Olympia Russische Weitspringerin darf nun doch starten

Fühlt sich betrogen - oder hat sie betrogen? Weitspringerin Darja Klischina.

(Foto: Franck Robichon/dpa)

Darja Klischina wird am Dienstag als einzige russische Leichtathletin um Medaillen kämpfen. Die deutschen Tischtennis-Frauen stehen überraschend im Finale.

Doping: Die Weitspringerin Darja Klischina darf nun doch als einzige russische Leichtathletin an den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS gab am Montag dem Einspruch der Athletin gegen einen Ausschluss durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF statt. Klischina habe darlegen können, dass sie für "einen relevanten Zeitraum" außerhalb Russlands für Dopingtests in und außerhalb von Wettkämpfen zur Verfügung gestanden habe, begründete die Ad-hoc-Einheit des CAS in Rio ihre Entscheidung.

Damit ist die 25-Jährige bei der Weitsprung-Qualifikation am Dienstag startberechtigt. Die übrigen russischen Leichtathleten sind wegen systematischen Dopings in dem Land von den Spielen ausgeschlossen. Die IAAF hatte zuvor der Sportlerin auf Grundlage neuer Informationen das Sonderstartrecht wieder entzogen. Die ARD hatte am Sonntag berichtet, dass Doping-Proben von Klischina in Russland entdeckt worden sein sollen, die mutmaßlich illegal geöffnet wurden. Klischina hatte gegen diese Entscheidung Einspruch beim CAS eingelegt.

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Hockey: Der Traum vom goldenen Hattrick lebt: Die deutschen Männer sind in einem verrückten Hockey-Krimi beim 3:2 (0:1) gegen Neuseeland zum vierten Mal in Serie bei Olympischen Spielen ins Halbfinale eingezogen. Das Team von Bundestrainer Valentin Altenburg drehte ein schon verloren geglaubtes Spiel. Florian Fuchs sicherte den Sieg mit der Schlusssirene. Zuvor hatte Kapitän Moritz Fürste per Doppelschlag (56., 60.) für den Ausgleich gesorgt. Nächster Gegner ist nun Argentinien. Das Halbfinale gegen die Gauchos, die Fürste und Co. in der Gruppenphase beim 4:4 am Rande einer Niederlage hatten, steigt am Dienstag.

Hugo Inglis brachte Neuseeland mit der ersten Gelegenheit des Spiels überraschend in Führung (18.). Deutschland, das 2008 in Peking und 2012 in London Olympiasieger geworden war, suchte anschließend vergeblich nach einem Rezept gegen das Abwehrbollwerk der "Kiwis". Im vierten Viertel erhöhte Shea McAleese nach einer umstrittenen Strafecke auf 0:2 (49.). Fürste verkürzte ebenfalls nach einer Strafecke (56.), ehe Fuchs der umjubelte Siegtreffer gelang.

Leichtathletik: Der Südafrikaner Wayde van Niekerk hat bei den Olympischen Spielen in Rio in Weltrekordzeit Gold über die 400 m gewonnen. Der Weltmeister unterbot in 43,03 Sekunden die 17 Jahre alte Bestmarke des US-Amerikaners Michael Johnson um 15 Hundertstelsekunden. Silber ging an London-Olympiasieger Kirani James (Grenada) in 43,76 Sekunden, Bronze holte sich Peking-Olympiasieger LaShawn Merritt (USA) in 43,85. Deutsche Teilnehmer waren in Rio nicht am Start.

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Tischtennis: Die deutschen Tischtennis-Frauen haben Team-Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bereits sicher. Das Trio Han Ying, Petrissa Solja, Shan Xiaona setzte sich im Halbfinale gegen Vizeweltmeister Japan mit 3:2 durch. Den entscheidenden dritten Punkt machte Han Ying gegen Ai Fukuhara. Der Gegner der deutschen Mannschaft im Finale wird am Montag im zweiten Halbfinale zwischen dem haushohen Favoriten China und Singapur ermittelt.

Beachvolleyball: Die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst greifen nach einer olympischen Medaille. Das deutsche Top-Duo besiegte die Kanadierinnen Sarah Pavan und Heather Bansley nach einer überzeugenden Vorstellung mit 2:0 (21:14, 21:14) und zog als erstes deutsches Frauenteam überhaupt ins Halbfinale bei Olympischen Spielen ein. "Es ist ist atemberaubend. Ich konnte es erst gar nicht fassen", sagte Ludwig. Nach ihrem fünften Sieg im fünften Spiel an der Copacabana haben Ludwig/Walkenhorst den historischen Sprung aufs Treppchen weiterhin fest im Blick. Es wäre eine historische Leistung: Noch nie gelang es einem europäischen Frauen-Team, eine olympische Medaille zu gewinnen. Beachvolleyball gehört seit Atlanta 1996 zum Programm bei Sommerspielen.

Im Halbfinale am Montag könnte es für die Weltranglistenersten Luwig/Walkenhorst zu einem Duell mit der topgesetzten brasilianischen Paarung Larissa/Talita kommen. Sie spielen Abend um den Einzug in die Runde der letzten Vier. Ihrer Favoritenrolle wurden Luwig/Walkenhorst im Viertelfinale von Beginn an gerecht. Den ersten Satz gewannen die Europameisterinnen in der Beach Arena von Rio in nur 18 Minuten mit 21:14. Und auch im zweiten Abschnitt waren Pavan und Bansley, die im gesamten Turnier bis dato keinen Satz abgegeben hatten, mit dem ausgesprochen druckvollen und präzisen Spiel der Deutschen überfordert. Nach dem 4:4 zogen Luwig/Walkenhorst schnell auf 10:6 davon - die Vorentscheidung.

Turnen: Die US-Amerikanerin Simon Biles hat ihre dritte Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erkämpft. Sie setzte sich mit 15,966 Punkten in der Konkurrenz am Sprung vor der Russin Maria Paseka (15,266) und der Schweizer Europameisterin Giulia Steingruber (15,216) durch. Zuvor hatte Biles auch mit dem Team und im Mehrkampf gewonnen. Sie könnte nun zur erfolgreichsten Athletin der Rio-Spiele avancieren, wenn sie in den kommenden Tagen auch ihrer Favoritenstellung am Balken und am Boden gerecht wird.

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Oksana Chusovitina, die vor acht Jahren in Peking noch Silber für Deutschland gewonnen hatte, konnte ihren schwierigen Produnowa-Sprung nicht stehen und musste bei ihren siebten Olympischen Spielen mit Rang sieben zufrieden sein. Die 41-Jährige startete in Rio für ihr Heimatland Usbekistan. Sie hatte nach dem Podiumturnen ihren Rücktritt nach den Spielen in Rio angekündigt. Mit Handküssen ans Publikum verabschiedete sie sich von der Turnbühne.

Golf: Der erste Golf-Olympiasieger seit 1904 heißt Justin Rose. Der ehemalige US-Open-Champion, dem am ersten Tag das erste Hole-in-one der Olympia-Geschichte geglückt war, siegte in einer spannenden Entscheidung mit 268 Schlägen vor British-Open-Champion Henrik Stenson aus Schweden, der 270 Schläge benötigte. Bronze holte sich US-Profi Matt Kuchar mit 271 Schlägen. Die beiden deutschen Starter konnten nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Der zweimalige Major-Gewinner Martin Kaymer belegte mit 279 Schlägen Platz 15, der Münchner Alex Cejka landete mit 281 Schlägen auf dem 21. Rang.