Olympia:Hockey-Männer mit Prestigesieg im Viertelfinale

Olympia: Deutschlands Niklas Bosserhoff im Zweikampf mit Joep Paul Eric de Mol.

Deutschlands Niklas Bosserhoff im Zweikampf mit Joep Paul Eric de Mol.

(Foto: John Locher/AP)

Deutschland schlägt die Niederlande zum Abschluss der Gruppenphase mit 3:1. Die USA und Kanada stehen im Finale des Frauenfußball-Turniers. Die Meldungen aus Tokio.

Die deutschen Hockey-Männer sind mit einem Erfolgserlebnis zum Abschluss der Vorrunde ins Viertelfinale eingezogen. Das Team von Bundestrainer Kais al Saadi feierte mit 3:1 (1:0) gegen die Niederlande den dritten Sieg im fünften Gruppenspiel und trifft nun zum Auftakt der K.o.-Phase am Sonntag auf Argentinien. Die Treffer für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bunds erzielten Niklas Wellen (10. Minute), Constantin Staib (41.) und Timm Herzbruch (54.). Bis zum Gegentreffer durch Jeroen Hertzberger (57.) zeigte das deutsche Team eine starke Defensivleistung.

Kapitän Tobias Hauke blickte dem K.o-Duell gegen Argentinien optimistisch entgegen: "Wir sind auf jeden Fall in der Lage, das Viertelfinale zu gewinnen." Die DHB-Auswahl war vor dem Anpfiff dank Schützenhilfe vom ganz großen Druck befreit worden. Das 4:4 zwischen Südafrika und Kanada sicherte dem Team bereits einen der ersten vier Plätze der Vorrundengruppe B.

Weitere Meldungen aus Tokio:

Fußball: Megan Rapinoe hat den amerikanischen Fußballerinnen beim Elfmeterschießen ins Halbfinale der Olympischen Spiele verholfen. Die 36-Jährige verwandelte am Freitag in Yokohama gegen Europameister Niederlande den entscheidenden Ball vom Punkt. Am Ende hieß es 4:2 im Elfmeterschießen. US-Torhüterin Alyssa Naeher hielt dabei Schüsse von Vivianne Meidema und Aniek Nouwen. Nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 2:1) für die Weltmeisterinnen gestanden. Meidema hatte in der regulären Spielzeit zweimal für das Oranje-Team getroffen (18. und 54. Minute). Mit ihrem neunten und zehnten Turniertor in Tokio stellte sie in ihrem 100. Länderspiel einen olympischen Rekord auf. Ihre Teamkollegin Lieke Martens vergab dann einen Strafstoß (81.).

Sam Mewis (28.) und Lynn Williams (31.) erzielten die Tore für die USA, die nun am Montag gegen einen Nachbarn um den Einzug ins Finale spielen: Kanada setzte sich ebenfalls im Elfmeterschießen gegen Brasilien mit 4:3 durch, nachdem beide Teams zuvor in 120 Minuten keinen Treffer erzielt hatten. Australien bezwang Großbritannien mit 4:3 nach Verlängerung und trifft nun auf die Schwedinnen, die Gastgeber Japan mit 2:1 besiegten.

Leichtathletik: Der Äthiopier Selemon Barega hat über die 10 000 Meter Gold gewonnen. Der 21-Jährige verwies am Freitag in einem rasanten Finish das ugandische Duo Joshua Cheptegei und Jacob Kiplimo auf die Plätze zwei und drei. Nach zwei Goldmedaillen nacheinander des Briten Mo Farah, der sich für die Spiele in Japan nicht qualifiziert hatte, triumphierte nun Barega über die 25 Runden in 27:43,22 Minuten.

Aktuelles zu Olympia 2021

Alle Meldungen zu den Olympischen Sommerspielen 2021, zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland und weltweit sowie die wichtigsten Nachrichten des Tages lesen Sie zweimal täglich in unserem Newsletter. Melden Sie sich kostenlos an: sz.de/morgenabend. In unserer Nachrichten-App (hier herunterladen) können Sie den Nachrichten-Newsletter oder Sport-Eilmeldungen auch als Push-Nachricht abonnieren.

Schwimmen: Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat sicher das Finale über 1500 Meter Freistil erreicht. Der 23 Jahre alte Schwimmer schlug im Vorlauf nach 14:48,53 Minuten an. Damit qualifizierte er sich als Dritter für den Endlauf am Sonntag. Einen Tag nach der knapp verfehlten Medaille im 800-Meter-Rennen, in dem Wellbrock Vierter wurde, zeigte Wellbrock eine souveräne Vorstellung. Für Wellbrocks Magdeburger Teamkollegen Lukas Märtens reichte es nicht für das Finale. Er belegte nach 14:59,45 Minuten Rang elf.

