcelo Melo und Bruno Soares. Der zwölfmalige Grand-Slam-Gewinner Djokovic teilte danach mit, dass er in Rio nicht im Mixed für Serbien antreten werde. Djokovic hofft nun, 2020 in Tokio als dann 33-Jähriger erneut um Gold kämpfen zu können. "Ich hoffe, ich habe dann eine neue Chance." Seine einzige Olympia-Medaille gewann er 2008 mit Bronze in Peking.

Turnen: Japans Kunstturner haben erstmals seit Athen 2004 wieder olympisches Mannschafts-Gold gewonnen. Die Weltmeister-Riege um Superstar Kohei Uchimura setzte sich nach sechs Geräten mit insgesamt 274,094 Punkten vor Russland (271,453) und China (271,122) durch. Die Riege des Deutschen Turner-Bundes um den früheren Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen landete mit 261,275 Punkten auf Platz sieben. Deutschland trat nur mit vier Athleten an, da der deutsche Mehrkampf-Meister Andreas Toba nach seinem Kreuzbandriss nur zuschauen konnte. Mit seiner viel beachteten Leistung am Pauschenpferd hatte der 25-Jährige sein Team in das Finale geführt.

Hockey: Die deutschen Herren bleiben bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ungeschlagen. Der Olympiasieger gewann am Montag sein zweites Turnierspiel gegen Indien mit 2:1 (1:1) und bleibt damit Tabellenführer in der Gruppe B. Die Entscheidung besorgte Christopher Rühr (60. Minute) vier Sekunden vor Schluss. In der ersten Halbzeit hatte Niklas Wellen (18.) den Weltranglisten-Dritten mit seinem dritten Turniertor in Führung geschossen, Rupinder Singh (23./Strafecke) glich für den Rekord-Olympiasieger aus. Bereits am Dienstag (17.30 Uhr MESZ) bestreitet Deutschland sein drittes Turnierspiel gegen Irland.

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Das Rekord-Wasser von Rio

Im Olympia-Schwimmstadion purzeln die Weltrekorde. Manche Athleten deklassieren die Konkurrenz auf besondere Weise.

Judo: Die Judoka Rafaela Silva hat die erste Goldmedaille für Brasilien gewonnen. Die 24-Jährige, die in einer Favela in Rio nur wenige Kilometer vom Olympiapark entfernt aufgewachsen ist, triumphierte am Montag in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm. Die Weltmeisterin von 2013 besiegte im Finale Sumiya Dorjsuren aus der Mongolei. Für Silva, die in der ersten Runde die deutsche Judoka Miryam Roper in nur 46 Sekunden ausgeschaltet hatte, ist es die erste Olympia-Medaille. Das Publikum in Rio hatte die Brasilianerin den gesamten Tag über lautstark gefeiert, bejubelt und unterstützt.

Kanu: Die deutschen Slalomkanuten haben allesamt das Halbfinale erreicht. Die Weltmeister Franz Anton und Jan Benzien (Leipzig) kamen im Canadier-Zweier als Fünfte der Qualifikation souverän weiter. Melanie Pfeifer (Augsburg) musste dagegen etwas zittern und belegte im Kajak-Einer den 14. Platz. Anton/Benzien benötigten im Whitewater Stadium von Deodoro 103,43 Sekunden, beim schwächeren zweiten Durchgang unterliefen den Startern des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) zwei Torstangenberührungen (114,35). Tagesbeste waren die Cousins Ladislav und Peter Skantar aus der Slowakei (100,89). Elf von zwölf Booten schafften es in die nächste Runde. Pfeifer verpatzte den ersten Lauf (15.), schaffte aber im zweiten Versuch in 107,30 Sekunden gerade noch die Qualifikation. 15 von 21 Starterinnen blieben im Wettbewerb. Die Topzeit gelang Stefanie Horn aus Italien (99,07). Am Vortag hatten bereits die Augsburger Sideris Tasiadis (C1) und Hannes Aigner (K1) den Einzug ins Halbfinale perfekt gemacht.

Schwimmen: Alexandra Wenk hat nach einem enttäuschenden Auftakt in ihrem zweiten Rennen den Vorlauf überstanden. Die Münchnerin schwamm in 2:12,46 Minuten als 13. ins Halbfinale am Montagabend Ortszeit. Wenk hatte zuvor über 100 Meter Schmetterling gepatzt. Topfavoritin Katinka Hosszu war Vorlaufschnellste. Die Ungarin schlug nach 2:07,45 Minuten an. Am Tag nach seinem 19. Olympiasieg ließ es Michael Phelps im Vorlauf über 200 Meter Schmetterling ruhig angehen. Der amerikanische Ausnahmeschwimmer begnügte sich am Montag in 1:55,73 Minuten mit Gesamtrang fünf. "Ich habe meinen Plan und wusste, was ich in etwa zeigen musste", sagte der 31-Jährige.

