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Olympia-Nachrichten in Kürze:Erste Goldmedaille geht an chinesische Schützin

Die Chinesin Yi Siling ist die erste Siegerin der Olympischen Spiele 2012. Tony Martin steigt im Radfahr-Straßenrennen vorzeitig aus, Tennisspielerin Mona Barthel verliert in Runde eins. Das deutsche Ruder-Vorzeigeboot schafft es dagegen locker ins Finale. Michael Phelps kämpft sich bei seinem ersten Start gerade so unter die besten Acht.

Luftgewehr, erste Goldmedaille der Olympischen Spiele: Traditionell wird die erste Goldmedaille der Olympischen Spiele an eine Schützin vergeben, 2012 ist sie an Luftgewehrschützin Yi Siling aus China gegangen. Sylwia Bogacka aus Polen schoss sich auf Rang zwei, die Chinesin Yu Dan holte Branze.

Die Entscheidung ging ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Die beiden Sportschützinnen Beate Gauß und Jessica Mager scheiterten am Samstag in London schon in der Qualifikation. Gauß kam auf 392 Ringe, Mager schoss 394. "Beide wurden unter Wert geschlagen", sagte Heiner Gabelmann, Sportdirektor des Deutschen Schützenbundes.

Radfahren, Tony Martin: Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ist beim Straßenrennen in London nach 180 von 250 Kilometern ausgestiegen. Der 27-Jährige beendete das Rennen vor dem letzten Anstieg auf den gefürchteten Box-Hill. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er an der Spitze des Hauptfeldes zusammen mit den favorisierten Engländern dafür gesorgt, dass eine große Verfolgergruppe zusammenblieb. Martin hatte sich vor knapp vier Wochen bei einem Sturz auf der ersten Etappe der Tour de France das Kahnbein an seiner linken Hand gebrochen. Nach seinem Ausstieg am ersten Ruhetag bereitete sich der Wahl-Schweizer aus Cottbus gezielt auf das olympische Zeitfahren am kommenden Mittwoch vor. Dabei spekuliert er trotz seines Handicaps auf eine Medaille.

Tennis, DTB-Spieler: Für Mona Barthel ist ihre Premiere beim Tennis-Turnier in London bereits beendet. Die 22-jährige Neumünsteranerin, die als Einzel-Ersatzspielerin für Andrea Petkovic nachgerückt war, verlor ihre Auftaktpartie gegen die jüngere Radwanska-Schwester Urszula mit 4:6, 3:6. Dabei hatte die Jüngste des deutschen Tennis-Teams gegen die Polin im ersten Satz eine 4:2-Führung verspielt. Herren-Spieler Philipp Petzschner hatte es zuvor in Wimbledon besser gemacht. Der Rasenspezialist aus Bayreuth gewann sein Erstrunden-Spiel gegen den Slowaken Lukas Lacko mit 7:6 (7:5), 6:1.

Fechten, Frauen: Florettfechterin Carolin Golubytskyi ist im Achtelfinale ausgeschieden. Die 26-Jährige verlor gegen die Italienerin Elisa di Francisca mit 9:15. Dabei führte Golubytskyi gegen die WM-Zweite von 2011 und aktuelle Nummer drei der Weltrangliste schon mit 7:2 und 8:3. Beim siebten Gegentreffer bekam die Tauberbischofsheimerin die Glocke des 500 Gramm schweren Floretts an den Hals und musste danach minutenlang behandelt werden. In ihrem Auftaktgefecht hatte sich Sportsoldatin Golubytskyi als weltweite Nummer 15 gegen die Kolumbianerin Saskia Loretta van Erven Garcia nach Anfangsproblemen sicher mit 14:9 Treffern durchgesetzt. Vor vier Jahren in Peking hatte Golubytskyi im Einzel Rang neun belegt.

Fußball, Frauen: Weltmeister Japan und der WM-Dritte Schweden sind beim Fußball-Turnier weiter auf Kurs Richtung Viertelfinale. Die beiden mit Siegen gestarteten Favoriten trennten sich am zweiten Spieltag im Topspiel der Gruppe F in Coventry trotz der Überlegenheit der Japanerinnen 0:0. Schweden (4 Punkte) führt die Tabelle aufgrund der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Japanerinnen an. Die deutschen Fußball-Frauen hatten die Olympia-Qualifikation durch das Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM im vergangenen Sommer gegen Japan verpasst.

