Olympia Bronze lindert Harutyunyans Schmerz

Artem Harutyunyan (rot) verliert gegen Lorenzo Sotomayor Collazo.

(Foto: Getty Images)

Der Boxer erleidet früh einen Cut und verliert den Kampf ums Finale. Fünfkämpferin Schöneborn landet nur auf dem 32. Platz. Spanien ärgert das "Dream Team" lange.

Boxen: Für Artem Harutyunyan ist in Rio der Traum von Gold geplatzt. Nach der Niederlage gegen Lorenzo Sotomayor Collazo (Aserbaidschan) im Halbfinale muss sich der 26-Jährige mit Bronze begnügen.Vor 500 Zuschauern erlitt Weltergewichtler Harutyunyan bereits in der ersten Runde einen Cut am linken Auge und wirkte daraufhin gehemmt. Zu selten zeigte er die Angriffsfreude, die ihn in die Vorschlussrunde gebracht hatte. Der 13 Zentimeter größere Lorenzo Sotomayor Collazo (Aserbaidschan) sammelte Treffer um Treffer und gewann alle drei Runden deutlich.

Neben Harutyunyan, der als bester deutscher Amateurboxer gilt, erhält auch der Russe Witali Dunaizew Bronze. Letztmals Gold gab es für deutsche Boxer bei Olympia 1992 in Barcelona durch Torsten May und Andreas Tews. Bronze hatte Harutyunyan schon vor dem Kampf sicher, damit ist die Bilanz der deutschen Boxer bei Olympia halbwegs gerettet. Alle fünf weiteren deutschen Faustkämpfer waren zuvor jeweils schon in der ersten Runde ausgeschieden. Dem Deutschen Boxsport-Verband (DBV) drohte ein Debakel, doch dank der Medaille sind auch die Zielvereinbarungen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erfüllt.

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Moderner Fünfkampf: Die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn hat ihre zweite Medaille bei Olympischen Spielen klar verpasst. Die 30 Jahre alte Olympiasiegerin von 2008 beendete den Wettkampf in Rio de Janeiro am Ende auf einem enttäuschenden 32. Platz. Zum Verhängnis wurde ihr das Springreiten, in dem Schöneborn nach einem völlig misslungenen Ritt und vier Verweigerungen vorzeitig ausschied. Für eine positive Überraschung sorgte Annika Schleu als Fünfte.

Die Berlinerin war mit einem Rückstand von einer Minute und zehn Sekunden als 19. in den abschließenden Wettkampf gegangen und lief noch bis auf Rang fünf vor. Schöneborn hatte als 31. einen Rückstand von fünf Minuten und 28 Sekunden gehabt. Neue Olympiasiegerin wurde die Australierin Chloe Esposito. Silber ging an die Französin Elodie Couvel, Bronze holte sich die Polin Oktawia Nowacka.

Basketball: Die USA stehen nach dem Halbfinalsieg über Lieblingsgegner Spanien kurz vor ihrem dritten Olympia-Triumph in Serie. Wie schon in den Endspielen 2008 und 2012 bezwang das Team um Carmelo Anthony die Iberer und trifft nach dem 82:76 (45:39) auf den Sieger der Partie zwischen Australien und Serbien. Bester US-Werfer am Freitag in Rio de Janeiro war Distanzschütze Klay Thompson mit 22 Punkten. Die Amerikaner feierten den 24. Sieg bei Olympia nacheinander und verbesserten die Sommerspiele-Bilanz gegen Spanien auf 12:0. Für den Europameister waren 23 Zähler des überragenden Pau Gasol zu wenig.

Springreiten: Nach Bronze mit dem Team sind die deutschen Springreiter in der Einzelentscheidung leer ausgegangen. Beim Sieg von Nick Skelton, der als erster Brite Einzel-Gold gewann, belegten der ehemalige Doppel-Europameister Christian Ahlmann (Marl) mit Taloubet und Daniel Deußer (Wiesbaden) mit First Class mit jeweils vier Fehlerpunkten den neunten Platz. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) gab mit Fibonacci im ersten Umlauf auf, der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) hatte sich mit Casello nicht für die Medaillenentscheidung qualifiziert. Die letzte deutsche Einzelmedaille hatte es 2004 in Athen durch den drittplatzierten Marco Kutscher gegeben.

Mountainbike: Entgegen der ärztlichen Ratschläge geht Peking-Olympiasiegerin Sabine Spitz im olympischen Mountainbike-Rennen am Samstag an den Start. "Die Ärzte halten ihren Start trotz gesunkener Entzündungswerte für bedenklich, weil sie befürchten, dass die Entzündung unter Belastung außer Kontrolle gerät. Das Risiko trägt die Athletin selbst", teilte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Freitag mit.

Spitz hatte sich kurz vor den Rio-Spielen eine offene Wunde am Knie zugezogen, die sich entzündete. Ein medizinischer Eingriff wurde nötig. Seitdem wird sie intensiv medizinisch behandelt. "Die Entzündungswerte sind weiter gesunken, Sabine fühlt sich gut. Die Bedingungen sind sicherlich nicht optimal, aber sie ist eine Kämpferin", sagte ihr Ehemann und Manager Ralf Schäuble.Die 44-Jährige will unbedingt ihre fünften Sommerspiele bestreiten. Mit der vierten Olympia-Medaille nach Gold 2008 in Peking, Silber 2012 in London und Bronze 2004 ist bei der 44-Jährigen aus dem Schwarzwald aber kaum mehr zu rechnen.

Golf: Mit dem ersten Hole-in-one in einem olympischen Damenturnier hat sich die chinesische Golferin Xi Yu Lin in den Geschichtsbüchern verewigt. Die 20-Jährige beförderte den Ball am Freitag vom Abschlag direkt ins 141 Meter entfernte Loch. Dann klatschte sich die 58. der Weltrangliste mit ihrem Caddie ab. Platzstandard für diese Bahn sind drei Schläge.Das sogenannte Hole-in-one war das erste in der olympischen Geschichte im Damengolf, hieß es am Freitag auf dem offiziellen Twitteraccount zum Turnier. Im Wettbewerb der Männer in Rio gab es zwei Asse - das erste schlug Olympiasieger Justin Rose aus Großbritannien.Im bislang einzigen olympischen Golfturnier der Damen war im Jahr 1900 in Paris lediglich eine Runde mit neun Löchern gespielt worden.

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Kanu: Nach der Disqualifikation des positiv getesteten Canadier-Rennkanuten Serghei Tarnovschi hat Olympiasieger Sebastian Brendel heftige Kritik an dem Sportler aus Moldau geübt. Das Verhalten Tarnovschis sei "absolut beschämend", sagte der Potsdamer am Freitag und wertete das Dopingvergehen als Rückschlag für alle Kanuten. "Ich bin ziemlich sauer, dass sowas hier passiert, das schadet dem gesamten Sport", sagte Brendel. Gerade, weil Kanu immer wieder um seinen Platz im olympischen Programm kämpfen müsse, sei das "kein positives Signal". Er betonte: "Solche Leute gehören nicht hierher und ich hoffe, dass wir die auch nicht mehr sehen."

Tarnovschi war am Dienstag im Canadier-Einer über 1000 Meter hinter Brendel und dem Brasilianer Isaquias Queiroz dos Santos auf Rang drei gepaddelt. Nach einem am Donnerstag bekanntgewordenen positiven Dopingtest musste der Mann aus Moldau seine Bronzemedaille an den viertplatzierten Russen Ilja Schtokalow abgeben, wie das Internationale Olympische Komitee am Freitag mitteilte.