Olympia:Zehnkämpfer Niklas Kaul muss aufgeben

Athletics - Men's 400m - Decathlon 400m

Beim Rennen über 400 Meter gibt Niklas Kaul unter Schmerzen auf.

(Foto: Andrew Boyers/Reuters)

Der Weltmeister verletzt sich beim Hochsprung, beim anschließenden 400-Meter-Rennen bricht er ab. Gesa Krause läuft über 3000 Meter Hindernis auf Platz fünf. Die Leichtathletik-Meldungen aus Tokio.

Für Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul ist der Traum von einer Olympia-Medaille geplatzt. Der 23-Jährige verletzte sich in Tokio beim Hochsprung am rechten Fuß. Über die 400 Meter zum Abschluss des ersten Wettkampftages gab er dann nach der Hälfte des Rennens unter Schmerzen auf. Zuvor hatte der Mainzer eine starke Vorstellung gezeigt, die Bronzemedaille schien in Reichweite zu sein. Nach 11,22 Sekunden über 100 m, 7,36 m im Weitsprung und 14,55 m mit der Kugel gelang Kaul im Hochsprung mit 2,11 m eine persönliche Bestleistung. Doch ausgerechnet bei dem Sprung verletzte er sich am Fuß. Danach humpelte Kaul mit blutiger Socke aus dem Stadion. Teamarzt Andrew Lichtenthal behandelte ihn, doch die Schmerzen waren am Ende zu groß.

Im Zehnkampf läuft alles auf ein Duell zwischen Damian Warner (Kanada) und Weltrekordler Kevin Mayer (Frankreich) hinaus. In Führung liegt nach dem ersten Tag Warner mit 4722 Punkten, Mayer ist mit 4340 Zählern derzeit Fünfter. Beide steuern aber auf ein Ergebnis von rund 8900 Punkten zu. Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) ist 13. mit 4251 Zählern.

Gesa Krause hat bei den Olympischen Spielen in Tokio über die 3000 Meter Hindernis die ersehnte Medaille verpasst. Einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag lief Krause nach einem beherzten Finish in 9:14,00 Minuten noch auf den fünften Platz, hatte im Kampf um einen Podestplatz aber keine Chance. Peruth Chemutai aus Uganda holte sich in 9:01,45 Minuten den Olympiasieg vor Courtney Frerichs aus den USA. Bronze sicherte sich am Mittwoch Hyvin Kiyeng aus Kenia. Die anderen beiden deutschen Starterinnen Elena Burkard (Dornstetten) und Lea Meyer (Löningen) hatten es nicht bis ins Hindernis-Finale geschafft.

Gold-Favorit Johannes Vetter hat sich im Speerwerfen ins Finale gemüht. Der 28-Jährige aus Offenburg sicherte sich das direkte Ticket für den Medaillenkampf am Samstag (13 Uhr/MESZ) erst mit 85,64 Metern in seinem dritten und letzten Versuch in der Qualifikation. Der Olympia-Vierte von 2016, der mit 96,29 Metern die Weltjahresbestenliste deutlich anführt, wirkte aber verunsichert. "Seit den Wettkämpfen vor Olympia ist so ein bisschen der Wurm drin, was heißt der Wurm drin, ich kriege nicht so das richtige Timing, den richtigen Rhythmus hin, dass ich sage, da passt alles zusammen und dann knallt es vorne", meinte Vetter. Für das Finale müsse "auf alle Fälle noch was kommen." Vetter hatte am Ende aber die zweitbeste Weite vorzuweisen. Gleich mit dem ersten Versuch über 84,41 Meter zog auch der Mainzer Julian Weber direkt ins Finale ein. Bernhard Seifert aus Potsdam schied dagegen mit 68,30 Metern chancenlos aus.

Der kanadische Sprinter Andre De Grasse hat in beeindruckender Manier Olympia-Gold über 200 Meter gewonnen und nach vielen vergeblichen Anläufen seinen ersten großen Titel geholt. Im Finale von Tokio setzte sich der 26-Jährige mit dem Landesrekord von 19,62 Sekunden durch und wurde damit Nachfolger von Usain Bolt. Der Jamaikaner hatte 2008, 2012 und 2016 triumphiert. Hinter De Grasse sicherte sich der US-Amerikaner Kenneth Bednarek in 19,68 Sekunden Silber vor seinem Landsmann Noah Lyles (19,74). Der erst 17 Jahre alte Erriyon Knighton (USA) blieb als Vierter ohne Medaille (19,93).

Die US-Amerikanerin Sydney McLaughlin ist in Weltrekordzeit zu Olympia-Gold über die 400 Meter Hürden gelaufen. Die 21-Jährige verbesserte die von ihr selbst aufgestellte Bestmarke auf 51,46 Sekunden und verwies ihre Landsfrau Dalilah Muhammad auf den zweiten Platz. Diese blieb in 51,58 Sekunden ebenfalls unter der alten Bestmarke von 51,90 Sekunden, die McLaughlin im Juni aufgestellt hatte. Bronze holte sich die Niederländerin Femke Bol (52,03).

Im Siebenkampf der Frauen erwischte Carolin Schäfer (Frankfurt) einen soliden Start. Die Weltmeisterschaftszweite von 2017 liegt nach 13,29 Sekunden über 100 Meter Hürden und 1,80 Meter im Hochsprung mit 2059 Punkten auf Platz zehn, Vanessa Grimm aus Königstein ist 21. mit 1963 Punkten. In Führung liegt Rio-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien (2176). Schäfer hatte in diesem Jahr wegen gesundheitlicher Probleme keinen Siebenkampf bestritten, vor den Meetings in Götzis und Ratingen hatte die 29-Jährige eine Impfreaktion ausgebremst.

© SZ/sid/dpa/and
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