Olympia 2021:Tennis-Doppel Zverev/Struff erreicht Viertelfinale

Tennis - Men's Doubles - Round 2

Gewinnen ihr Achtelfinale in zwei Sätzen: Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff.

(Foto: Mike Segar/Reuters)

Die Deutschen besiegen ihre Gegner aus Frankreich. Für Ex-Schwimm-Weltmeister Koch ist nach dem Vorlauf Schluss. Judoka Ressel und Triathletin Lindemann verpassen das Podium.

Tennis: Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff haben ihre Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen im Doppel gewahrt. Das deutsche Duo gewann am Dienstagabend in Tokio gegen die Franzosen Jeremy Chardy und Gael Monfils 6:4, 7:5. Dank des zweiten Siegs zog das letzte im Wettbewerb verbliebene deutsche Herren-Doppel ins Viertelfinale ein.

Unter Flutlicht auf Außenplatz vier und unterstützt von der kleinen deutschen Tennis-Delegation auf den Zuschauerplätzen ließ die Paarung bei 5:3-Führung zunächst drei Satzbälle in Serie aus. Bei Aufschlag von Struff gelang der erste Satzgewinn. Auch im zweiten Durchgang reichte ein Break.

Im Viertelfinale treffen Zverev und Struff nun auf die US-Profis Austin Krajicek und Tennys Sandgren. Zuvor waren Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel-Achtelfinale ausgeschieden. Im Einzel-Achtelfinale ist der Deutsche Tennis Bund noch mit Zverev und Dominik Koepfer vertreten.

Schwimmen: Der frühere Schwimm-Weltmeister Marco Koch hat bei den Olympischen Spielen in Tokio ein enttäuschendes Vorlauf-Aus hinnehmen müssen. Der 31-Jährige schlug am Dienstag über 200 Meter Brust nach 2:10,18 Minuten an und belegte damit nur Rang 20 am Ende aller Vorläufe. Bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 hatte der Weltmeister von 2015 jeweils den siebten Platz belegt.

Bei ihrem ersten wichtigen Rennen nach zwei Jahren erreichte Franziska Hentke, WM-Zweite von 2017, das Halbfinale. Über 200 Meter Schmetterling belegte die 32-Jährige in 2:09,98 Minuten den elften Platz. Da die dreimalige Olympiasiegerin Katinka Hosszu aus Ungarn den Vorlauf ausließ, schied keine der 16 Starterinnen aus. Über 100 Meter Freistil war für den Essener Damian Wierling nach 48,83 Sekunden auf Rang 26 Endstation.

Tischtennis: Deutschlands Tischtennisprofi Timo Boll hat erneut den Einzug in das Viertelfinale verpasst. Der 40-Jährige aus Düsseldorf musste sich am Dienstag im Tokyo Metropolitan Gymnasium dem Südkoreaner Youngsik Jeoung in 1:4 Sätzen (8:11, 11:7, 7:11, 9:11, 4:11) geschlagen geben. Für Boll sind es die sechsten Olympischen Spiele, die erhoffte erste Medaille im Einzel verfehlte er damit erneut.

Mit der Mannschaft zählt der Rekord-Europameister aber auch in Tokio zu den Kandidaten auf Edelmetall. Den Einzug in das Achtelfinale hatten zuvor Bolls Nationalteamkollege Dimitri Ovtcharov und bei den Damen Han Ying geschafft.

Judo: Judoka Dominic Ressel ist im Kampf um die erste Medaille für den Deutschen Judo-Bund bei den Olympischen Spielen knapp gescheitert. Der 27-Jährige aus Kronshagen verlor am Dienstag im legendären Nippon Budokan in Tokio im kleinen Finale gegen den Österreicher Shamil Borchashvili durch Ippon und verpasste Bronze.

Der Weltranglisten-Zehnte beendete seine ersten Olympischen Spiele damit auf Rang fünf, es ist das bislang beste Ergebnis für das Team des DJB in Tokio. Ressel hatte sich zuvor in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm nach einer unglücklichen Viertelfinal-Niederlage über die Hoffnungsrunde in den Bronze-Kampf gearbeitet.

