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Olympia-Nachrichten in Kürze:Deutsche Springreiter verpassen das Triple

Unerwartet früh scheiden die deutschen Springreiter aus. Das Tischtennis-Team um Timo Boll steht gegen China im Halbfinale. Deutsche Florettfechter scheitern an Japan und kämpfen nun um Bronze, Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis sagt ihren Start im Hürdensprint ab.

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Frühes Aus: Marcus Ehning und die deutschen Springreiter.

(Foto: AFP)

Springreiten: Für die deutschen Springreiter ist der Traum vom Triple mit WM- und EM-Titel sowie Olympiasieg bereits geplatzt. Marcus Ehning (Borken), Janne-Friederike Meyer (Schenefeld), Christian Ahlmann (Marl) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) schieden nach dem ersten von zwei Umläufen im Grenwich Park mit 12 Fehlerpunkten vorzeitig aus. "Wir müssen es einfach akzeptieren, dass die anderen besser sind", sagte Bundestrainer Otto Becker enttäuscht. Völlig überraschend führt zur Halbzeit die Equipe aus Saudi-Arabien, die sich nur einen Zeitfehler leistete. Großbritannien mit vier und Kanada mit fünf Punkten liegen noch in Schlagdistanz.

Tischtennis, Mannschaft Männer: Deutschlands Tischtennis-Männer stehen im Halbfinale des Mannschaft-Turniers. Das Team um Timo Boll siegte am Sonntag in London mit 3:0 gegen Österreich. Nächster Gegner ist nun an diesem Montag der Weltmeister China. Im Fall einer Niederlage hat das Team im Spiel um Platz drei eine zweite Medaillenchance. Beim unerwartet deutlichen Sieg gegen Österreich gefiel die Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf durch eine konzentrierte Leistung. Der WM-Dritte Boll, der den früheren Weltmeister Werner Schlager besiegte, der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov und das Doppel Timo Boll/Bastian Steger gaben nur einen Satz ab. Die Chinesen schlugen Singapur 3:0.

Fechten: Deutschlands Florettherren fechten bei den Olympischen Spielen in London um Bronze. Nach dem 44:40 im Viertelfinale gegen Russland verloren der viermalige Weltmeister Peter Joppich, Peking-Gewinner Benjamin Kleibrink und Sebastian Bachmann am Sonntag in Halbfinale gegen den WM-Fünften Japan mit 40:41 im Sudden Death. Gegner im Kampf um Rang drei ist die Mannschaft der USA, die Italien im anderen Halbfinale 24:45 unterlag. Die bislang einzige deutsche Fechtmedaille in London hatte Britta Heidemann mit Degen-Silber erkämpft.

Leichtathletik: Großbritanniens Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis will lieber feiern als laufen: Am Morgen nach ihrem triumphalen Olympiasieg sagte die 26-Jährige ihren geplanten Start über 100 m Hürden ab. "Im Moment will ich diesen Moment einfach nur so lange auskosten wie ich kann. Ich will ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen und eine kleine Pause haben. Ich freue mich auf ein bisschen Entspannung", sagte Ennis der BBC. Nach der schnellsten Zeit, die jemals eine Frau im Siebenkampf über die 100 m Hürden gelaufen war, hatte Ennis "darüber nachgedacht", auch im Einzelwettbewerb zu starten. Mit ihrem britischen Rekord von 12,54 Sekunden hätte sich vielleicht sogar Chancen auf eine weitere Medaille gehabt.

Surfen: Surferin Moana Delle hat sich in den letzten beiden Rennen vor dem Finale eine Medaillenchance erkämpft. Die Kielerin belegte die Ränge drei und zwei und greift am Dienstag als Gesamt-Vierte nach Edelmetall. Von den punktgleich auf den Plätzen zwei und drei liegenden Lee-El Korsitz aus Israel und Olha Maslivets (beide 38 Punkte) aus der Ukraine trennt Delle (39 Punkte) nur ein Zähler. In Führung liegt die Spanierin Marina Alabau mit 24 Punkten.

Deutsche Schwimmer: Franziska van Almsick hat nach dem Debakel der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen in London einen Neubeginn gefordert. "Es muss eine Veränderung her. Schlimmer geht es eigentlich gar nicht mehr", sagte die frühere Weltmeisterin am Samstagabend in der ARD. Erstmals seit 80 Jahren blieben die deutschen Schwimmer ohne eine Medaille bei Olympia. Vor vier Jahren in Peking hatte Britta Steffen noch mit zwei Mal Gold die Pleite für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) verhindert. Van Almsick fordert einen Blick auf die großen Schwimm-Nationen wie die USA (16 Mal Gold) zu werfen. "Es kann doch nicht so schwer sein, mal nach Amerika zu schauen und zu schauen, wie machen die es denn?" Das Ziel sei es, "Olympiasieger zu werden und nicht reich und berühmt zu werden", sagt die viermalige Olympia-Zweite. Die Mannschaft sei ein "gemeinschaftliches Nicht-auf-den-Punkt-Fitsein. Das sieht nach einem Fehler im System aus."

Deutsche Hockey-Frauen: Die deutschen Hockey-Frauen haben bei den Olympischen Spielen in London ihr viertes Vorrundenspiel gegen Weltmeister Argentinien 1:3 (0:2) verloren und so gut wie sicher das Halbfinale und die Chance auf eine Medaille verpasst. Sofia Maccari (13.) nach einem schweren deutschen Abwehrfehler, Luciana Aymar (28.) und Rocio Sanchez Moccia (67.) trafen für Argentinien, das die Chance auf das Weiterkommen wahrte. Den einzigen deutschen Treffer erzielte Nina Hasselmann (66.). Mit sechs Punkten belegt die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) vor dem abschließenden Spieltag nur den vierten Platz in der Gruppe B. Argentinien, Neuseeland und Australien haben jeweils neun Zähler auf dem Konto. Um noch unter die letzten Vier zu kommen, muss Deutschland im letzten Spiel am Montag gegen Neuseeland hoch gewinnen und darauf hoffen, dass es im Match zwischen Argentinien und Australien einen klaren Sieger gibt.

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