SportpolitikIOC streicht Nordische Kombination aus Olympia-Programm

Lesezeit: 1 Min.

Bei den Winterspielen 2026 in Mailand waren die Nordischen Kombinierer noch am Start.
Bei den Winterspielen 2026 in Mailand waren die Nordischen Kombinierer noch am Start. Daniel Karmann/dpa

Das Ende einer Ära: Nach mehr als 100 Jahren ist die Nordische Kombination nicht mehr Teil des Programms der Winterspiele. Das IOC begründet seine Entscheidung unter anderem mit fehlendem Zuschauerinteresse.

SZ bei Google bevorzugen

Die Ära der Nordischen Kombination bei Olympia ist nach mehr als 100 Jahren vorerst beendet. Die Sportart zählt für die nächsten Winterspiele 2030 in Frankreich nicht mehr zum Wettkampfprogramm, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne mitteilte. Bei den Winterspielen im Februar in Italien waren ausschließlich die Männer startberechtigt.

Die Nordische Kombination sei laut Studien beim Publikum die unbeliebteste Sportart der Winterspiele 2014, 2018, 2022 und 2026 gewesen, begründete das IOC seine Entscheidung. Darüber hinaus konzentriere sich die Sportart zu sehr auf nur wenige Länder. Nur fünf unterschiedliche Nationen hatten bei den vergangenen vier Winterspielen Medaillen gewonnen.

„Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben und nun zunächst mit dieser Entscheidung leben müssen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Zugleich müssen wir anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss.“

Das IOC entscheidet zudem, den Parallel-Riesenslalom im Snowboard im Programm zu lassen

Für die Kombination ist es ein schwerer Schlag. Jahrelang hatten Athletinnen und Athleten sowie die Verbände für einen Verbleib beim wichtigsten Sportereignis der Welt gekämpft. Hätte sich das IOC für einen Erhalt der Sportart im Programm entschieden, hätten 2030 wohl auch erstmals die Frauen teilgenommen.

So werden in dreieinhalb Jahren (1. bis 17. Februar 2030) in den französischen Alpen zwar Skispringer und Langläufer dabei sein, aber keine Kombinierer mehr. Das IOC entschied zudem, den Parallel-Riesenslalom im Snowboard entgegen jüngster Befürchtungen der Sportlerinnen und Sportler im Wettkampfprogramm zu lassen.

Die Kombination war seit der erstmaligen Austragung im Jahr 1924 fester Bestandteil der Winterspiele. Frauen waren in diesen 102 Jahren nie dabei. Es war bis zu diesem Jahr die letzte Sportart der Winterspiele, in der Frauen kein Startrecht haben.

© SZ/dpa/sid - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Zukunft der Nordischen Kombination
:Entweder die Frauen kommen dazu – oder die Sportart stirbt aus

Am Mittwoch reist eine Delegation des IOC zur Nordischen Kombination: Sie wird nach den Spielen entscheiden, ob die einzige Sportart, bei der nur Männer starten, weiter olympisch sein wird.

Von Sebastian Winter

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: