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Olympia:Gold vor 50 Zuschauern

Olympia war am Bildschirm optimal, weil für die beliebtesten Sportarten in Europa niemand nachts aus der Koje krabbeln musste, der US-amerikanische Eis-und Alpin-Fan bekam seinen Sport zum Kaffee serviert. Das beschert den Rechteinhabern für TV-Lizenzen prima Quoten und das Internationale Olympische Komitee kann wieder Milliarden Dollar bei der nächsten Ausschreibung verdienen. Doch es bescherte den Sportlern vor Ort oft leere Tribünen, Olympiasiege vor 50 Leuten. Wovon man als TV-Zuschauer auch nur bedingt etwas mitbekam, weil die Kamera dann halt schön hereinzoomte.

Die mangelnde Begeisterung kann man aber einem am wenigsten vorwerfen: dem Südkoreaner. Die Menschen im Gastgeberland lieben Shorttrack, sie kommen zum Shorttrack. Sie kommen zum Rodeln, sie kommen auch zum Eisschnelllauf, es sind die Sportarten, die ihnen liegen. Sie sind keine Skination, wer soll sich dann um 21.30 Uhr an eine entlegene Skisprungschanze verirren? Der Gastgeber war fleißig, freundlich, gut organisiert, er hat alles für Olympia gemacht. Aber Olympia war nicht für ihn gedacht.

Olympia Wundersame Einheit auf Eis
Olympia

Wundersame Einheit auf Eis

Fast auch noch Russland im olympischen Finale geschlagen: Bundestrainer Marco Sturm formte in der kleinen Eishockey-Nation Deutschland eine große Mannschaft.   Kommentar von Thomas Hummel

Schöne Bilder mussten entstehen und so ehrte Thomas Bach persönlich am Sonntagabend noch die letzten Athleten, verteilte Medaillen über 50 Kilometer Langlauf. Und als die finnische Hymne für den Olympiasieger Iivo Niskanen lief, war die Fahne von zwei Olympiafahnen eingerahmt: Silber und Bronze gingen an zwei "Olympische Athleten aus Russland". Am liebsten hätte das IOC das russische Komitee schon mit dieser Schlussfeier wieder zugelassen, das wäre ganz im Sinne von Thomas Bach gewesen, der ja auch fand, dass diese Olympischen Spiele Nord- und Südkorea auf wundersame Weise wieder zusammengeführt hatten. Zwei Dopingfälle russischer Athleten bei diesen Spielen kamen ihm leider dazwischen.

Soohorang winkte also noch ein bisschen in diesen Nachthimmel zum Abschied, die Feuerwerke explodierten massenweise. Und wenn die letzten Kameras abgebaut sind, will das IOC schon wieder entscheiden: Sollte sich kein neuerlicher Dopingfall aus diesen Spielen ergeben haben, wird Russland wieder zur Olympia-Nation erklärt. Womöglich schon in der kommenden Woche.

Olympia Russland bleibt bis Olympia-Ende suspendiert

IOC-Entscheidung

Russland bleibt bis Olympia-Ende suspendiert

Nach zwei Dopingfällen müssen die Olympischen Athleten aus Russland bei der Schlussfeier in Pyeongchang ohne Nationalflagge ins Stadion einlaufen. Die Sanktionen dürften aber bald aufgehoben werden.

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