Wasserspringen: Den deutschen Wasserspringern hat nicht viel zur zweiten Medaille gefehlt. Tina Punzel und Christina Wassen belegten im Synchronspringen vom Turm den fünften Platz. Auf Bronze und Mexiko fehlten am Dienstag 6,84 Punkte. Olympiasiegerinnen wurden erwartungsgemäß die Chinesinnen Chen Yuxi (15) und Zhang Jiaqi (17) mit 363,78 Punkten vor Jessica Parratto und Delaney Schnell aus den USA. Für die Dresdnerin Punzel wäre es nach Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett die zweite Medaille der Sommerspiele in Japan gewesen. Sie ist noch im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett mit Finalchancen am Start.

Zuletzt hatte es für die deutschen Wasserspringer in Peking 2008 zwei Medaillen gegeben. In Tokio haben sie noch weitere Chancen. Fahnenträger Patrick Hausding ist am Mittwoch (8.00 Uhr MESZ) zusammen mit Lars Rüdiger zum ersten Mal am Start. Sie zählen im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten.

Triathlon: Laura Lindemann hat trotz einer starken Vorstellung eine Medaille verpasst. Die 25-Jährige aus Potsdam kam am Dienstagmorgen beim Sieg von Flora Duffy, die das erste Gold der Geschichte für Bermuda holte, auf den achten Platz. Zur ersten Medaille einer deutschen Triathletin bei Sommerspielen fehlten Lindemann, die nach dem Radfahren noch Zweite war, 1:21 Minuten.

"Ich war wirklich die ganze Zeit am Limit", sagte Lindemann in der ARD: "Beim Laufen hat einfach die Kraft gefehlt. Ich bin losgelaufen, und da habe ich schon gemerkt, dass ich extrem viel beim Radfahren geben musste. Dann habe ich mich noch ins Ziel gerettet." Die 33 Jahre alte Ex-Weltmeisterin Duffy setzte sich nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen in 1:55:36 Stunden souverän vor der Britin Georgia Taylor-Brown (+1:14 Minuten) und Katie Zaferes (USA/+1:27) durch. Für das nur 64 000 Einwohner zählende britische Überseegebiet Bermuda war es die zweite Medaille überhaupt nach Bronze für den Boxer Clarence Hill 1976 in Montreal.

Lindemann hatte im Ziel 2:48 Minuten Rückstand. Dennoch war es der beste Platz einer deutschen Triathletin in einem olympischen Rennen. Anja Dittmer (2004) und Anne Haug (2012) hatten jeweils Platz elf belegt. Die zweite deutsche Starterin Anabel Knoll (Ingolstadt) lief auf Platz 31 (+9:09) ein. Nicht am Start war die Ukrainerin Julia Jelistratowa. Bei der 33-Jährigen war nach Angaben der Internationalen Test-Agentur (ITA) bei einer Dopingprobe im Juni EPO nachgewiesen worden. Jelistratowa wurde vorläufig gesperrt.

Schießen: Europameisterin Carina Wimmer (Kelheim Gmünd) und Sportschütze Christian Reitz (Regensburg) haben eine Medaille deutlich verfehlt. Im Mixed-Wettbewerb mit der Luftpistole belegte das Duo des Deutschen Schützenbundes (DSB) mit 571 Ringen am Dienstag den zwölften Platz und verpasste den Einzug in die nächste Runde. Sportsoldatin Wimmer steuerte 281 Ringe bei, Reitz kam auf 290 Ringe. Das erste Olympia-Gold in diesem Wettbewerb schnappte sich China. Für Wimmer und Reitz war es der zweite Einsatz in Japan. Wimmer war im Luftpistolen-Einzel als 20. in der Qualifikation gescheitert. Reitz, Rio-Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole, hatte mit seiner Nebenwaffe den fünften Platz erreicht. Er peilt zum Abschluss der Schützenwettbewerbe am kommenden Montag eine Medaille in seiner Paradedisziplin an.

