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Olympia:Bürgervotum zu 2032

Vor der geplanten Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Sommerspiele 2032 wird es spätestens im Jahr 2022 eine Bürgerbefragung geben. Das sagte Michael Mronz, Gründer der privatwirtschaftlich organisierten Olympia-Initiative. Das Besondere an der geplanten Befragung ist, dass sie nicht vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit auf den Weg gebracht wird - obwohl die Frage der Olympia-Bewerbung zu den ureigensten Aufgaben des Verbandes zählt. Nach den Niederlagen bei den Referenden für Spiele in München 2022 und Hamburg 2024 glaubt das Projekt Rhein-Ruhr, durch den Alleingang größere Erfolgschancen zu haben. Die Bürger müssten nicht über eine gewisse Sportpolitik- oder allgemeine Politikrichtung mitentscheiden, sondern es liege ihnen die reine Konzeption der Spiele zur Abstimmung vor, so Mronz. "Ist das Ergebnis der Befragung negativ, ist das Thema erledigt", sagte er: "Ist es positiv, wird der DOSB seinen Mitgliedern das Projekt für eine Bewerbung zur Abstimmung stellen." Das Olympia-Konzept Rhein-Ruhr schließt 14 Städte in Nordrhein-Westfalen ein. Eine Umfrage vor der Corona-Pandemie ergab in den beteiligten Kommunen Zustimmungswerte zwischen 76 und 88 Prozent. Die Vergangenheit zeigte allerdings, dass sich solche Werte stark verändern können, sobald es konkret an die Abstimmung ging. International gilt das Projekt ohnehin als wenig aussichtsreich. Neu-Delhi, Brisbane, Doha, Shanghai sowie eine gemeinsame Bewerbung von Süd- und Nordkorea sind im Rennen.

© SZ vom 27.08.2020 / sid

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