Wenn im August in Athen die Olympischen Spiele der Neuzeit beginnen, erinnert kaum noch etwas an die Ursprünge des sportlichen Großereignisses. Bei der ewigen Jagd nach Rekorden gerät die ursprüngliche Idee, der olympische Gedanke sowie das Wissen um die Wurzeln des Körperkults zunehmend ins Hintertreffen.

Gemessen wurde sich damals in Disziplinen wie Kurz- und Langstreckenlauf, Waffenlauf, Fünfkampf und Wagenrennen - Sportarten, die so heute nicht mehr olympisch sind. Der griechischen Überlieferung zufolge gab es die ersten Spiele bereits 776 vor Christus. Sie wurden zu Ehren des Göttervaters Zeus ausgetragen. Frauen waren damals nicht zugelassen - weder als Aktive noch als Zuschauer. Die Athleten, anfangs ausschließlich Griechen, traten vollkommen nackt an, ihre Körper mit Öl eingerieben.
Um nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wie alles begann, hat sich der deutsch-französische Kultursender arte etwas Besonderes einfallen lassen: die Doku-Soap "Die Helden von Olympia". Hochleistungssportler aus ganz Europa werden zusammen eine Reise in die Vergangenheit unternehmen und im Stadion von Olympia Wettkämpfe nach antikem Vorbild austragen.
Drei Tage lang nehmen die Athleten von heute an der Zeremonie teil, die in Olympia, dem damals größten Heiligtum der griechischen Welt, vollzogen wurde. Ihre Leistungen werden im Ringen, Laufen, Diskuswerfen, Weitsprung und Speerwurf gemessen. Dabei stehen die Sportler vor vollkommen neuen Herausforderungen: Anders als heute war es früher üblich beim Weitsprung Gewichte in den Händen zu tragen und grundsätzlich alle Disziplinen barfuß zu absolvieren - auch das Laufen.
Damit nicht genug: Zwei Wochen lang werden die Teilnehmer leben und trainieren wie vor weit mehr als 2000 Jahren, nachgekochte griechische Speisen essen, in Zelten schlafen und historische Gewänder tragen. Begleitet wurden die Athleten dabei vom ersten Trainingstag bis hin zum tatsächlichen Wettkampf.
Zu sehen sind die antiken Spiele von Montag, 26. Juli, bis 5. August täglich um 20.15 Uhr bei arte.