Zoff beim CurlingDie Schieber und Wischer haben ihre Unschuld verloren

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„You can fuck off“, raunzte der Kanadier Marc Kennedy, nachdem er vom Schweden Oskar Eriksson bezichtigt worden war, einen Stein mit dem Zeigefinger sanft nachjustiert zu haben.
„You can fuck off“, raunzte der Kanadier Marc Kennedy, nachdem er vom Schweden Oskar Eriksson bezichtigt worden war, einen Stein mit dem Zeigefinger sanft nachjustiert zu haben. Misper Apawu/AP/dpa

Schimpfwörter, Gekeife, höhnisches Gelächter: In den Curling-Duellen ist ungewohnt viel Druck auf dem Kessel – auch die Referees scheinen überfordert zu sein.

Von Holger Gertz, Cortina d'Ampezzo

In den Satzungen des schottischen Muthill Curling Clubs, abgefasst 1739, ist festgehalten, dass jeder Fluch mit zwei Shilling Strafe belegt wird. Paragraf 4: „Kein Mitglied darf über die Fehler eines Mitspielers sprechen oder die Offiziellen kritisieren.“ Die Vorgaben wurden über die Jahrhunderte so bereitwillig respektiert, dass Curling zum weltweiten Vorzeigesport heranwuchs: Fairplay selbstverständlich. Bescheißen ausgeschlossen.

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