Schwimmen, 400 Meter Freistil: Medaillenhoffnung Paul Biedermann ist bei den Olympischen Spielen schon im Vorlauf über 400 Meter Freistil gescheitert. 3:48,50 Minuten - das reichte insgesamt nur für den zwölften Platz, 1,24 Sekunden fehlten zum Endlauf. Rekord-Olmpiasieger Michael Phelps schaffte es über 400 Meter Lagen als Achter im Vorlauf nur knapp ins Finale. Und auch die Freistilstaffel um Britta Steffen hat den Endlauf verpasst.

Luftpistole, Florian Schmidt: Auch bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme hat Spoprtschütze Florian Schmidt deutlich das Finale der besten Acht verpasst. Der 26-Jährige aus Frankfurt an der Oder kam mit der Luftpistole auf 575 Ringe und belegte damit den 25. Platz. Immerhin schnitt er damit besser ab als vor vier Jahren in Peking, wo er mit 571 Ringen nur auf Rang 38 gelandet war. Bester Schütze in der Qualifikation war der südkoreanische Weltrekordhalter Jin Jong-oh (588).

Rudern, Vorläufe: Der Deutschland-Achter ist souverän ins Finale der olympischen Regatta gerudert. Mit dem 35. Sieg in Folge hat das Vorzeigeboot des Deutschen Ruderverbands (DRV) eindrucksvoll seine Goldambitionen unterstrichen und die Rivalen aus Großbritannien, den Niederlanden und Kanada auf die Plätze verwiesen. Das deutsche Boot kann selbstbewusst in das Finale am Mittwoch gehen: Die Vorlaufzeit von 5:25,52 Minuten hätte auch im anderen Vorlauf locker zum Sieg gereicht - den gewannen die USA in 5:30,72 Minuten.

Der WM-Vierte Marcel Hacker hat ohne Mühe das Viertelfinale erreicht. Der ehemalige Einer-Weltmeister aus Frankfurt/Main gewann seinen Vorlauf souverän vor dem Argentinier Santiago Fernandez. Bei den Sommerspielen 2004 und 2008 hatte Hacker das Finale verpasst. Auf dem Dorney Lake rechnet sich der 35-Jährige trotz starker Konkurrenz gute Medaillenchancen aus. Das Viertelfinale findet am Dienstag statt.

Der Doppelvierer der Frauen hatte zuvor als erstes deutsches Boot den direkten Einzug ins Finale der olympischen Regatta geschafft. Das Team um Schlagfrau Britta Oppelt hielt die ärgsten Konkurrentinnen aus den USA immer auf Abstand und kämpft am kommenden Mittwoch um die Goldmedaille.

Beachvolleyball, Auftakt: Julius Brink und Jonas Reckermann haben ihr erstes Gruppenspiel gewonnen. Die Medaillenkandidaten setzten sich gegen das russische Duo Konstantin Semenow und Sergej Prokopjew in zwei Sätzen mit 21:19, 21:17 durch. Auf dem Centre Court des Horse Guards Parade hatten Brink/Reckermann dabei aber besonders im ersten Durchgang mehr Mühe als erwartet. Nach 44 Minuten verwandelten die Weltmeister von 2009 ihren ersten Matchball. Einen Start nach Maß erwischten in Sichtweite des berühmten Riesenrads London Eye bei den Damen auch Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Das deutsche Duo bezwang Hana Klapalova und Lenka Hajeckova aus Tschechien mit 21:16, 21:18.

Badminton, Gruppenspiel: Europameister Marc Zwiebler ist erfolgreich ins olympische Badmintonturnier gestartet. Der Weltranglisten-18. aus Bonn gewann sein erstes Gruppenspiel in der Londoner Wembley Arena gegen Mohammed Ajfan Rasheed von den Malediven in 32 Minuten 21:9, 21:6. Am Dienstag geht es für den 28-Jährigen um den Einzug ins Achtelfinale. Zwiebler trifft im abschließenden Gruppenspiel auf den Ukrainer Dimitri Sawadski.

Judo, Vorkampf: Für Judo-Leichtgewichtler Tobias Englmaier sind die Olympischen Spiele in London bereits nach dem ersten Kampf beendet. Der 24-Jährige aus München unterlag am Samstag zum Auftakt in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm dem starken Armenier Johannes Dawtjan trotz großer Gegenwehr und schied damit frühzeitig aus. Für Englmaier war es der erste Auftritt bei Sommerspielen. Ingesamt gehen elf Athleten des Deutschen Judo-Bundes (DJB) in London an den Start. Zu den Medaillenanwärtern gehören Peking-Olympiasieger Ole Bischof und Schwergewichtler Andreas Tölzer.

Olympia-Absenzen

Lädiert, außer Form, ausgebootet