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Olympia:Deutsches Eishockey-Team gewinnt erstmals seit 16 Jahren bei Olympia

Pyeongchang 2018 - Eishockey

Freude im deutschen Eishockey-Team nach dem doch noch gelungenen Abschluss der Vorrunde.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Eishockey: Dem deutschen Team ist im letzten Vorrundenspiel der erste Sieg gelungen: Das Team von Bundestrainer Marco Sturm bezwang Norwegen mit 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen und sicherte sich in der Gruppe C den dritten Platz. Der Gegner im K.o.-Spiel am Dienstag um den Einzug ins Viertelfinale steht erst nach den restlichen Spielen des Tages fest.

Patrick Hager erzielte das entscheidende Tor im Penaltyschießen für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die ihren ersten Erfolg bei Winterspielen seit 16 Jahren feierte. Der Münchner (33.) hatte schon in der regulären Spielzeit getroffen. Es war der insgesamt sechste Sieg im sechsten Olympia-Duell mit Norwegen. Zuvor hatte die deutsche Mannschaft gegen die Mitfavoriten Finnland (2:5) und Schweden (0:1) verloren.

Ski Freestyle: Der Norweger Öystein Braaten ist Olympiasieger im Slopestyle. Der zweimalige X-Games-Gewinner entschied das Finale mit 95,00 Punkten für sich, Silber ging an den US-Starter Nick Goepper (93,60), Bronze holte Alex Beaulieu-Marchand (92,40) aus Kanada. Braaten kam in Pyeongchang im ersten und letzten von drei Durchgängen auf die 95,00 Punkte. Goepper, der vor vier Jahren in Sotschi Bronze gewonnen hatte, schob sich erst im letzten Versuch auf den Silberrang vor. Weltmeister McRae Williams hatte zuvor überraschend das Finale verpasst. Der US-Amerikaner belegte nach zwei Qualifikations-Durchgängen lediglich Rang 15. Nur die zwölf Punktbesten kamen weiter. Ein Deutscher war im Wettbewerb nicht dabei.

Langlauf: Die deutschen Langläuferinnen haben bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erstmals seit 1998 keine olympische Medaille in der Staffel geholt. In der Besetzung Stefanie Böhler, Katharina Hennig, Victoria Carl und Sandra Ringwald belegten das DSV-Team über 4 x 5 Kilometer am Samstag den sechsten Rang. Gold ging an die favorisierten Norwegerinnen, die von Schlussläuferin Marit Björgen auf der Zielgeraden zum Olympiasieg geführt wurden. Die 37-Jährige gewann damit als erste Frau bei Winterspielen sieben Mal Gold. Silber ging an die Schwedinnen um Skiathlon-Siegerin Charlotte Kalla. Bronze sicherten sich die olympischen Athletinnen aus Russland.

Schon die deutsche Startläuferin Böhler hatte knapp eine Minute verloren und damit die Chance auf Edelmetall vertan. "Ich war sehr nervös vor dem Rennen, weil ich gewusst habe, dass ich nicht auf meine Form vertrauen kann. Ich habe alles probiert, aber es sollte nicht sein. Es war nur Kampf. Das ist schade. Es tut mir leid", sagte die 36-Jährige, die 2006 und 2014 noch Staffel-Medaillen gewonnen hatte, in der ARD. Am Ende fehlten dem DSV-Team über eineinhalb Minuten auf die Spitzenteams.

Shorttrack: Choi Minjeong hat Gastgeber Südkorea das zweite Gold im Shorttrack geschenkt. Die siebenmalige Weltmeisterin setzte sich im Finale vor Li Jinyu (China) und Kim Boutin (Kanada) durch, die bereits im 500-m-Sprint Bronze geholt hatte. Vor Choi hatte bei den Männern Lim Hyojun über 1500 m für Südkorea gesiegt. Über 1000 Meter gewann bei den Männern der Kanadier Samuel Girard. Er profitierte auch davon, dass drei seiner vier Rivalen im Finale stürzten. Als Verantwortlichen machte die Jury den Ungarn Shaolin Sandor Liu aus, der disqualifiziert wurde. Olympia-Silber sicherte sich der Amerikaner John-Henry Krueger vor dem Südkoreaner Seo Yi Ra, der sich als Erster nach dem Sturz aufgerappelt hatte.

Anna Seidel war im Halbfinale durch einen Sturz ausgeschieden. Schon im Viertelfinale war sie nach einer Berührung mit der US-Amerikanerin Jessica Kooreman zu Fall gekommen. Nach einer Juryentscheidung durfte sie aber in der nächsten Runde antreten. Ihre Vereinsgefährtin Bianca Walter war schon im Vorlauf als Fünfte ausgeschieden. "Es ist nicht meine Strecke. Ich freu mich jetzt auf die 1000 Meter. Bis fünf Runden lag ich auf Position zwei, doch dann wurden die Beine fest", sagte Seidel. "Es war gigantisch, vor dieser begeisternden Kulisse von 12 000 Fans zu laufen", schwärmte sie dennoch.

Eiskunstlauf: Der Japaner Yuzuru Hanyu hat bei den Winterspielen in Pyeongchang seinen Olympiasieg von 2014 wiederholt. Zwei Erfolge nacheinander schaffte zuletzt der Amerikaner Dick Button 1948 und 1952. In der Kür am Samstag verteidigte der Weltmeister seine Führung aus dem Kurzprogramm und lag mit 317,85 Punkten vor seinem Landsmann und Vize-Weltmeister Shoma Uno (306,90). Bronze ging an den sechsmaligen Europameister Javier Fernandez aus Spanien (305,24). Der Berliner Paul Fentz wurde 22. (214,55).

© SZ.de/dpa/sid/vit
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