Olympia:Organisatoren lockern Vorgaben

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Olympia: Tägliche Corona-Tests: Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer werden in Peking engmaschig überwacht.

Tägliche Corona-Tests: Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer werden in Peking engmaschig überwacht.

(Foto: Mark Schiefelbein/AP)

Die sensibel eingestellten Corona-Tests in Peking hatten viel Kritik provoziert - nun werden die umstrittenen CT-Werte geändert. In der deutschen Delegation vor Ort kommt es zum ersten Positivfall.

Nach heftigen Debatten um die Corona-Tests bei den Winterspielen in Peking haben die Organisatoren die strikten Regeln etwas gelockert. Kern der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) am Montag veröffentlichten Vorgaben ist, dass der CT-Wert für einen positiven Test auf unter 35 festgelegt wird. Je niedriger dieser Wert ist, als umso ansteckender gilt eine Person. In Deutschland liegt ein positiver Befund nach Angaben des Robert Koch-Instituts erst bei einem CT-Wert von unter 30 vor. In China ist dieser Wert auf 40 festgelegt. Dabei gehen Experten davon aus, dass bei einem derart hohen Wert eine Viruslast zwar noch nachgewiesen werden kann, die Viren aber nicht mehr aktiv sind, die Person also nicht mehr ansteckend ist.

Wegen der bislang teils unklaren Vorgaben hatten Athleten und Funktionäre wie der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier die Sorge geäußert, dass viele vor ihrer Abreise negativ getestete Sportler nach ihrer Ankunft in Peking positiv getestet werden könnten. Wolfgang Schobersberger, der in Peking die medizinisch-wissenschaftliche Kommission des IOC leitet, bestätigte zuletzt im Kurier: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die längst genesen sind, bei späteren Tests plötzlich wieder positiv sind. Bei denen kann der CT-Wert manchmal über mehrere Wochen schwanken." Je sensibler die Tests justiert sind, wie in China, desto größer ist die Gefahr, dass selbst Genesene immer wieder in den positiven Bereich hineinschwappen. Dies war unter anderem zwei Mitarbeitern eines kanadischen Radio-Senders zuletzt widerfahren.

Bislang wurden 76 Positivfälle bei Einreise und in der Blase registriert

Unter diesen Umständen sei die Sache klar, sagte IOC-Arzt Schobersberger zuletzt: "Wer sich jetzt infiziert, für den ist Olympia mit hoher Wahrscheinlichkeit gelaufen." Dass die Vorgaben nun geändert wurden, dürfte auch eine Reaktion auf die jüngste Kritik sein. Das Szenario, in Peking positiv getestet zu werden, droht allerdings noch immer vielen Athleten, die sich zuletzt infizierten, darunter der zweimalige Skeleton-Weltmeister Axel Jungk und die Junioren-Weltmeisterin Hannah Neise aus Deutschland. Am Montagabend teilte der Deutsche Olympische Sportbund dann mit, dass einer seiner Betreuer im Skigebiet Zhangjiakou positiv auf das Virus getestet worden sei. Der Betreuer sei symptomfrei, befinde sich in einem Quarantäne-Hotel und habe keine engeren Kontakte zu weiteren Mitgliedern der Delegation gehabt.

Zuvor hatten die Organisatoren 75 Fälle bei der Einreise und in der sogenannten olympischen Blase gemeldet, in der sich alle Teilnehmer aufhalten, streng abgeschirmt von der Außenwelt.

Wer in Peking bei den Spielen (ab 4. Februar) positiv getestet wird, muss sich zunächst in eine Isolations-Einrichtung begeben. Nach zwei negativen PCR-Tests kann er ins Geschehen zurückkehren. Sollte er nach zehn Tagen noch immer in Quarantäne sein, genügt ein negativer PCR-Test mit dem neu festgelegten Grenzwert, um die Isolation zu beenden - sofern der Betroffene keine Symptome hat. Im Anschluss werden die Teilnehmer zweimal täglich getestet; die Dauer für diese Maßnahme wurde von zwei Wochen auf sieben Tage reduziert.

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