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Der Leonardo di Caprio des Bogenschießens

Auch die die ärgsten Konkurrenten deckten ihre Karten noch nicht auf: Olympiasieger Chad Le Clos aus Südafrika (1:55,14), der Phelps in London bezwungen hatte, und Ungarns Urgestein Laszlo Cseh (1:55,57) ließen sich Reserven. Über 200 Meter Freistil blieb Annika Bruhn trotz persönlicher Bestzeit wie erwartet im Vorlauf hängen. In 1:58,48 Minuten brachte sie als 20. aller Vorläufe die Leistung, die von ihr erwartet werden durfte. Persönliche Bestzeiten waren zuvor zwei Deutschen gelungen. "Ich hätte anderthalb Sekunden schneller schwimmen müssen, damit ich weiterkomme. Das war ein gutes Reinkommen für die Staffel" sagte Bruhn. Vorlaufschnellste war Favoritin Katie Ledecky aus den USA in 1:55,01 Minuten.

Gewichtheben: Sukanya Srisurat hat für Thailand die zweite Goldmedaille im Gewichtheben gewonnen. Die 21-Jährige siegte in der Klasse bis 58 kg mit einem Zweikampfwert von 240 kg (110 kg Reißen+130 kg Stoßen) und verwies ihre Landsfrau Pimsiri Sirikaew (232/102+130) sowie die Taiwanesin Kuo Hsing-Chun (231/102+129) auf die Plätze. Sabine Kusterer (Durlach) belegte als beste Athletin der B-Gruppe mit 200 kg (90+110) den zehnten Gesamtrang.

Reiten: London-Olympiasieger Michael Jung kämpft bei den Reiterspielen in Rio erneut um Einzelgold in der Vielseitigkeit. Der 34-Jährige aus dem schwäbischen Horb und sein unglaublicher Wallach Sam bewältigten den schweren Geländekurs mit null Fehlerpunkten innerhalb der vorgegebenen Zeit. Damit ist Jung in der Gesamtwertung vorläufig Zweiter hinter dem ebenfalls fehlerfreien Australier Christopher Burton mit Santano II. Der Grund dafür, dass Jung nicht führt, ist das für seine Verhältnisse schwache Dressur-Ergebnis. Während der Rückstand von Jung (40,90 Strafpunkte) auf Burton (37,60) im abschließenden Springen am Montag aber lediglich einem Abwurf entspricht, hat Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) nach zwei dicken Fehlern keine Chance mehr auf eine Medaille. Die 29-Jährige und ihr Wallach Opgun Louvo patzten zweimal im Wasser und kassierten dafür 40 Strafpunkte. Hinzu kamen 4,80 Punkte für Zeitüberschreitung. Damit dürfte Auffarth möglicherweise das deutsche Streichresultat werden. Dritte deutsche Starterin ist Olympia-Debütantin Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai do Thot um 18.18/13.18 Uhr, gefolgt von der zweimaligen Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster) mit Hale Bob um 19.35/14.35 Uhr.

Boxen: Im Olympischen Dorf ist erneut ein Boxer wegen sexueller Nötigung festgenommen worden. Der Namibier Jonas Junius, Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier, hatte versucht, ein Zimmermädchen gegen ihren Willen zu küssen und ihr Geld für Liebesdienste angeboten. Die Putzfrau konnte sich losreißen und die Polizei herbeirufen. Junius wurde noch am Sonntagnachmittag im Athletenquartier verhaftet und in den Gefängniskomplex Bangu von Rio de Janeiro gebracht. Für seinen Zweitrundenkampf am Donnerstag in der Klasse bis 64 kg gegen den Franzosen Hassan Anzille hofft der Namibier nun auf Haftaussetzung. Bereits am vergangenen Donnerstag war der marokkanische Boxer Hassan Saada wegen des gleichen Vergehens ebenfalls inhaftiert worden. Eine Bitte auf Suspendierung der Haft wurde dem 22-Jährigen verweigert, so dass er nicht zu seinem Erstrunden-Kampf in der Klasse bis 81 kg antreten konnte und disqualifiziert wurde.