Schwimmen: Die südafrikanische Brustschwimmerin Tatjana Schoenmaker hat bei den Olympischen Spielen in Weltrekordzeit Gold über 200 Meter gewonnen. Die 24-Jährige schlug am Freitag in Tokio nach 2:18,95 Minuten an und verbesserte die alte Bestmarke der Dänin Rikke Møller Pedersen aus dem Jahr 2013 damit um 16 Hundertstelsekunden. Noch im Becken brach Schoenmaker völlig überwältigt in Tränen aus und wurde von einigen ihrer Konkurrentinnen umarmt. Silber ging an Lilly King aus den USA, Bronze holte deren Landsfrau Annie Lazor. Schoenmakers Bestmarke war der erste Einzel-Weltrekord bei diesen Olympischen Spielen im Schwimmen.

Hockey: Angeführt von Doppel-Torschützin Lisa Altenburg haben die deutschen Hockey-Damen auch ihr viertes Gruppenspiel bei Olympia in Tokio gewonnen. Gegen Schlusslicht Südafrika gelang dem Team von Bundestrainer Xavier Reckinger am Freitag ein souveräner 4:1 (3:0)-Erfolg. Damit schloss die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes zum ebenfalls noch unbezwungenen Weltmeister Niederlande auf, der die Gruppe A anführt. Das Viertelfinal-Ticket hatten die deutschen Damen schon vorher sicher. Gegen Topfavorit Niederlande geht es nun am Samstag (11.30 Uhr MESZ) um den Gruppensieg.

Leichtathletik: Die Olympia-Premiere von Karl Bebendorf dauerte nur 8:33,27 Minuten. Als erster deutscher Leichtathlet musste der dreimalige nationale Meister am Freitag als Vorlauf-Elfter über 3000 Meter Hindernis bei den Tokio-Spielen seine Sachen wieder packen. "Die Strecke hat sich von ihrer besten Seite gezeigt, nämlich, wie hart sie sein kann", sagte der 25-jährige Dresdner. "Da kam der Punkt, wo es hart wurde und ich kopfmäßig nicht mehr mithalten konnte und gnadenlos zugrunde ging." Im Finale der deutschen Titelkämpfe sei man nach 2000 Metern sieben Sekunden langsamer gewesen.

Die Diskuswerfer Daniel Jasinski und Clemens Prüfer haben sich unterdessen ins Olympia-Finale von Tokio gezittert. Zufrieden mit seiner Qualifikation war aber vor allem der Bronze-Medaillengewinner von Rio de Janeiro 2016 nicht. "Es ist schon enttäuschend", sagte Jasinski am Freitag. Mit seinem weitesten Wurf über 63,29 Meter landete der 31-Jährige aus Wattenscheid in Gruppe A zwar nur auf dem siebten Platz, zog anschließend aber dennoch ins Finale ein.

Die weltbesten Sprinterinnen haben derweil im 100-m-Vorlauf mit absoluten Spitzenzeiten geglänzt, auch das deutsche Duo Alexandra Burghardt und Tatjana Pinto zog souverän ins Halbfinale ein. Schnellste war am Freitagmittag die Ivorerin Marie-Josée Ta Lou, die bei leichtem Gegenwind in 10,78 Sekunden den Afrika-Rekord ihrer Landsfrau Murielle Ahouré einstellte. Auch die jamaikanischen Topfavoritinnen überzeugten: Topfavoritin Elaine Thompson-Herah in 10,82 Sekunden Zweitschnellste, Shelly-Ann Fraser-Pryce, die 2008 und 2012 Gold geholt hatte, in 10,84 kaum langsamer.

Die deutsche Meisterin Burghardt (Burghausen) gewann ihren Lauf in guten 11,08 Sekunden, zuvor hatte sich Pinto (Paderborn) in 11,16 als Dritte ihres Laufs für das Semifinale am Samstag (12.15 Uhr MESZ/Finale um 14.50 Uhr MESZ) qualifiziert. Für Furore sorgten die Schweizer Sprinterinnen. Zuerst egalisierte Mujinga Kabundji in 10,95 Sekunden ihren Landesrekord, wenig später drückte Ajla del Ponte diesen auf 10,91.

Judo: Die deutschen Judokas Johannes Frey und Jasmin Grabowski sind bei den Olympischen Spielen in Tokio in ihren Auftaktkämpfen ausgeschieden. Der Düsseldorfer Frey unterlag in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm am Freitag dem für das Flüchtlingsteam des Olympischen Komitees (IOC) startenden Iraner Javad Mahjoub durch Waza-ari. Die Zweibrückenerin Grabowski musste sich Asienmeisterin Shiyan Xu aus China in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm durch Ippon geschlagen geben.