Taekwondo: Für den früheren Weltmeister Alexander Bachmann ist der Traum von einer Medaille früh geplatzt. Der 27 Jahre alte Sportsoldat aus Stuttgart unterlag bereits in seinem Auftaktkampf der Klasse über 80 kg dem Kasachen Ruslan Schaparow mit 7:11 und schied damit aus. Um eine zweite Chance über die Trostrunde zu haben, hätte Bachmann das Viertelfinale erreichen müssen. Bachmann hatte sich vor dem Wettkampf sehr selbstbewusst gezeigt. "Ich will eine Medaille gewinnen. Am besten die goldene", sagte er kämpferisch.

Letztlich erreichte Bachmann im Feld der nur 16 Kämpfer nicht einmal das Minimalziel: Seine Frau Rabia hatte 2016 in Rio unter ihrem Mädchennamen Gülec im Viertelfinale gestanden. Bachmann hatte 2017 WM-Gold in der Klasse bis 87 kg gewonnen. Bei Olympischen Spielen gibt es allerdings nur vier statt der acht Gewichtsklassen bei Weltmeisterschaften, die Konkurrenz ist damit deutlich enger besetzt. Die einzigen beiden Athleten, die bisher olympisches Edelmetall im Taekwondo für Deutschland holten, bleiben damit Faissal Ebnoutalib (2000 in Sydney/Silber) und Helena Fromm (2012 in London/Bronze).

Hockey: Die deutschen Herren stehen nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel vor dem Einzug in die K.o.-Runde. Die Mannschaft von Trainer Kais al Saadi setzte sich am Dienstag im Oi Hockey Stadium mit 5:1 (1:1) gegen Großbritannien durch und erarbeitete sich damit einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um eine gute Ausgangslage für das Viertelfinale. Die weiteren Gegner sind am Donnerstag Südafrika und am Freitag die Niederlande. Vier Teams aus der Sechsergruppe ziehen in die K.o.-Runde ein. Die deutsche Auswahl startete im zwischenzeitlich strömenden Regen von Tokio überlegen, geriet aber durch einen Treffer des Briten Phillip Roper zunächst in Rückstand (9. Minute).

Kurz vor Ende des ersten Viertels gelang Florian Fuchs nach einer Strafecke der Ausgleich (15.). Im zweiten Viertel überstand die DHB-Auswahl eine zweimalige Unterzahl, nach der Pause traf Christopher Rühr dann in Überzahl zur verdienten Führung (35.). Justus Weigand erhöhte auf 3:1 (42.), in der Schlussphase traf wieder Fuchs (51./60.). Das Team von al Saadi zeigte damit auch eine gute Reaktion auf die erste Niederlage beim Olympia-Turnier gegen Weltmeister Belgien (1:3) am Montag. Zum Auftakt hatte die deutsche Auswahl mit 7:1 gegen Außenseiter Kanada einen Pflichtsieg geholt.

Mountainbike: Jolanda Neff ist die erste Schweizer Olympiasiegerin. Die 28-Jährige gewann das Rennen beim Schweizer Dreifach-Erfolg vor Sina Frei und Linda Indergand. Die deutschen Starterinnen Ronja Eibl (Grosselfingen) und Elisabeth Brandau (Schönaich) blieben hinter den Erwartungen zurück. Eibl belegte Platz 19, Brandau wurde in der vierten Runde überrundet und schied auf Rang 32 aus. Auf dem 20,55 Kilometer langen Kurs im zwei Stunden westlich von Tokio gelegenen Izu setzte sich Ex-Weltmeisterin Neff schon früh vom Hauptfeld ab. Frei, Indergand und die französische Top-Favoritin Loana Lecomte bildeten schließlich die Verfolgungsgruppe. Als Lecomte die Kette heruntersprang und sie den Anschluss verlor, war der Weg zum historischen Erfolg frei.

© SZ/sid/dpa/tbr/bek
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