Reitsport: Julia Krajewski hat den deutschen Vielseitigkeitsreitern einen guten Start in die Olympischen Spiele beschert. Die 32-Jährige aus Warendorf zeigte am Freitag als erste deutsche Reiterin auf Amande de B'Neville eine ansprechende Dressur und sammelte 25,20 Strafpunkte. Damit lag sie nach der ersten von drei Gruppen auf dem dritten Platz. "Man muss wissen, dass Amande kein Dressurpferd ist. Ich war sehr froh, wie gut sie sich hat reiten lassen", sagte Krajewski, die 2016 in Rio mit dem Team Silber gewonnen hatte, über ihre elfjährige Stute: "Sie hat so ziemlich das gezeigt, was sie kann, darauf bin ich stolz. Mein Ziel waren 25 Punkte, das haben wir geschafft."

Pistolenschießen: Doreen Vennekamp hat eine Medaille klar verpasst. Die 26-Jährige aus Hüttengesäß belegte am Freitag beim Ausscheidungsschießen mit der Luftpistole aus 25 Metern den siebten Platz. Gold ging an die Russin Witalina Bazaraschkina vor Kim Minjung aus Südkorea und der Chinesin Xiao Jiaruixuan. Mitfavoritin Monika Karsch aus Regensburg war zuvor überraschend in der Qualifikation ausgeschieden. Olympia-Debütantin Vennekamp war nach einem fast perfekten Qualifikations-Wettkampf im Schnellfeuer noch in den Finaldurchgang gerutscht, nachdem sie am Vortag im Präzisionsschießen noch enttäuscht hatte. Der Deutsche Schützenbund hat bei den Sommerspielen in Tokio bislang Bronze beim Bogenschießen im Teamwettbewerb der Frauen verbucht.

Segeln: Die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel sind mit einem Tagessieg in die zweite Halbzeit ihrer Olympia-Regatta gestartet. Die Rio-Bronzemedaillengewinner rückten nach sieben Rennen auf Platz vier vor. Die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg hatte am Freitag noch zwei weitere Wettfahrten zu bestreiten. Ebenfalls am Freitag ist Laser-Weltmeister Philipp Buhl in den letzten beiden Rennen seiner Hauptrunde gefordert. Für den Siebten im Zwischenklassement der Einhand-Jollensegler geht es dabei um den Einzug ins Medaillenfinale der besten zehn Laser-Akteure am 1. August und um die bestmögliche Ausgangsposition im Kampf um Edelmetall.

BMX: Zwei schwere Stürze haben die BMX-Rennen bei den Olympischen Spielen in Tokio überschattet. In den Halbfinal-Läufen am Freitag verletzten sich Rio-Olympiasieger Connor Fields aus den USA und die Australierin Saya Sakakibara offenbar schwerer, beide mussten mit einer Trage weggebracht werden. Fields, der zu den Stars der Szene gehört, kam in seinem dritten Halbfinal-Lauf im Ariake Urban Sports Park kurz nach dem Start zu Fall.

Der Franzose Sylvain André und Twan van Gendt aus den Niederlanden konnten nicht mehr ausweichen und krachten in Fields hinein. Zum Finale trat der 28 Jahre alte Fields nicht mehr an. Den Olympiasieg sicherte sich der Niederländer Niek Kimmann, der vor einigen Tagen beim Training heftig mit einem Streckenposten kollidiert war. Bei Sakakibara kam es im Zweikampf an der Spitze mit der Amerikanerin Alise Willoughby zum Sturz. Willoughby konnte noch weiterfahren, verpasste aber den Einzug ins Finale. Dort triumphierte die Britin Bethany Shriever.

Boxen: Schwergewichtler Ammar Riad Abduljabbar aus Hamburg hat eine Medaille durch eine Niederlage im Viertelfinale verpasst. In der Gewichtsklasse bis 91 Kilogramm unterlag der 25-Jährige am Freitag dem Welt- und Europameister Muslim Gadschimagomedow vom Russischen Olympischen Komitee. Die Kampfrichter werteten den Kampf mit 0:5 gegen den aus dem Irak nach Deutschland eingewanderten Hamburger. Von den drei Deutschen war es nur Abduljabbar gelungen, seinen ersten Kampf zu gewinnen. Federgewichts-Boxer Hamsat Shadalov war in der ersten Runde nach einem knappen 2:3 ausgeschieden, auch Nadine Apetz musste sich im Weltergewicht mit 2:3 geschlagen geben.

© SZ/sid/dpa/fhas/bek
Zur SZ-Startseite
South Africa v Germany - Hockey - Olympics: Day 6

Hockey
:"Bei uns war das ein einziges Gestolper mit dem Ball"

Die deutschen Hockeymänner verlieren eine verrückte Partie gegen den Außenseiter Südafrika mit 3:4. Nun müssen sie um den Einzug in die K.-o.-Runde bangen - Grund zur Panik gibt es dennoch nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB